CED > Ernährung
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1. Das Wichtigste in Kürze
Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wird grundsätzlich ballaststoffhaltige Kost empfohlen und von Zucker und gesättigten Fetten abgeraten. In und nach Erkrankungsschüben ist auf ausreichende Vitamin- und Mineralstoffversorgung zu achten. Wenn künstliche Ernährung notwendig wird, trägt die Krankenkasse die Kosten.
2. Ruhephase der Erkrankung
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen verlaufen in Schüben. In Ruhephasen der CED empfehlen Ernährungsberater - außer bei Stenosen oder individuellen Nahrungsmittelunverträglichkeiten - eine vollwertige Ernährung mit ballaststoffhaltigen Lebensmitteln wie Vollkornprodukten, Müsli, Obst und Gemüse. Der Verzehr von Auszugsmehlen, Zucker und gesättigtem Fett sollte eingeschränkt, besser vermieden werden, da diese Nahrungsmittel ein Risikofaktor für CED sein können.
Wichtig ist zudem:
- In Ruhe essen, die Verdauung ist dann besser.
- Speisen ansprechend anrichten, weil sonst Appetitlosigkeit verstärkt wird.
- Langsam kauen, damit die Nährstoffe besser aufgenommen werden.
- Keine Riesenportionen.
- Weder zu heiß noch zu kalt essen.
- Reichlich trinken, um die durch Durchfälle verloren gegangene Flüssigkeit zu ersetzen.
- Auf ausreichende Kalorienzufuhr achten, da durch den Entzündungsprozess ein erhöhter Bedarf besteht.
3. Krankheitsschub: Vitamine und Mineralien
Patienten mit CED haben in oder nach Schüben häufig Defizite an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen, da aufgrund der ständigen Durchfälle und der entzündeten Darmwände Nährstoffe nur ungenügend aufgenommen werden. Zusätzlich sind manche der entzündungshemmenden Medikamente "Vitamin- und Mineralstoffräuber". In Absprache mit dem Arzt oder der Ernährungsberatung wird deshalb empfohlen, besonders auf die genügende Versorgung mit folgenden Stoffe zu achten:
- Vitamine A, D, E und K - besonders bei Fettstühlen.
- Vitamine E, C und Selen, da diese bei Entzündungsprozessen mehr verbraucht werden.
- Vitamin B12 (in Form von Spritzen), falls das Endteil des Dünndarms entzündet ist, da nur hier Vitamin B12 aus der Nahrung aufgenommen werden kann.
- Zink - sorgt für die Regeneration der entzündeten Schleimhaut und wird besonders bei Fettstühlen ungenügend aufgenommen.
- Calcium, da besonders bei langjähriger Cortisonverabreichung die Osteoporosegefahr wächst.
Wenn bei CED-Patienten ein Mangel an Vitaminen oder Mineralstoffen festgestellt wird, können diese Stoffe auf Kassenrezept verordnet werden.
4. Enterale Ernährung
In schweren akuten Phasen der Krankheit wird es häufig notwendig, den Patienten ausschließlich oder zusätzlich mit kalorienreicher Sonden- oder Trinknahrung zu versorgen, um den entzündeten Darm zu entlasten und Mangelernährung auszugleichen. Bei sehr schwerem Krankheitsverlauf oder drohendem Darmverschluss kommt auch eine Ernährung über Infusionen oder Sonden in Frage.
Ernährungstherapeutika (Trinknahrung oder Sondennahrung) können bei CED auf Kassenrezept verordnet werden; sie sind nach § 31 SGB V in Verbindung mit
www.g-ba.de > Informations-Archiv > Richtlinien > Arzneimittel-Richtlinie § 18 über die gesetzliche Krankenversicherung erstattungsfähig. Auf jedem Rezept muss die exakte Indikationsstellung für die Ernährungstherapie vermerkt werden. Zu Beginn der Ernährungstherapie sollte ein Kostenübernahmeantrag bei der Krankenkasse gestellt werden.
Bem Selbsthilfeverband Deutsche Morbus Crohn/ Colitis Ulcerosa Vereinigung e.V. (DCCV) kann Informationsmaterial zum Thema Ernährung bei CED unter
www.dccv.de > Beratung und Informationen > Schriften > DCCV-Shop > Ernährung bestellt werden.
5. Krankenkostzulage
Bei schweren Verläufen oder dem Vorliegen besonderer Umstände kann bei Empfängern von Sozialhilfe oder Grundsicherung für Arbeitssuchende ein Mehrbedarf für kostenaufwendige Ernährung entstehen. Näheres unter Krankenkostzulage.
6. Verwandte Links
Chronisch-entzündliche Darmerkrankung CED
Letzte Aktualisierung am 01.02.2012 Redakteur/in: Anja Wilckens
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