Springe direkt zu: Inhalt, Suche.

betaCare

Nach dem Tod > Abschied nehmen

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Der tatsächliche Tod ist für viele Angehörigen ein Schock. Es kann helfen, sich Zeit mit dem Verstorbenen zu nehmen oder beim abschließenden Richten des Verstorbenen mitzuhelfen. Bis zur Bestattung ist der Tote meist im verschlossenen Sarg. Eine offene Aufbahrung erleichtert das Begreifen des Todes und den Abschied. Bewusstes Abschiednehmen ist wichtig für die weitere Trauer. Bei der Trauerfeier wird gemeinsam Abschied genommen.

 

2. Als Angehörige mithelfenzum Inhaltsverzeichnis

Obwohl der Tod meist nicht überraschend und plötzlich eintritt, befinden sich viele Angehörige erst einmal in einem Schockzustand. Sie sind oft noch nicht in der Lage, das Ende richtig zu realisieren. Es kann dann eine große Hilfe sein, wenn sie beim abschließenden Richten des Verstorbenen mithelfen können. Dabei sollten sie immer Wünsche des Verstorbenen sowie ihre eigenen Bedürfnisse berücksichtigen. Mehrere Angehörige sollten Rücksicht auf den/die nächsten Angehörigen nehmen.

 

Bei folgenden Verrichtungen können Angehörige helfen:

  • Augen schließen.
  • Leichnam noch einmal waschen. In muslimischen Familien ist es die Regel, dass Angehörige den Toten waschen.
  • Gebiss einsetzen.
  • Haare noch einmal schön kämmen.
  • Schmutzige Wäsche entfernen.
  • Möglichst mit dem Arzt klären, ob Katheter entfernt werden dürfen und welche Kleidung dem Verstorbenen angezogen werden kann. Der Arzt muss beim Toten die Leichenschau am unbekleideten Körper durchführen können. Das ist frühestens nach Eintritt der sicheren Todeszeichen (etwa nach 2 bis 6 Stunden) möglich und das Entkleiden bei eingetretener Leichenstarre ist sehr schwierig.
    Bei der Wahl der Kleidung ist darauf zu achten, dass sie dem Toten entspricht oder dass er sie gerne getragen hat.
  • Mund schließen indem das Kinn etwas unterlegt wird.

 

3. Atmosphäre schaffen, entschleunigenzum Inhaltsverzeichnis

Nach dem Tod ist Zeit. Folgende Anregungen gelten immer nur, wenn das persönliche Bedürfnis danach besteht.

  • Zeit nehmen: für Trauer, für Abschied, für Gefühle, für Gebete etc.
  • Etwas Ruhe gönnen für Trinken oder Essen zur Stärkung oder auch eine kleine Pause.
  • Eine stille und friedvolle Atmosphäre schaffen. Eine Kerze anzünden.
  • Störende Pflegematerialien, die um das Bett oder im Bett liegen (z.B. Waschutensilien oder Lagerungskissen) entfernen.
  • Unterstützung von Seelsorge und Trauerbegleitern holen.
  • Nachgespräche mit Arzt oder Pflegepersonal führen.
  • Eine erste kleine Abschiedsfeier organisieren, vor allem für die Menschen, die in der letzten Phase eng dabei waren: Angehörige, Pflegekräfte, Ärzte, Mitbewohner, Seelsorger etc.

 

4. Bedeutung eines bewussten Abschiedszum Inhaltsverzeichnis

Trauer ist das Gefühl in uns, wenn wir von etwas Abschied nehmen müssen. Abschied muss man nehmen, Betonung auf "Nehmen" als einer aktiven, bewussten Tätigkeit. Die Aktivitäten nach dem Tod, bei der Trauerfeier und Bestattung sind Hilfen zum Abschied nehmen. Rituale, eine festgelegte äußere Form und die Gemeinschaft können im Chaos der ersten Trauer Halt geben.

 

Was vielen Trauernden im Nachhinein fehlt, ist der "geglückte Abschied". Wenn es gelingt, dass Trauernde einen geglückten Abschied zelebrieren, dann, so berichten Bestatter und Trauerbegleiter übereinstimmend, entstehen später weniger Probleme mit unbewältigter Trauer. Aus dieser Erkenntnis wächst mittlerweile das Bewusstsein, dass der Abschied vom Verstorbenen einer feierlichen und zugleich persönlichen Form bedarf, einer Form, die den Angehörigen hilft, sie trägt, hält und begleitet während der letzten Schritte mit dem Verstorbenen.

 

5. Aufbahrungzum Inhaltsverzeichnis

Die Aufbahrung in der Zeit von der Freigabe des Leichnams bis zur Bestattung erfolgt heute meistens im geschlossenen Sarg beim Bestatter oder in der Leichenhalle des Friedhofs.

