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ADHS > Wohnen

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Menschen mit ADHS* fällt es in der Regel schwer, sich zu konzentrieren oder Eindrücke zu filtern, deshalb sind Rückzugsmöglichkeiten wichtig. Für Kinder mit starker Hyperaktivität muss die Wohnung gegebenenfalls angepasst werden. Vermutet werden auch Zusammenhänge zwischen ADHS und dem Messie-Syndrom.

 

2. Rückzugsmöglichkeitenzum Inhaltsverzeichnis

Beengte Wohnverhältnisse können die Symptomatik eines ADHS*-Patienten ungünstig beeinflussen. Deshalb ist es wichtig, dass Betroffene auch in einer kleinen Wohnung eine Rückzugsmöglichkeit haben und dass es ein Zimmer gibt, in dem der ADHS-Betroffene ungestört allein sein darf. Dieser Raum sollte möglichst von den Familiengeräuschen, von Radio- oder Fernsehlärm abgeschirmt sein, um Reizüberflutung zu verhindern. Besonders wichtig ist diese Rückzugsmöglichkeit für Kinder zum Lernen oder um Ruhe zu finden.

 

3. Verletzungsgefahr bei hyperaktiven Kindernzum Inhaltsverzeichnis

Da hyperaktive Kinder sich oft sehr schnell und unkontrolliert bewegen und dadurch häufiger Dinge herunterwerfen oder einfach umrennen, stellt sich die Frage, ob man die Wohnung entsprechend gestaltet, um Verletzungen des Kindes zu vermeiden. Gegenstimmen meinen, dass auch ADHS-Kinder lernen müssen, mit Gefahren umzugehen und sich umsichtig zu bewegen - im Extremfall lernen sie aus Fehlern und Unfällen. Eltern sollten diese Argumente angesichts des Temperamentes ihres Kindes individuell gegeneinander abwägen.

 

4. Messie-Syndromzum Inhaltsverzeichnis

Als Messie-Syndrom wird eine extreme Sammeltätigkeit bezeichnet, oder eine absolute Unfähigkeit, Dinge wegzuwerfen. Betroffenen fehlt oft die Fähigkeit, Wertvolles von Wertlosem zu unterscheiden, oder Prioritäten zu setzen. Es gibt verschiedene Ausprägungen und Ursachen dafür, und das Krankheitsbild ist unter Experten noch starkt diskutiert. Aber es gibt Hinweise, dass ADHS- und Messie-Syndrom ähnliche Ursachen mit Blick auf die Hirnfunktion haben könnten, z.B. Defizite bei der Selbstregulation oder bei ausführenden (exekutiven) Funktionen.

 

Betroffene ADHS-Patienten sind meist unfähig, ein Mindestmaß an Ordnung zu halten. Es fällt ihnen schwer, Notwendiges konsequent zu erledigen, z.B. den Müll zu entsorgen, oder für bestimmte Dinge einen Platz festzulegen, wo sie hingehören und auch wiedergefunden werden, z.B. Schriftverkehr. Die Betroffenen leiden zwar oft unter dem "Chaos in der Wohnung", aber sie wissen nicht, wie sie es dauerhaft beherrschen sollen.

 

Druck und Ermahnungen bringen meist nichts. Besser ist es, einem Betroffenen verständnisvolle Hilfe anzubieten. Manche Patienten berichten, es helfe schon, wenn jemand da sei und das Ordnung schaffen mit Worten begleite.

 

* ADHS wird der Einfachheit halber als Sammelbegriff für ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) und ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom) verwendet.

 

5. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Wohngeld

Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom

ADHS > Behandlung bei Kindern

ADHS > Ernährung

ADHS > Erziehung

ADHS > Pflege

 

 

Letzte Aktualisierung am 11.06.2014   Redakteur/in: Manfred Hägele

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