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Chronische Schmerzen > Opioidanwendung

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Arzt und Patient sind oft unsicher bei der Verordnung von Opioiden, weil sie eine mögliche Abhängigkeit befürchten. Von Sucht spricht man jedoch nur bei unkontrolliertem, zwanghaftem Einsatz einer Droge: Auf die richtige Einnahme ist deshalb zu achten. Auf die Sexualität haben Opioide nur selten Auswirkungen. Bei Kinderwunsch muss die Schmerzmitteleinnahme eng mit dem Arzt abgestimmt werden.

 

2. Schmerzmittel und Suchtzum Inhaltsverzeichnis

Da Morphine auch von Drogenabhängigen eingenommen werden, haben oft sowohl Arzt als auch Patient große Bedenken bezüglich dieser hochwirksamen Schmerzmittel.

Von Sucht spricht man jedoch nur bei unkontrolliertem, zwanghaftem Einsatz einer Droge. Solch eine Sucht kommt bei medikamentösem Gebrauch von Opioiden unter Überwachung eines erfahrenen Arztes so gut wie nicht vor. Da Opioide bei retardierten Präparaten ihre Wirkung nicht schubartig entfalten, kommt es auch nicht zu Rauschzuständen.

Bei stärksten Schmerzen bieten Dosierungstechniken wie Schmerzpflaster oder implantierte Schmerzpumpen eine weitere Behandlungsoption.

 

Allerdings kann durch falsche Einnahmegewohnheiten eine Medikamentensucht antrainiert werden. Schmerzmittel müssen deshalb immer zur festgesetzten Zeit eingenommen werden. Keinesfalls sollte der Patient die Einnahme herauszögern bis die Schmerzen wieder stark geworden sind, da der Körper sonst ähnlich wie bei Süchtigen nach Schmerzlinderung und der nächsten Dosis verlangt. Wenn die Schmerzmittel nach Zeitschema eingenommen werden - ohne dass der Schmerz wieder stark zu spüren ist - bleibt die Suchtgefahr klein.

 

Eine körperliche Gewöhnung tritt bei fast allen Medikamenten ein, die über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Medikamentengewöhnung ist jedoch keine Sucht, da die Gewöhnung jederzeit veränderbar ist. Unter einer Opioid-Dauertherapie mit sehr hohen Dosen entwickeln Patienten eine körperliche Abhängigkeit. Bei abruptem Absetzen der Medikamente entstehen Entzugssyndrome wie Schwitzen oder Übelkeit. Diese Reaktionen lassen sich durch langsame Dosisreduktion der Medikamente vermeiden.

 

3. Sexualität bei Opioidanwendungzum Inhaltsverzeichnis

Nur in seltenen Fällen wirken sich Opioide auf die Sexualität aus, so kann z.B. die Libido herabgesetzt sein. Schon vorhandene Probleme, z.B. Impotenz, können dadurch eventuell verstärkt werden. Weitere Informationen zu Erektile Dysfunktion.

 

Bei chronischen Schmerzpatienten ist es sogar oft so, dass die Anwendung von Opioiden intimes Zusammensein und erfüllende Berührung erst wieder möglich macht, weil nicht mehr der Schmerz, sondern der Genuss im Vordergrund stehen kann. Bei partnerschaftlichen oder sexuellen Problemen können sich Schmerzpatienten z.B. an die deutschlandweit vertretenen Beratungsstellen von Pro Familia wenden, externer Linkwww.profamilia.de.

 

4. Kinderwunsch bei Opioidanwendungzum Inhaltsverzeichnis

Sofern die Grunderkrankung es zulässt, dürfen Frauen, die auf Opioide angewiesen sind, auch schwanger werden. Jede Einnahme von Schmerzmitteln, auch frei verkäuflichen, sollte vorher mit dem Arzt geklärt werden.

 

Wichtig ist, bei Schmerzpatientinnen mit Kinderwunsch den Hormonstatus zu kontrollieren und bei Bedarf entsprechend hormonell zu substituieren.

 

Das Kind einer mit Opioiden behandelten Frau entwickelt während der Schwangerschaft eine körperliche Abhängigkeit von den angewandten Schmerzmedikamenten, die sie über die Plazenta aufgenommen haben. Die Neugeborenen haben dann nach der Geburt oft ein "neonatales Abstinenz-Syndrom": mit Fieber, Erbrechen, Krämpfen und/oder Zittern, leichter Reizbarkeit und Problemen beim Saugen. Sie müssen nach der Geburt schrittweise entwöhnt werden, was jedoch laut Experten ein geringeres Problem darstellt, als wenn die Frau das Kind unter großen Schmerzen austragen müsste.

 

5. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Opioide

Chronische Schmerzen

Chronische Schmerzen > Behandlung und Rehabilitation

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Chronische Schmerzen > Verhaltenstipps

Autofahren bei Schmerzmitteleinnahme

 

 

Letzte Aktualisierung am 04.04.2011   Redakteur/in: Sabine Bayer

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