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Brustkrebs > Behandlung

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Die Brustkrebstherapie ist sehr individuell und wird Schritt für Schritt festgelegt. Grundsätzlich können Operation, Bestrahlung und Medikamente eingesetzt werden.

 

2. Allgemeineszum Inhaltsverzeichnis

Die Therapie von Brustkrebs erfolgt immer individuell und "Schritt für Schritt", d.h.: Über den nächsten Therapieschritt kann oft erst entschieden werden, wenn das Ergebnis des vorhergehenden vorliegt. Deshalb ist es nicht möglich, ein allgemeingültiges therapeutisches Vorgehen zu beschreiben. In dieser Übersicht werden deshalb nur die einzelnen Therapiemöglichkeiten kurz beschrieben.

 

2.1. Disease-Management-Programm

Brustkrebs ist eine der wenigen Erkrankungen, für die ein sogenanntes Disease-Management-Programm angeboten wird. Damit soll eine qualitativ hochwertige Behandlung systematisch sichergestellt werden. Näheres unter Disease-Management-Programme.

 

2.2. Kopien und Berichte

Für Patientinnen mit schweren (anderen) Erkrankungen ist es sinnvoll, einen Ordner mit Kopien ihrer wichtigen Gesundheits-Befunde anzulegen. Der Hausarzt/Gynäkologe kann Kopien der Vorbefunde dafür zur Verfügung stellen. Wenn die Patientin einen Überblick über Diagnosen und Therapie haben möchte, empfiehlt es sich, ein Kranken-Tagebuch zu führen.

Nach dem Krankenhausaufenthalt bzw. bei Therapieende sollte sich die Patientin eine Kopie des Krankenhausberichts und des Arztbriefs sowie ihre Röntgenbilder mitgeben lassen. Wichtig ist auch der ausgefüllte Tumorpass.

 

2.3. Überblick über die Behandlungsformen

Schon im Rahmen der Untersuchung kann ein relativ kleiner Eingriff erfolgen, bei dem Gewebeproben entnommen werden (Biopsie). Das Gewebe wird dann histologisch (feinstofflich) untersucht, um den Krebsverdacht zu klären.

Als neoadjuvante oder präoperative Therapie werden Therapien bezeichnet, die vor einer Operation erfolgen und in der Regel zum Ziel haben, den Tumor zu verkleinern. Meist sind dies Bestrahlungen oder medikamentöse Therapien.

Kern der Behandlung ist meist die Entfernung des Tumors mit einer Operation.

Als adjuvante (unterstützende) Therapie werden die anschließenden Therapieschritte bezeichnet, in der Regel Chemotherapie und Bestrahlung, seltener Antihormontherapie und molekularbiologische Therapie. Sie unterstützen die operative Therapie. In seltenen Fällen werden sie auch ausschließlich eingesetzt.

Nach der eigentlichen Behandlung kommt die Nachsorge, Näheres unter Brustkrebs > Nachsorge.

 

2.4. Leitlinien und Klinikwahl

Das aktuelle Wissen zu Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Brustkrebs ist in einer medizinischen Leitlinie zusammengefasst. Verantwortlich sind die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft.

Diese Leitlinie und eine Leitlinie für Patientinnen können unter externer Linkwww.awmf.org/leitlinien/detail/ll/032-045OL.html heruntergeladen werden oder hier direkt:

 

Für die Behandlung sollten bevorzugt zertifizierte Brustzentren gewählt werden. "Zertifiziert" bedeutet, dass diese Kliniken den genannten Leitlinien folgen, von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) anerkannt sind und regelmäßig überprüft werden. Viele niedergelassene Ärzte kooperieren mit solchen Zentren. Adressen dieser Brustzentren finden Sie im Internet

 

2.5. Alternative und komplementäre Behandlungen

Gegen alternative bzw. komplementäre Therapien (z.B. Misteltherapie), die im Anschluss oder parallel zu einer schulmedizinischen Therapie durchgeführt wird, ist nichts einzuwenden. Diese sollten aber in keinen Fall die weltweit bewährten Therapiemethoden der Schulmedizin ersetzen, sondern immer in Rücksprache mit den behandelnden Ärzten durchgeführt werden. Seriöse Informationen, die auch medizinischen Fachgesellschaften empfohlen werden, bieten:

 

3. Operationenzum Inhaltsverzeichnis

Bei Brustkrebs sind mehrere operative Eingriffe möglich. Vor der eigentlichen Brustkrebsoperation ist in der Regel geklärt, ob wirklich Brustkrebs vorliegt. Wenn noch Zweifel bleiben, wird das fragliche Gewebe in einer Operation entnommen ("Schnellschnitt") und sofort untersucht.

