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Arznei- und Verbandmittel

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Wenn ein Arzt Arznei- oder Verbandmittel verschrieben hat, werden die Kosten in der Regel von der Krankenkasse oder anderen Versicherungsträgern bezahlt. Krankenkassenmitglieder müssen allerdings für viele Arzneimittel Zuzahlungen in Höhe von 10 % des Abgabepreises leisten, mindestens 5 € und höchstens 10 €. Aufgrund verschiedener Bestimmungen kann es aber auch eine Befreiung von der Zuzahlung geben.

 

2. Was sind Arzneimittelzum Inhaltsverzeichnis

(§ 2 AMG)

Arzneimittel sind Substanzen, deren bestimmungsgemäße Wirkung darin liegt, Krankheitszustände zu heilen oder zu bessern.

Nicht darunter fallen:

  • Substanzen, die dem allgemeinen Lebensbedarf dienen und deren objektiver Zweck nicht in der Einwirkung auf einen Krankheitszustand liegt
  • Empfängnisverhütungsmittel (Schwangerschaftsverhütung)
  • Ballaststoffe (Leinsamen, Weizenkleie etc.)
  • Kosmetische Mittel und Mittel zur Körperpflege

 

2.1. Richtlinien

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat zur Verordnung von Arzneimitteln sogenannte Arzneimittel-Richtlinien/AMR erstellt. Diese Richtlinien können Sie unter externer Linkwww.g-ba.de/informationen/richtlinien/3 downloaden. 

 

3. Was sind Verbandmittelzum Inhaltsverzeichnis

Verbandmittel sind Gegenstände, die dazu bestimmt sind, an der Oberfläche geschädigte Körperteile zu bedecken, Körperflüssigkeiten aufzusaugen und der Anwendung von Arzneimitteln zu dienen.

 

4. Kostenübernahme zum Inhaltsverzeichnis

Die Kosten für Arznei- und Verbandmittel werden von der Krankenkasse, dem Rentenversicherungsträger und dem Unfallversicherungsträger übernommen, wenn der Arzt die Mittel auf Kassenrezept verschrieben hat. In Einzelfällen tritt die Krankenhilfe des Sozialhilfeträgers für die Kosten ein.

Näheres unter Arznei- und Verbandmittel > Kostenübernahme 

 

5. Zuzahlung und Zuzahlungsbefreiungzum Inhaltsverzeichnis

Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, müssen für viele Arzneimittel Zuzahlungen in Höhe von 10 % des Abgabepreises des verordneten Arznei- oder Verbandmittels bezahlen, mindestens 5 € und höchstens 10 €, umgangssprachlich oft als "Rezeptgebühr" bezeichnet.

Es gibt aber auch Zuzahlungsbefreiungen unter verschiedenen Voraussetzungen und Bedingungen: für bestimmte Arzneimittel, für bestimmte Patienten oder für bestimmte Krankenkassen.

Gibt es für das Arzneimittel einen Festbetrag, dann richtet sich die Zuzahlung nach diesem.

Näheres unter Arznei- und Verbandmittel > Zuzahlung und Befreiung

 

6. Praxistippszum Inhaltsverzeichnis

  • Für Patienten lohnt es sich, aktiv nach billigeren Alternativen zu fragen, da sich die Höhe der Zuzahlung nicht mehr pauschal nach der Packungsgröße, sondern nach dem individuellen Preis des Arzneimittels richtet, und weil bestimmte Arzneimittel ganz zuzahlungsfrei sein können.
  • Die Preise für nicht verschreibungspflichtige Arzneien und Produkte sind nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben, sondern unterliegen dem freien Wettbewerb. Die Apotheker legen den Preis individuell fest.

 

7. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Individuelle Auskünfte erteilt der jeweils zuständige Sozialversicherungsträger: Meist die Krankenkassen, aber auch Rentenversicherungsträger, Unfallversicherungsträger oder das Sozialamt.

 

8. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Zuzahlungsbefreiung Krankenversicherung

Zuzahlungsbefreiung für chronisch Kranke

Zuzahlungen Krankenversicherung

Hilfsmittel

Heilmittel

 

Gesetzesquellen: § 31 SGB V - § 15 SGB VI i.V.m. § 42 SGB IX - § 29 SGB VII

Redakteurin: Ines Grocki

 

Letzte Aktualisierung am 16.11.2017   Redakteur/in: Ines Grocki

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