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Beitragsbemessungsgrenzen Beitragssätze

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Arbeitnehmer, die über 450,- € im Monat verdienen, sind in der Regel sozialversicherungspflichtig. Ihre Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung zahlt zur Hälfte der Arbeitgeber. Bei geringfügig Beschäftigten zahlen die Arbeitnehmer nur einen Eigenanteil zur Rentenversicherung und der Arbeitgeber eine Pauschale. Bei Gutverdienern über der Beitragsbemessungsgrenze entfällt zum Teil die Versicherungspflicht (Krankenversicherung) und die Beiträge berechnen sich anhand der Beitragsbemessungsgrenze.

 

2. Beitragsbemessungsgrenzenzum Inhaltsverzeichnis

Die Beitragsbemessungsgrenzen werden vom Bundesarbeitsministerium jährlich neu festgesetzt. Sie sind abhängig vom Durchschnittseinkommen aller Versicherten. Einkommen über diesen Grenzen wird nicht für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge einbezogen.

 

Folgende Grenzen gelten 2017: 

  • Kranken- und Pflegeversicherung: 52.200,- € jährlich, 4.350,- € monatlich.
  • Renten- und Arbeitslosenversicherung: 76.200,-/68.400,- € (West/Ost) jährlich, 6.350,-/5.700,- € (West/Ost) monatlich.
  • Knappschaftliche Rentenversicherung: 94.200,-/84.000,- € (West/Ost) jährlich, 7.850,-/7.000,- € (West/Ost) monatlich.

 

3. Beitragssätzezum Inhaltsverzeichnis

Die monatlichen Beiträge zur Sozialversicherung werden weitgehend je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen. Sie richten sich nach dem Arbeitseinkommen des Versicherten - mit 2 Ausnahmen:

  • Geringfügig Beschäftigte
    Der Arbeitgeber zahlt im gewerblichen Bereich für geringfügig Beschäftigte (Minijob) eine Pauschale von 31,29 %. Diese setzt sich zusammen aus: 15 % Rentenversicherung, 13 % Krankenversicherung, 2 % Pauschalsteuern (Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer), 1,2 % Umlage zum Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit sowie bei Schwangerschaft und Mutterschaft (sogenannte Umlage U 1 und U 2) und 0,09 % Insolvenzgeldumlage.
    Der Arbeitnehmer zahlt 3,7 % als Aufstockung zur Rentenversicherung (18,7 %). Für Beschäftigte in privaten Haushalten gelten andere Regelungen, Näheres unter Minijob Geringfügige Beschäftigung.
  • Gutverdiener
    Wer mehr als die Beitragsbemessungsgrenze verdient, zahlt Beiträge, die sich maximal aus dieser Grenze berechnen. Einkommensteile darüber bleiben unberücksichtigt.

 

3.1. Krankenversicherung

Seit 1.1.2009 gibt es einen einheitlichen Beitragssatz für alle Versicherten. Seit 1.1.2011 beträgt dieser Beitragssatz 14,6 %. Davon übernimmt der Arbeitgeber 7,3 %, der Arbeitnehmer 7,3 %.

Der ermäßigte Beitrag in Höhe von 14,0 % gilt für freiwillig Versicherte, die keinen Anspruch auf Krankengeld haben, z.B. hauptberuflich Selbstständige.

 

Zusatzbeiträge

Die Krankenkassen können Zusatzbeiträge erheben. Einen Überblick bietet der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen unter externer Linkwww.gkv-spitzenverband.de > Krankenversicherung > Versicherten-Service > Krankenkassenliste. Versicherte haben bei Erhebung und Veränderung des Zusatzbeitrags ein Sonderkündigungsrecht. 

 

3.2. Pflegeversicherung

Beitragssätze:

  • 2,55 % für Versicherte mit Kindern, sowie für Personen, die vor dem 1.1.1940 geboren sind, für Kinder und Jugendliche unter 23 Jahren, für Bezieher von Arbeitslosengeld II , für Wehrdienstleistende und Bundesfreiwillige.
  • 2,8 % = erhöhter Beitrag für Kinderlose (2,55 % plus 0,25 %).
  • Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen jeweils die Hälfte des Beitragssatzes.
    Nur in Sachsen zahlt der Arbeitnehmer 1,775 bzw. 2,025 %, der Arbeitgeber 0,775 %.

 

3.3. Rentenversicherung

Beitragssatz: 18,7 %

 

3.4. Arbeitslosenversicherung

Beitragssatz: 3,0 %

 

4. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Informieren können in der Regel die Personalabteilungen des Arbeitgebers. Auskünfte erteilen zudem die jeweiligen Träger der Sozialversicherung: Krankenkassen oder die Rentenversicherungsträger.

 

5. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Krankenversicherung

Pflegeversicherung

Rentenversicherung

 

 

Letzte Aktualisierung am 03.01.2017   Redakteur/in: Ines Grocki

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