Je nach Ergebnis der histologischen Untersuchung entscheidet sich der Arzt für das Operationsverfahren mit dem höchsten Nutzen. Grundsätzlich werden alle krebsverdächtigen Gewebebezirke einschließlich eventuell befallener Lymphknoten entfernt. Entscheidend für das Operationsverfahren ist vor allem die Größe des Tumors.

  • Brusterhaltende Operation
    Bei kleineren Tumoren - und darum handelt es sich meist - kann brusterhaltend operiert werden. Danach schließt sich in der Regel eine Bestrahlung des restlichen Drüsengewebes an.
  • Brustamputation
    Ist der Tumor größer, muss in der Regel die gesamte Brust entfernt werden (Brustamputation, Mastektomie, Ablatio). Wurde bereits der unter dem Brustgewebe liegende große Brustmuskel befallen, werden auch Teile dieses Muskels entfernt.
  • Randsaum
    Bei der Operation des Tumors wird zur Sicherheit ein ausreichend großer, tumorfreier Randsaum mit entfernt (Sicherheitssaum).
  • Lymphknoten in der Achselhöhle 
    Häufig wird mindestens ein Lymphknoten in der Achselhöhle entfernt. Dafür wird meist ein separater Schnitt in der Achselhöhle gesetzt. Dieser sogenannte Wächterknoten (Sentinellymphknoten) wird sofort untersucht, um festzustellen, ob Tumorzellen sich bereits weiter im Körper verbreitet haben. Sind im Wächterknoten (es können auch 2 oder 3 Wächterknoten sein) keine Krebszellen vorhanden, so hat der Tumor wahrscheinlich noch nicht gestreut. Ist ein Wächterknoten befallen, werden in der Regel weitere oder alle Lymphknoten entfernt. Mögliche Folge kann ein Lymphödem sein, Näheres unter Brustkrebs > Lymphödem.
  • Operation bei DCIS
    DCIS ist eine Brustkrebsvorstufe, die auf die Milchgänge beschränkt ist. Je nach Ausbreitung der veränderten Zellen kann brusterhaltend operiert werden oder muss eine Brustamputation empfohlen werden. Bestrahlungen werden nur bei zusätzlichen Risikofaktoren durchgeführt, die Entfernung von Lymphknoten ist selten notwendig.

 

3.1. Brustwiederaufbau

Wenn die Operation die Form der Brust verändert oder die Brust amputiert werden muss, kann die Brust rekonstruiert werden: direkt während der ersten Operation oder später.

Die vielseitigen Möglichkeiten der Brustrekonstruktion haben die Furcht vieler Frauen vor einem Verlust ihrer Brust und damit ihrer weiblichen Erscheinung reduziert. Die Aufbauplastik kann das Selbstwertgefühl steigern und dadurch zur umfassenden Bewältigung der Krankheit beitragen. Mit den Methoden der heutigen Chirurgie ist eine Brustrekonstruktion mit zufriedenstellendem Ergebnis zu erzielen. 

Eine Sofortrekonstruktion wird direkt im Anschluss an die Gewebeentfernung in der gleichen operativen Sitzung durchgeführt.

Eine Spätrekonstruktion wird nach der Wundheilung durchgeführt, etwa 3-6 Monate nach der Operation. Wird nach der Operation eine Strahlentherapie durchgeführt, kann der Aufbau ungefähr ein Jahr nach Ende der Bestrahlung begonnen werden. Bei Chemotherapie ist für den Zeitpunkt der Brustrekonstruktion der Allgemeinzustand der Patientin entscheidend.

 

Alternative zum Brustwiederaufbau sind Silikonprothesen und Spezial-BHs. Näheres, auch zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse, unter Brustkrebs > Brustprothesen und Spezial-BHs.

 

3.1.1. Praxistipps

 

3.2. Anschlusstherapien

Nach der Operation wird das entfernte Gewebe untersucht. Durch die histologische Untersuchung kann der Brustkrebs in bestimmte Stadien eingeteilt werden: Dabei werden Tumorgröße, Anzahl und Ort der befallenen Lymphknoten und das Vorhandensein von Tochtergeschwulsten in anderen Körperregionen berücksichtigt (pTNM-Klassifikation). Abhängig davon wird die Anschluss-Behandlung durchgeführt. Sie beginnt einige Wochen nach der Operation und besteht aus medikamentöser Therapie und/oder Bestrahlung. Ziel ist, eventuell noch vorhandene Krebszellen abzutöten. 

 

3.3. Systemische Therapien

Als "systemisch" werden alle Therapien bezeichnet, die den ganzen Körper betreffen und nicht nur örtlich begrenzt wirken. Am bekanntesten ist die Chemotherapie.

