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1. Das Wichtigste in Kürze
Rund 20.000 Substanzen können Allergien auslösen. Schätzungen zufolge werden lediglich 10 % der Betroffenen adäquat behandelt. Dadurch kann es zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen kommen.Zur besseren Bestimmung einer Allergie sollten Betroffene ein sogenanntes Allergietagebuch führen. Die Kosten für viele antiallergische Medikamente müssen Patienten selbst tragen.
2. Kurzinfo zur Krankheit
Als Allergie wird eine überschießende und unerwünscht starke Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte und in der Regel harmlose Substanzen bezeichnet. Der Körper reagiert mit Entzündungszeichen und bildet Antikörper gegen bestimmte körperfremde Stoffe, z.B. chemische Substanzen, Pollen, Nahrungsmittel und viele andere. Schätzungen zufolge gibt es um die 20.000 Substanzen, die Allergien auslösen können. Dabei ist es die Reaktion des Körpers, die krank macht, nicht der im Grunde harmlose Stoff.
3. Formen allergischer Erkrankungen
Allergien werden durch unterschiedlichste Stoffe ausgelöst und haben verschiedene Ausdrucksformen wie Schnupfen, Asthma und Ekzeme bis hin zum allergischen Schock. Unterschieden werden folgende Allergieformen:
- Inhalationsallergie
Die allergische Reaktion wird durch Einatmen von Staub ausgelöst, z.B. Pollen, Hausstaub etc. - Nahrungsmittelallergie
Durch Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel hervorgerufene Allergie, z.B. durch Milcheiweiß, Nüsse, bestimmte Obstsorten, Kuhmilch, Glutamat etc. - Arzneimittelallergie
Allergische Reaktion auf bestimmte Medikamente, unabhängig von der Darreichungsform. Am häufigsten löst Penicillin allergische Reaktionen aus. - Insektengiftallergie
Allergische Reaktion nach Insektenstichen. - Parasitäre oder mikrobielle Allergie
Durch Virusinfektionen, Bakterien oder auch Parasiten hervorgerufene Reaktion. - Kontaktallergie
Durch Hautkontakt mit dem allergenen Stoff hervorgerufene Reaktion, z.B. durch Kosmetika, Metalle (vor allem Nickel), Kunststoffe, Gummi, Weichspüler und Chemikalien.
4. Verbreitung
In Deutschland rechnet man derzeit mit 24 bis 32 Millionen Allergie-Betroffenen. Allergien sind keine Bagatellerkrankungen, sondern stellen neben den individuellen Einschränkungen für den Patienten auch eine enorme volkswirtschaftliche Belastung dar. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität des Betroffenen, haben Auswirkungen auf sein soziales Leben und können zu Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bis hin zur Arbeitsunfähigkeit führen. Es wird davon ausgegangen, dass ein großer Teil der Betroffenen seine Erkrankung bagatellisiert. Schätzungen zufolge werden lediglich ca. 10 % der Betroffenen adäquat behandelt. Durch diese Nichtbehandlung kann es zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen kommen. So sollen 40 % der Menschen mit unbehandeltem allergischen Schnupfen später ein allergisches Asthma entwickeln.
Hintergrundinformationen zu "
Allergien im Ost-West-Vergleich" als Download.
5. Allergietagebuch
Betroffene sollten ein sogenanntes Allergietagebuch führen. Dort können sie in einem Beschwerdeprotokoll alle Beschwerden und die Begleitumstände aufführen sowie durchgeführte Untersuchungen und Therapieversuche dokumentieren. Die Dokumentation dient der Einbindung des Patienten in die Behandlung des Arztes. Nach und nach entsteht so eine ausführliche Krankengeschichte, die auch bei einem Arztwechsel, bei Krankenhaus- und Rehaklinkaufenthalten wichtige Informationen liefert.
6. Kostenübernahme von Anti-Allergika
Im Zuge der Gesundheitsreform 2004 kam es zum Ausschluss von rezeptfreien Medikamenten als Kassenleistung, darunter fielen auch viele Anti-Allergika. Sie stehen zwar der Eigenbehandlung immer noch zur Verfügung, allerdings muss der Patient selbst die Kosten tragen.
Lediglich
- Antihistaminika bei schwerwiegenden Formen allergischen Schnupfens und
- Harnstoff-Präparate bei Ichthyosen (Gruppe seltener, generalisierter, erblicher Verhornungsstörungen der Haut)
werden von den Krankenkassen übernommen.
Über diese Gruppen hinaus zahlt aber auf jeden Fall der Patient selbst die rezeptfreien Medikamente, und das ab dem vollendeten 12. Lebensjahr. Das führt in manchen Fällen dazu, dass Patienten auf Kosten der Gesundheit sparen und notwendige Mittel nicht mehr einnehmen. Dies kann jedoch eine Verschlimmerung der Beschwerden zur Folge haben. Es ist deshalb darauf zu achten, dass ärztlich empfohlene Medikamente auf jeden Fall eingenommen werden.
7. Psychosoziale Hilfen für Betroffene und Angehörige
Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen für Allergien finden Sie bei Adressen mit dem Suchwort "Allergien".
8. Verwandte Links
Letzte Aktualisierung am 04.12.2009 Redakteur/in: Lydia Schrupp














