Brustkrebs > Familie
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1. Das Wichtigste in Kürze
Wenn bei einer Frau Brustkrebs diagnostiziert wird, wirkt sich dies stark auf Familie und Partnerschaft aus. Auch wenn Patientinnen häufig keine Lust auf Sex haben, sollten Zärtlichkeit und körperliche Nähe in der Partnerschaft nicht vernachlässigt werden. Paare sollten miteinander über ihre Ängste, Unsicherheiten und Gefühle reden: Bei aller Belastung birgt die Erkrankung auch ungeahnte Chancen für die Betroffenen. Für die Betreuung von Kindern in schweren Krankheitsphasen gibt es verschiedene Hilfen.
2. Betreuung von Kindern betroffener Mütter
Unter den folgenden Links finden Sie allgemeine Hilfen und Entlastungsmöglichkeiten bei der Kinderbetreuung:
- Haushaltshilfe
- Betreuung und Versorgung eines Kindes in Notsituationen
- Vollzeitpflege in einer Pflegefamilie
- Kinderbetreuungskosten
Schwierig ist für viele Eltern die Frage, ob und wie sie die Kinder über die Erkrankung informieren. Praxisnahe Ausführungen hierzu unter Kinder krebskranker Eltern.
Mütter von kleinen Kindern mit Brustkrebs
"Gemeinsam gesund werden" ist ein Modellprojekt, das die Rexrodt von Fircks Stiftung mit Unterstützung der Krankenkassenseit Oktober 2006 in der Klinik Ostseedeich in Grömitz durchgeführt. Das Projekt richtet sich an Müttern kleiner Kinder, die erstmals an Brustkrebs erkrankt sind und sieht vor, dass die Frauen direkt nach ihrer akuten Krebstherapie gemeinsam mit ihrem Nachwuchs eine Reha-Behandlung erhalten. Diese Rehabilitation ist eine "Mutter-Kind-Kur" und bezieht die Kinder in die Behandlung mit ein.
Informationen und Hilfe bei der Beantragung dieser Maßnahmen unter: Telefon 0800 2255100 (gebührenfrei aus dem deutschen Festnetz), Internet
www.gemeinsam-gesund-werden.de oder per E-Mail: rvfs@mutter-kind-hilfswerk.de.
3. Partnerschaft und Sexualität
Nach der Diagnose und während der Behandlung von Brustkrebs haben wahrscheinlich weder die Patientin noch ihr Partner das Bedürfnis nach Sexualität, da Zukunftsängste kaum Lust aufkommen lassen. Körpernähe und Verbundenheit sind aber sehr wichtig für die psychische Verfassung und helfen, schneller gesund zu werden.
3.1. Miteinander reden
Möglicherweise hat die Patientin Angst, dass sich der Partner von ihr zurückzieht, weil sich ihr Körper durch die Erkrankung verändert hat. Paare sollten miteinander über ihre Befürchtungen, Bedenken und Gefühle reden. Gegenseitige Hilfe ist am besten möglich, wenn die Partner wissen, was im anderen vorgeht. Damit kann verhindert werden, dass sich ein Teufelskreis aus Missverstehen entwickelt: Oft traut sich einer der beiden Partner aus Rücksichtnahme nicht, Zärtlichkeit und sexuelle Annäherung zuzulassen. Sie denkt vielleicht: "Mit meiner Erkrankung habe ich kein Recht mehr auf meinen Mann. Ich kann mich ihm nicht zumuten ..." Er denkt: "Ich muss mein Bedürfnis nach Nähe zurückstecken und meine Frau schonen, bis sie mir zu verstehen gibt, dass sie sich wieder über Zärtlichkeit freut ..."
Wenn keiner der Partner den Mut findet, über seine Gedanken zu reden, fühlen sich beide in ihren falschen Vermutungen bestätigt und ziehen sich voneinander zurück. Immer wieder offen miteinander zu reden stärkt die Partnerschaft.
3.2. Belastung und Chancen
Manchmal gewinnen infolge der schweren Erkrankung Gefühle füreinander (wieder) an Bedeutung, die vorher verschüttet waren. Manches vertraute, aber oberflächliche Nebeneinanderleben wird aufgebrochen, und Paare entdecken den Kern ihrer Liebe wieder. Eine Brustkrebserkrankung kann die Partnerschaft stark belasten und sie kann auch daran zerbrechen. Aber sie birgt auch die Chance, den Blick für die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu schärfen, einander wieder nahe zu kommen und füreinander da zu sein.
Wenn körperliche oder psychische Probleme die Freude an der Sexualität dauerhaft nehmen, kann man sich an eine Beratungsstelle von Pro Familia wenden, Adressen finden Sie bei Adressen von Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen mit dem Suchwort "Pro Familia".
3.3. Buchtipps
Stefan Zettl und Joachim Hartlapp: Krebs und Sexualität - ein Ratgeber für Krebspatienten und ihre Partner. 3. Aufl. Berlin, Weingärtner, 2008. 18,90 €. ISBN 978-3-9804810-9-0.
Buch zur Paarbeziehung: Hans Jellouschek: Bis zuletzt die Liebe : als Paar von einer schweren Krankheit herausgefordert. Freiburg, Herder, 2004. 8,90 €. ISBN 978-3-451-05553-9.
4. Psychosoziale Hilfen für Betroffene und Angehörige
Psychosoziale Hilfen für Betroffene und Angehörige, Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen für Brustkrebs finden Sie bei Adressen mit dem Suchwort "Brustkrebs".
5. Autofahren
Brustkrebs und Brustkrebstherapie können zu Einschränkungen beim Autofahren führen. Allgemeine Informationen finden Sie unter:
- Führerschein bei körperlicher Behinderung/Krankheit
- Autofahren bei Schmerzmitteleinnahme
6. Verwandte Links
Brustkrebs > Brustprothesen und Spezial-BHs
Letzte Aktualisierung am 11.04.2011 Redakteur/in: Anja Wilckens
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