 

3.3.1. Chemotherapien

Hier kommen Medikamente zum Einsatz, die Tumorzellen abtöten sollen, sogenannte Zytostatika. Die Medikamente wirken gezielt auf schnell wachsende Zellen. Neben den Tumorzellen sind das aber z.B. auch Haarzellen, blutbildende Zellen und Zellen im Verdauungstrakt. Deshalb haben viele Patientinnen als Nebenwirkung der Chemotherapie z.B. Haarausfall, Übelkeit oder schlechte Blutwerte.

Etwa 4 Wochen nach Ende der Chemotherapie wächst das Haar wieder nach, es kann sich aber in Struktur und Farbe verändert haben. Praktische Tipps zu Perücken, Kopfbedeckungen und Kosmetik (auch Wimpern und Augenbrauen können ausfallen) unter Haarausfall bei Chemotherapie.

 

3.3.2. Hormontherapien

Viele Brustkrebsformen sind hormonabhängig und können deshalb mit Antihormontherapien behandelt werden. Die Nebenwirkungen, die auftreten können, sind ähnlich wie Wechseljahrbeschwerden, z.B. Hitzewallungen, Gewichtszunahme und Stimmungsschwankungen. Die Hormontherapie dauert in der Regel 5 Jahre.

 

Der Einsatz der Hormontherapie hängt vom sogenannten Rezeptorstatus ab, der besagt, ob das untersuchte Tumorgewebe auf die Geschlechtshormone Östrogen und/oder Progesteron sensibel ist. Die Rezeptoren sind quasi die "Andockstellen" für Hormone auf der Zelloberfläche. Sie sind verantwortlich für die Wirkungsentfaltung der weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron im Körper. Östrogen fördert normalerweise das Wachstum der Brustdrüse; sind also entsprechende Rezeptoren auf dem Tumorgewebe vorhanden, fördert das Hormon das Krebswachstum. Sogenannte Rezeptorenblocker wie Tamoxifen blockieren den Zugang der Östrogenrezeptoren, so dass die Hormone dort keine Wirkung entfalten können. Bei sensiblen Tumoren lässt sich so das Wachstum bremsen.

 

Nebenwirkung eines Hormonentzugs kann die Entwicklung einer Osteoporose sein. Um dies zu überwachen, kann ein Arzt Knochendichtemessungen vornehmen. Die Kosten übernimmt in diesem Fall die Krankenkasse.

 

3.3.3. Molekularbiologische Therapien

Molekularbiologische Therapien, auch zielgerichtete Therapie bzw. targeted therapy genannt, sind neue medikamentöse Therapieformen, die die Tumorzellen gezielter angreifen als die verbreitete Chemotherapie. D.h., dass andere Zellen weniger betroffen und die Nebenwirkungen für die Patientin schwächer sind.

 

Ein Beispiel dafür ist die Immuntherapie. Die entsprechenden Medikamente docken direkt an Rezeptoren an, die für das Wachstum der Tumoren verantwortlich sind und bremsen so das Tumorwachstum.

 

4. Strahlentherapien zum Inhaltsverzeichnis

Die Strahlentherapie (= Radiotherapie, Radiatio) kann vor einer Opration, nach einer Operation oder anstelle einer Operation eingesetzt werden. Die Strahlung schädigt die Zellen und die Tumorzellen sollen dabei zerstört werden. Gesunde Zellen sind ebenfalls betroffen, aber sie besitzen einen funktionierenden Reparaturmechanismus, mit dessen Hilfe sie sich nach der Bestrahlung wieder regenerieren. Abhängig vom Lymphknotenbefall, der Art des Tumors und seiner Größe kann es notwendig werden, auch die Achselhöhle, die mittlere Brustwand und die Schlüsselbeingrube zu bestrahlen. Wenn der Tumor schon gestreut hat, werden Bestrahlungen z.B. auch gegen Knochenmetastasen angewandt.

 

Grundsätzlich kann die Strahlentherapie extern oder intern erfolgen. Extern wird von außen durch die Haut hindurch bestrahlt, intern wird ein sogenannter Boost (= Strahlenquelle) für einige Zeit in die Brust eingepflanzt.

 

Am häufigsten erfolgt eine Strahlentherapie 1-2 Monate nach der Operation, bei Einsatz von Chemotherapie nach dieser. Hormontherapie und Strahlentherapie können parallel laufen. Die Bestrahlungsphase dauert etwa 6 Wochen und mehrmals pro Woche erfolgen die Bestrahlungen in einer Klinik oder Strahlentherapiepraxis.

 

5. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

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Brustkrebs > Allgemeines

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Kinder krebskranker Eltern

Haarausfall bei Chemotherapie

Brustkrebs > Lymphödem

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Krebs > Vaginalprobleme

 

 

Letzte Aktualisierung am 06.10.2016   Redakteur/in: Andrea Nagl

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