Abschiednehmen mit Kindern
Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1. Abschiednehmen mit Kindern
Kinder sollten die Gelegenheit bekommen, Abschied von sterbenden oder toten Angehörigen zu nehmen und altersgerecht in die Vorgänge einbezogen werden.
2. Sterbephase
Wenn Angehörige im Sterben liegen, sollte man die Kinder mitnehmen, wenn es geht auch mehrmals. Man sollte ihnen erklären, wie krank z.B. der Opa ist, warum er nicht mehr aufstehen kann, warum der Monitor piepst, warum der Schlauch in seine Adern führt, u.s.w. Das Kind schonend darauf vorbereiten, dass der Kranke nicht mehr lange leben wird.
3. Aufbahrung
Die offene Aufbahrung zu Hause, im Leichenhaus oder beim Bestatter ist eine wichtige und später durch nichts zu ersetzende Gelegenheit, vom Toten Abschied zu nehmen. Diese Gelegenheit sollten auch Kinder bekommen. Kinder dürfen den Toten berühren, wenn sie das wollen - so be"greifen" sie, was leblos/tot bedeutet. Die Angst vor Leichengift ist in den ersten Tagen vollkommen unbegründet.
4. Besuch des Seelsorgers
Zur Besprechung der Trauerfeier den Seelsorger zu sich nach Hause bitten. Das gibt dem Seelsorger die Gelegenheit, die Familie in ihrem natürlichen Umfeld kennen zu lernen und sich darauf einzustellen. Die betroffene Familie hat keinen zusätzlichen Stress mit der Suche nach Kinderbetreuern und die Kinder können beim Gespräch dabei sein, dazukommen oder wieder weggehen - ganz so, wie sie es wollen.
5. Trauerfeier und Bestattung
Kinder mitnehmen und ihnen (möglichst vorher) Schritt für Schritt erklären, was passieren wird. Das setzt natürlich voraus, dass auch die Erwachsenen das wissen. Bestatter und Seelsorger können hier alle Auskünfte geben. Wenn ein Kind nicht mit zur Bestattung will, sollte es ermuntert werden, z.B. einen Brief zu schreiben oder ein Bild zu malen, das dem Verstorbenen in den Sarg mitgegeben wird.
6. Gottesdienste
Beim gemeinsamen Besuch des Trauergottesdienstes hängt sehr viel davon ab, welche religiösen Vorerfahrungen das Kind hat. Kinder, die anlässlich einer Trauerfeier erstmals einen Gottesdienst besuchen, haben einen sehr hohen Erklärungsbedarf. Manche liturgische Formulierung ist für sie unverständlich und sie fragen nach vielen Details.
7. Grab und Friedhof
Wenn es ein Grab zu pflegen gibt, darf auch hier das Kind mitgenommen werden, wenn es mitgehen möchte. Bei Fragen sollte darauf geachtet werden, dass keine beängstigenden Vorstellungen entstehen, die das Kind auf sich überträgt, z.B.: "eingesperrt im Sarg", "lebendig begraben", "allein im Dunkeln".
8. Verwandte Links
Trauer > Umgang mit Kinderfragen
Letzte Aktualisierung am 25.03.2011 Redakteur/in: Sabine Bayer
Bewerten Sie die obigen Informationen (Schulnoten-System)












