ADHS > Erziehung
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1. Das Wichtigste in Kürze
Die folgenden Tipps gelten grundsätzlich für die Erziehung aller Kinder. Allerdings ist ihre konsequente Befolgung bei Kindern mit ADHS besonders wichtig.
2. Klare Anweisungen
Anweisungen und Aufgaben sollten freundlich, kurz und deutlich formuliert werden, dem Alter des Kindes angemessen. Wichtig ist dabei, dem Kind nicht zu sagen, was es nicht tun soll, sondern deutlich zu machen, was genau von ihm erwartet wird. Falsch wäre z.B.: "Lass die Tür bitte nicht offen!" Richtig ist: "Bitte mach die Tür zu!" Manche Kinder haben Probleme, abstrakte Anweisungen zu verstehen und können z.B. mit der Aufforderung "Sei lieb!" nichts anfangen. Auch in diesem Fall macht man es dem Kind mit einer genauen Anweisung sehr viel leichter. Im Normalfall möchte das Kind sich richtig verhalten, weiß aber einfach nicht wie.
3. Erwünschtes und unerwünschtes Verhalten
Grundsätzlich muss dem richtigen Verhalten des Kindes mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden als dem Fehlverhalten.
Kinder brauchen die Aufmerksamkeit ihrer Eltern, also werden sie das tun, womit sie die Aufmerksamkeit nachhaltig wecken. Wenn sie zuviel Aufmerksamkeit für unerwünschtes Verhalten bekommen, werden sie dieses Verhalten als "erfolgreich in Bezug auf Aufmerksamkeit" lernen. Beispiel: Wenn ein Kind brav und still am Tisch sitzt und isst, wird es im Allgemeinen nicht beachtet. Sobald es aber matscht und kleckert, hat es die volle Aufmerksamkeit aller Tischgenossen und man spricht mit ihm, wenn auch in Form von Verhaltensmaßregeln und Anweisungen. Deshalb:
- Richtiges Verhalten in Form von Aufmerksamkeit und Lob honorieren.
- Für unerwünschtes Verhalten Konsequenzen einsetzen. Die Konsequenzen müssen einen Bezug zum Fehlverhalten haben, sollten vorher durchdacht sein und können angekündigt werden. Wichtig ist, nur Konsequenzen anzukündigen, zu deren Umsetzung man auch bereit ist. Mit nicht wahr gemachten Konsequenzen verliert der Erwachsene an Glaubwürdigkeit und wird für das Kind unberechenbar. Bei stetiger Inkonsequenz verlieren Kinder möglicherweise sogar das Vertrauen zum Erwachsenen. Klare Regeln helfen dem Kind, sich sicher zu fühlen.
4. Zeit, Zuwendung und Struktur
Hyperaktive Kinder benötigen besonders viel Geduld und bisweilen Sturheit, aber auch Liebe und Zuwendung der Erwachsenen. Deshalb: Besonders viel Zeit für das Kind nehmen!
Einen strukturierten Tagesablauf für das Kind erstellen - je nach Alter auch mit ihm gemeinsam -, an dem es sich orientieren kann. Der Plan enthält z.B. Zeiten für Hausaufgaben, Mithilfe im Haushalt, Freizeit im Freien, Fernseh- oder PC-Zeiten.
5. Bewegung und Entspannung
Täglich die Möglichkeit zur körperlichen Bewegung geben - möglichst im Freien. Das gibt dem Kind die Chance, sich auszutoben, laut zu sein und Dampf abzulassen.
Kind und Eltern sollten Entspannungsübungen erlernen und durchführen, damit
- das Kind lernt, innere Ruhe zu finden, was die Voraussetzung für konzentriertes Arbeiten ist und
- die Eltern lernen, trotz des anstrengenden Kindes ruhig zu bleiben und Frustrationen abzubauen.
6. Selbsthilfe und Beratung
Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen für ADS/ADHS finden Sie bei Adressen mit dem Suchwort "ADHS".
* ADHS wird der Einfachheit halber als Sammelbegriff für ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) und ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom) verwendet.
7. Verwandte Links
Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom
Letzte Aktualisierung am 08.12.2009 Redakteur/in: Manfred Hägele
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