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Chronische Schmerzen > Angehörige

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Positive soziale Beziehungen können sich direkt auf chronische Schmerzerkrankungen auswirken. Anteilnahme, Motivation, Ablenkung und leichte Massagen sind hilfreiche Formen sozialen Kontakts. Aber auch die Angehörigen sollten auf ihr psychosoziales Gleichgewicht achten. Gemeinsame Unternehmungen helfen oft Patienten wie Angehörigen gleichermaßen.

 

2. Umgang mit Schmerzpatientenzum Inhaltsverzeichnis

Die Art des Umgangs mit einem Schmerzpatienten hat einen gewissen Einfluss auf die Erkrankung selbst.

  • Anteilnahme verbunden mit Motivation wirkt sich günstig aus. Dagegen können übermäßige Bemitleidung und "Bemutterung" das Schmerzempfinden des Patienten verstärken.
  • Angehörigen wird empfohlen, dem Patienten Zuneigung und Aufmerksamkeit zeitlich unabhängig von seinen Schmerzäußerungen zu schenken. Das ist wichtig, um den Schmerz im Leben des Patienten nicht zusätzlich zum Mittelpunkt zu machen, was durch die Koppelung "starker Schmerz = Aufmerksamkeit des Partners" passieren kann.
  • Hilfreich für Schmerzpatienten ist alles, was vom Schmerz ablenkt: Gespräche, gemeinsame Erlebnisse, z.B. Spaziergänge oder Gesellschaftsspiele.
  • Besonders hilfreich zur Schmerzbewältigung sind Hobbys, die hohe Konzentration erfordern, z.B. das Erlernen und Spielen eines Musikinstruments oder Malen.
  • Die Beschäftigung mit Tieren oder das Engagement in einer Selbsthilfegruppe, der Kirchengemeinde oder einem Verein fördern und erhalten die Lebensfreude und schützen vor Isolation und Vereinsamung.
  • Der Partner oder der Angehörige kann mit leichten Massagen am Rumpf, an den Händen oder den Füßen Erleichterung verschaffen. Massagen wirken auf den Patienten entspannend und wohltuend, außerdem fördern sie die Durchblutung. Der Patient sollte befragt werden, in welchen Körperbereichen und in welcher Stärke er die Massage als angenehm empfindet. Oft sind das Körperstellen, die am weitesten von den schmerzenden Bereichen entfernt sind. Durch die angenehme Berührung z.B. am Fuß wird der Patient von Schmerzen am Rücken abgelenkt, seine Muskeln können sich entspannen und er fühlt sich wohl.

 

3. Auswirkungen auf Angehörigezum Inhaltsverzeichnis

Wenn ein Mensch schwer erkrankt, beeinflusst das auch das gesamte Umfeld. Das gilt für Schmerzerkrankungen ganz besonders: Die Familie des Patienten leidet oft unter der Situation. Gesunde Menschen können sich kaum in die Lage eines schmerzkranken Angehörigen hineinversetzen - das kann zu Konflikten führen. Aber auch die eigene Hilflosigkeit angesichts der Schmerzen des Angehörigen ist schwer zu ertragen.

  • Eventuell muss der gesunde Partner mehr und mehr Aufgaben übernehmen, so dass für eigene Belange und Sorgen kaum noch Raum bleibt. Umso wichtiger ist es, sich diese eigene Zeit ganz bewusst zu nehmen.
  • Ist der Schmerzpatient sehr oft gereizt, sollten sich Angehörige bewusst machen, dass diese "Launen" keine Böswilligkeit sind, sondern Ausdruck des Leidens. Dennoch ist es schwer, dies auf Dauer auszuhalten, deshalb sollten sich Angehörige hilfreiche, ausgleichende Ansprechpartner im Umfeld oder in Selbsthilfegruppen für Angehörige suchen.
  • Wenn die Schmerzerkrankung sehr lange anhält und Therapieerfolge ausbleiben, werden manche Schmerzpatienten depressiv. Sie fühlen sich in Beruf sowie Alltag überfordert und familiäre Konflikte häufen sich. Lange Phasen der Arbeitsunfähigkeit und daran anschließende Arbeitslosigkeit oder Erwerbsminderung sind nicht selten. Finanzielle Probleme können die Folge sein, der gewohnte Lebensstandard einer Familie sinkt oder die Abzahlung des Hauses kann z.B. nicht mehr geleistet werden kann. Wenn die Familie diesen Belastungen nicht mehr gewachsen ist, sollte sie fachmännische Hilfe in Anspruch nehmen. Familienberatungsstellen oder eine Paar- oder Familientherapie können in schwierigen Lebenszeiten Hilfestellung bieten und zerstörende Prozesse in der Partnerschaft aufhalten.
  • Falls der Schmerzpatient an Krebs leidet, sind auch psychosoziale Krebsberatungsstellen eine sinnvolle Anlaufstelle bei familiären Problemen - sofern deren Ursache in der Erkrankung liegt.
  • Eine chronische Schmerzerkrankung führt nicht zwangsläufig zur Belastung für die Partnerschaft, sondern kann auch dazu führen, dass aus einem vielleicht oberflächlichen "nebeneinander Leben" eine tief verbundene Gemeinschaft entsteht.

 

4. Betreuung von Kindern bei chronischen Schmerzen eines Elternteilszum Inhaltsverzeichnis

Unter den folgenden Links finden Sie allgemeine Hilfen und Entlastungsmöglichkeiten bei der Kinderbetreuung:

 

5. Selbsthilfe zum Inhaltsverzeichnis

Selbsthilfegruppen für Schmerzpatienten finden Sie bei Adressen mit dem Suchwort "Schmerzen".

 

6. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Ernährung bei Opioidanwendung

Chronische Schmerzen

Migräne

Chronische Schmerzen > Sport und Bewegung

Chronische Schmerzen > Opioidanwendung

Chronische Schmerzen > Verhaltenstipps

 

 

Letzte Aktualisierung am 24.11.2010   Redakteur/in: Sabine Bayer

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