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Arbeitsunfähigkeit

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Wer seinen Beruf aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht oder nur unter Gefahr der Verschlimmerung des Zustands weiter ausüben kann, gilt als arbeitsunfähig. Bei einer Arbeitsunfähigkeit ist der Arbeitnehmer verpflichtet, seinen Arbeitgeber sofort zu informieren, eine ärztliche Bescheinigung muss er spätestens nach 3 Tagen, d.h. am 4. Tag der Erkrankung, vorlegen.

 

2. Allgemeineszum Inhaltsverzeichnis

Arbeitsunfähigkeit (AU) ist ein durch Krankheit oder Unfall hervorgerufener regelwidriger Körper- oder Geisteszustand, aufgrund dessen der in der Kranken- und Unfallversicherung Versicherte seine bisherige Erwerbstätigkeit nicht oder nur unter Gefahr der Verschlimmerung des Zustands weiter ausüben kann. Die AU ist Voraussetzung für Entgeltfortzahlung und Krankengeld oder Verletztengeld.

 

3. Lückenlosigkeitzum Inhaltsverzeichnis

Es ist sehr wichtig, lückenlos - auch am Wochenende - krankgeschrieben zu sein, sonst können in der Folge Nachteile entstehen. Lückenlos heißt, dass eine erneute Krankschreibung am selben Tag erfolgt, an dem die vorhergehende Krankschreibung endet. Deshalb ist es z.B. bei voraussichtlichem Andauern der Krankheit übers Wochenende auch notwendig, eine neue Krankschreibung für die Wochenendtage spätestens am Freitag zu besorgen (§ 46 Nr. 2 SGB V). Eine Rückdatierung wird nicht anerkannt. Ausnahmen werden lediglich gemacht, wenn der Patient am betreffenden Tag nicht handlungs- oder geschäftsfähig (Geschäftsfähigkeit) ist, z.B. bei Koma oder akuter Psychose.

 

4. Mitteilungspflichtzum Inhaltsverzeichnis

Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und die voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen, telefonische Mitteilung genügt. Dauert die AU länger als 3 Kalendertage, muss der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung (Attest) über die AU und die voraussichtliche Dauer spätestens am darauf folgenden Arbeitstag vorlegen (§ 5 EntgeltfortzahlungsG). Der Arbeitgeber kann aber jederzeit verlangen, dass die AU-Bescheinigung bereits am ersten Tag der Erkrankung vorzulegen ist. Die 1-Tag-Regelung kann auch nur einzelne Arbeitnehmer betreffen. Das wurde vom Bundesarbeitsgericht im Urteil vom 14. November 2012 (5 AZR 886/11) ausdrücklich bestätigt.

 

5. Inhalt der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungzum Inhaltsverzeichnis

Der behandelnde Arzt stellt eine AU-Bescheinigung in doppelter Ausfertigung aus, die der Patient unverzüglich weiterleitet:

  1. Das Original (mit Diagnose) geht an die Krankenkasse.
  2. Der Durchschlag (ohne Diagnose) geht an den Arbeitgeber.

Die AU-Bescheinigung(en) des Arztes muss/müssen vom ersten Tag der Erkrankung an lückenlos sein.

Die AU-Bescheinigung gilt als Nachweis der AU. Sowohl Arbeitgeber als auch Krankenkasse sind zunächst an die AU-Bescheinigung gebunden. Bestehen Zweifel an der AU, hat die Krankenkasse die Möglichkeit, den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) einzuschalten. Auch der Arbeitgeber kann sich bei Zweifeln an die Krankenkasse wenden, damit diese den MDK einschaltet.

 

6. AU länger als 6 Wochenzum Inhaltsverzeichnis

Ab der 7. Krankheitswoche übersendet die Krankenkasse dem Arbeitgeber eine Verdienstbescheinigung, in welche dieser die für die Berechnung des Krankengelds notwendigen Angaben einträgt. Außerdem erhält der Arbeitnehmer von der Krankenkasse einen sogenannten Auszahlschein, auf dem der Arzt das Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit bestätigt.

 

6.1. AU im Ausland

Bei Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen ausländischer Ärzte kann die Krankenkasse den MDK heranziehen. Die Krankenkasse ist jedoch an die Feststellung der AU-Bescheinigung durch den Versicherungsträger eines EU-Landes gebunden, wenn die Krankenkasse nicht von der Möglichkeit Gebrauch macht, den Versicherten von einem Arzt ihrer Wahl untersuchen  zu lassen.

 

7. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Entgeltfortzahlung

Krankengeld

Verletztengeld

Stufenweise Wiedereingliederung

Arbeitslosengeld bei Arbeitsunfähigkeit

 

Gesetzesquelle(n) 

EntgFG § 5

 

Letzte Aktualisierung am 03.11.2014   Redakteur/in: Jürgen Wawatschek

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