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ALS > Hilfsmittel

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

ALS führt zur Lähmung von immer mehr Muskeln. Hilfsmittel helfen dem Patienten, so lange wie möglich selbstständig zu leben. Hilfsmittel gibt es vor allem für die Bereiche Kommunikation, Atmung und Mobilität.

 

2. Grundsätzlicheszum Inhaltsverzeichnis

ALS-Patienten brauchen in der Regel sehr spezielle Hilfsmittel. Unbedingt zu empfehlen ist deshalb, sich vorher über geeignete Hilfsmittel zu informieren, sich beraten zu lassen und die Hilfsmittel, wenn möglich auch zu Hause, auszuprobieren. Beratung erhält man von Therapeuten (Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden), Ärzten und Sanitätshaustechnikern bzw. Medizinprodukteberatern.

 

Sehr hilfreich sind zudem Erfahrungen und Tipps aus Selbsthilfegruppen. Kontakte vermitteln:

 

Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e.V. (DGM)
Bundesgeschäftsstelle: Im Moos 4, 79112 Freiburg
Telefon 07665 9447-0
Fax 07665 9447-20
info@dgm.org
externer Linkwww.dgm.org/
Beratung und Angebote unter externer Linkhttps://www.dgm.org/beratung-angebote

 

Deutsche Muskelschwund-Hilfe e.V.
Alstertor 20, 20095 Hamburg
Telefon 040 323231-0
Fax 040 323231-31
info@muskelschwund.de
externer Linkwww.muskelschwund.de 

 

Für die Kostenübernahme ist die Krankenkasse zuständig. Näheres unter Hilfsmittel.

 

3. Kommunikationshilfenzum Inhaltsverzeichnis

ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) führt aufgrund fortschreitender Lähmungen zu Problemen beim Schreiben und Sprechen.
Näheres zum Krankheitsverlauf unter ALS > Allgemeines

 

Beim Schreiben hilft die Umstellung auf Druckschrift. Schreibhilfen verdicken die Griffe und erleichtern so das Halten.

 

Für Patienten, die aufgrund der Lähmung nicht mehr sprechen können, gibt es Kommunikationshilfen, die eine Verständigung mit den Mitmenschen ermöglichen. Sie sind im Hilfsmittelkatalog unter den Produktgruppen 2 "Adaptionshilfen" und 16 "Kommunikationshilfen" zusammengefasst.

Einfache Hilfen sind hier Tafeln mit Buchstaben oder Worten, auf die der Patient zeigt. Sie ermöglichen zwar nur eine reduzierte Kommunikation, sind aber nicht von technischen Störungen bedroht und praktisch überall einsetzbar.

Stark entwickelt haben sich in den letzten Jahren elektronische Kommunikationshilfen. Sprachausgabegeräte (mit Comupterstimme oder Display) sind über Tasten bedienbar oder, wenn der Patienten keine Tasten mehr bedienen kann, über Sensoren, die Impulse von funktionierenden Muskeln bekommen. Normale PCs oder Laptops können mit Zusatzgeräten und/oder Programmen für die Kommunikation von ALS-Patienten aufgerüstet werden. Hier gibt es eine große Bandbreite, z.B. Geräte und Sensoren, die die herkömmliche Bedienung über Maus und Tastatur ersetzen. In der Regel trägt die Krankenkasse nur die Kosten für diese zusätzlichen Hilfsmittel, nicht für den PC an sich.

 

4. Inhalations- und Atemtherapiegerätezum Inhaltsverzeichnis

Bei ALS nimmt die Kraft der Atemmuskulatur immer weiter ab. Beatmungsgeräte können die Atmung unterstützen bzw. ersetzen. Eine optimale Beatmungstherapie kann das Leben von ALS-Patienten verlängern und die Lebensqualität verbessern. Die Beatmung verhindert eine Sauerstoffunterversorgung. Da die Symptome der Atemschwäche zu Krankheitsbeginn häufig nachts auftreten, fühlen sich Patienten tagsüber oft schlapp und müde und leiden unter starken Kopfschmerzen. Eine Maskenbeatmung kann dies verhindern, die Maske sollte auf Maß anpassbar sein. Im späteren Verlauf kann eine Dauerbeatmung angebracht sein.

Auch bei Produktgruppe 14 des Hilfsmittelkatalogs, den "Inhalations- und Atemtherapiegeräten", gibt es eine große Bandbreite unterschiedlicher Techniken und Geräte. Diese Möglichkeiten sollten unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

 

In Wechselwirkung mit der Atmung steht oft zäher Schleim, der in der Lunge bleibt. Um dem vorzubeugen, eine Verflüssigung zu fördern oder zum Absaugen gibt es verschiedene Hilfsmittel, z.B.: tragbare Absauggeräte, Luftbefeuchter, Vernebler oder mechanische Insufflatoren/Exsufflatoren.

 

5. Hilfsmittel für Alltag und Mobilität zum Inhaltsverzeichnis

Bei etwa der Hälfte der Patienten beginnt die ALS an den Händen. Als Hilfsmittel können Greifhilfen für Gläser und Besteck die Selbstständigkeit beim Essen erhalten. Beim Lesen hilft ein Blattwendegerät.

 

Der Übergang vom Fußgänger zum Rollstuhlfahrer ist für viele Patienten eine belastende Veränderung. Doch die Auswahl und die Benutzung eines Rollstuhls sollte ungedingt rechtzeitig in Angriff genommen werden, da er die Kräfte schont und Mobilität und soziale Kontakte aufrecht erhalten hilft. Die Auswahl des geeigneten Rollstuhls ist schwierig. Einerseits soll er klein und wenig, andererseits soll er bequem für längeres Sitzen sein. Bei ALS sollte auf die spätere Umrüstbarkeit auf einen elektrischen Antrieb geachtet werden. Wenn regelmäßig Treppen begangen werden müssen, helfen Lifter, die mit dem Rollstuhl verbunden werden.  Wenn die Nackenmuskulatur stark nachlässt, hilft eine Halskrause oder ein Nackenpolster am Rollstuhl, Letzteres gegebenenfalls mit einem Stirnband.

 

Wenn das Aufstehen schwieriger wird, helfen mobile Katapultsitze, elektrische Aufrichtstühle, Toilettensitzerhöhungen oder WC-Lifter. Aufrichthilfen gibt es auch eingebaut in Rollstühle, damit man hochgelegene Dinge erreicht.

 

Für das Bad gibt es Ein- und Ausstieghilfen für die Badewanne in Form von schwenkbaren Sitzen oder Liftern.

 

Bei bettlägerigen Patienten erleichtern ein höhenverstellbares Bett und/oder ein Personenlifter die Pflege. Diese Hilfsmittel zählen zu den Pflegehilfsmitteln

 

6. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)

ALS > Allgemeines

ALS > Behandlung

ALS > Mobilität

ALS > Pflege

ALS > Schwerbehinderung

Logopädie

 

Redakteurin: Anja Wilckens

 

Letzte Aktualisierung am 15.10.2017   Redakteur/in: Anja Wilckens

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