 

5.1. Aufbahrungsraum

Aufbahrungsräume sind sehr unterschiedlich gestaltet.

  • Aufbahrungen erfolgen üblicherweise in den Leichenhallen der Friedhöfe.
  • Aufbahrungen können zu Hause stattfinden.
  • Stirbt ein Mensch im Krankenhaus oder im Pflegeheim, dann steht zumeist ein Aufbahrungs- oder Abschiedsraum zur Verfügung, in dem der Verstorbene aufgebahrt werden kann.
  • Vermehrt haben auch Bestatter Aufbahrungsräume.

 

5.2. Aufbahrung zu Hause

In den meisten Bundesländern ist es erlaubt, den Verstorbenen bis zu 36 Stunden zu Hause aufzubahren. Eine Aufbahrung zu Hause ist auch möglich, wenn der Mensch in einer Klinik oder in einem Pflegeheim gestorben ist. Die örtlichen Aufbahrungsfristen sind unterschiedlich, Auskünfte erteilt das jeweilige Ordnungsamt.

Bei einer Aufbahrung zu Hause können die Angehörigen und Freunde des Verstorbenen in vertrauter Umgebung Abschied nehmen. Es sollte ein separater Raum zur Verfügung stehen, der in diesen Tagen nicht gelüftet und nicht beheizt wird. Damit die Verwesung nicht zu schnell eintritt, sollte der Raum im Sommer gekühlt werden.

 

5.3. Offene Aufbahrung

Die offene Aufbahrung ermöglicht den Angehörigen, persönlich vom Verstorbenen Abschied zu nehmen. Sie können ihn noch einmal berühren, ihn auf die Stirn küssen und ihren Frieden mit dem Verstorbenen machen. Eine offene Aufbahrung kann hilfreich sein, um den Tod begreifbar zu machen. Dies ist meist der erste Schritt zum Abschied nehmen.

 

5.4. Totenwache

Angehörige und Freunde können beim Verstorbenen wachen. Das gibt die heute fast in Vergessenheit geratene Gelegenheit, sich zu verabschieden, über den Toten zu sprechen, Erinnerungen auszutauschen, die Trauerfeier zu planen und die Verteilung der Aufgaben zu regeln. Die Möglichkeit zur Totenwache besteht bei Aufbahrungen zu Hause und zunehmend bei Bestattern, die dafür entsprechende Räumlichkeiten und eine Zugangsmöglichkeit rund um die Uhr schaffen.

 

6. Trauerfeierzum Inhaltsverzeichnis

Eine Trauerfeier ist eine Gedenkzeremonie für den Verstorbenen bevor dieser bestattet wird. Sie soll allen Angehörigen, Freunden und Bekannten die Möglichkeit geben, noch einmal gemeinsam an den Verstorbenen zu denken und dann Abschied zu nehmen.

 

In der christlichen Tradition wird die Trauerfeier meist als Gottesdienst in der Kirche abgehalten. Immer häufiger gibt es weltliche Trauerfeiern außerhalb von Gotteshäusern.

 

Bei der Planung und Gestaltung der Trauerfeier helfen Pfarrer, Bestatter und/oder Trauerredner. Dabei sind die Wünsche des Verstorbenen immer zu respektieren, die nächsten Angehörigen sollten im Mittelpunkt stehen.

 

6.1. Elemente einer Trauerfeier

Die klassischen Elemente einer Trauerfeier sind:

  • Erinnerungen an den Verstorbenen
  • Musik
  • Begrüßung und Abschied
  • Trauerrede
  • Ritual
  • Bitten/Wünsche/Segen
  • Texte 

 

In Internet finden sich zahlreiche Hilfestellungen zur Organisation einer Trauerfeier, auch die Internetauftritte vieler regionaler Tageszeitungen bieten Checklisten und konkrete Anregungen, hier nur einige Links:

 

6.2. Leichenschmaus, Trauerkaffee

Leichenschmaus oder Trauerkaffee sind weit verbreitet und eine feste Einrichtung nach der Bestattung. Darunter versteht man das gemeinsame Essen oder Kaffeetrinken der Trauergemeinde.

 

7. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Trauer > Überblick

Todeszeichen

Nach dem Tod > Organisatorisches

Bestattungsformen und Bestattungsinstitute

Bestattungskosten Sozialhilfe

 

Redakteurin: Sabine Bayer

 

Letzte Aktualisierung am 02.09.2017   Redakteur/in: Sabine Bayer

Bewerten Sie die obigen Informationen (Schulnoten-System) 

1 (sehr gut) 6 (ungenügend)