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Ambulante Familienpflege

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Ambulante Familienpflege soll die Betreuung und Versorgung von Kindern bis zum 14. Geburtstag in Notsituationen sicherstellen. Die Betreuung erfolgt im elterlichen Haushalt. Zuständig ist das Jugendamt. Voraussetzung ist, dass der Antrag auf Haushaltshilfe von der Krankenkasse abgelehnt wurde. Einen Rechtsanspruch auf ambulante Familienpflege gibt es nicht.

 

2. Voraussetzungenzum Inhaltsverzeichnis

Voraussetzungen für die ambulante Familienpflege des Jugendamtes sind:

  • Das im Haushalt lebende Kind ist unter 14 Jahre alt.
  • Der Elternteil, der die überwiegende Betreuung des Kindes übernommen hat, fällt aus gesundheitlichen oder anderen zwingenden Gründen (z.B. Pflegebedürftigkeit, Teilnahme an Bildungsmaßnahmen für die beabsichtigte Aufnahme einer Berufstätigkeit, Inhaftierung, Todesfall) aus.
  • Der andere Elternteil ist wegen berufsbedingter Abwesenheit nicht in der Lage, die Betreuung und Versorgung des Kindes wahrzunehmen.
  • Die Hilfe ist für das Wohl des Kindes erforderlich.
  • Betreuung und Versorgung in Kindertagesstätten oder als Tagespflege von Kindern reichen nicht aus.
  • Die Krankenkasse bewilligt keine oder nur eine teilweise Haushaltshilfe.

 

2.1. Vorrang der Haushaltshilfe

Die Haushaltshilfe als Leistung der Krankenversicherung ist vorrangig. Bei Hilfebedarf wegen gesundheitlicher Einschränkungen muss zuerst die Haushaltshilfe bei der Krankenkasse beantragt werden. Nur wenn dieser Antrag abgelehnt oder nur teilweise bewilligt wird, kann ambulante Familienpflege beim Jugendamt beantragt werden. 

 

3. Umfangzum Inhaltsverzeichnis

Zur Betreuung und Versorgung der Kinder zählen:

  • Säuglingspflege/Altersgemäße Kinderpflege
  • Sicherstellung der Wahrnehmung von Terminen, des Schulbesuchs, von Freizeitaktvitäten etc.
  • Aufsicht über die Erledigung der Hausaufgaben, Kontrolle der Schularbeiten
  • Unterstützung bei psychischen Belastungen
  • Altersgemäßge Beschäftigung/Spiel
  • Zubereitung der Mahlzeiten, Ernährung des Kindes
  • sonstige Haushaltsführung, z.B. Einkauf, Wäschepflege, Haus- bzw. Wohnungspflege 

 

4. Kostenzum Inhaltsverzeichnis

Die Kosten der ambulanten Familienpflege trägt das Jugendamt.

 

5. Praxistippszum Inhaltsverzeichnis

  • Ist eine ambulante Familienpflege im elterlichen Haushalt nicht möglich, z.B. wenn sich für bestimmte Zeiten kein Familienpfleger finden lässt, kann beim Jugendamt ausnahmsweise eine Fremdunterbringung in einer Pflegefamilie oder einem Heim beantragt werden, Näheres unter Vollzeitpflege.
  • Eine Broschüre mit Informationen zur ambulanten Familienpflege vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin können Sie herunterladen unter externer Linkhttps://www.paritaet-berlin.de/presse/publikationen.html#c1569.

 

6. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Auskünfte erteilt das Jugendamt.

 

7. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Jugendamt

Haushaltshilfe

Tagespflege von Kindern

Heimerziehung

Betreuung kranker Kinder

 

Gesetzesquelle: § 20 SGB VIII

Redakteurin: Sabine Bayer

 

Letzte Aktualisierung am 26.10.2017   Redakteur/in: Sabine Bayer

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