Darmspiegelung
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1. Das Wichtigste in Kürze
Eine Darmspiegelung ist für die meisten Menschen eine unangenehme Untersuchung, weil sie schmerzhaft sein kann und zudem die emotional sensible Intimregion betrifft. Der untersuchende Arzt und das Praxispersonal sowie der Patient bzw. die Eltern betroffener Kinder können durch Berücksichtigung einiger Tipps dazu beitragen, dass die Darmspiegelung weniger belastend ist.
2. Maßnahmen in der Arztpraxis
Der untersuchende Arzt und die Assistenz können ihren Patienten durch folgende Maßnahmen helfen, eine Darmspiegelung als weniger problematisch zu erleben:
- Auf Diskretion achten. Dies beginnt bereits damit, dass dem Patienten nicht an der Rezeption (vor den Ohren anderer Patienten) die Darmentleerung zur Vorbereitung der Spiegelung erklärt wird.
- Wenn der Patient vor der Spiegelung einen Einlauf bekommt, muss eine Toilette in nächster Nähe zur Verfügung stehen und auch frei sein.
- Zum Auskleiden im Idealfall eine Kabine, mindestens aber einen Wandschirm und einen Stuhl für den Patienten aufstellen.
- Im Untersuchungsraum die Liege mit einem Sichtschutz gegen die Tür abschirmen, eventuell beruhigende Hintergrundmusik laufen lassen. Hier auch den Patienten nach seinen Wünschen fragen: Viele mögen Hintergrundmusik, andere bevorzugen Stille.
- Den Patienten als Person wahrnehmen, mögliche Ängste ansprechen und gegebenenfalls darauf eingehen.
- Für angenehme Temperatur im Behandlungszimmer sorgen.Eine leichte Decke für den Patienten bereithalten, falls dieser frieren sollte.
- Den Patienten nicht mit unbekleidetem Unterkörper warten lassen.
- Die Darmspiegelung greift in die Intimsphäre ein: Diese "Verletzung" der Intimsphäre ist für viele Patienten sehr belastend. Sie sind entspannter, wenn sie bei der Untersuchung eine spezielle Untersuchungshose tragen können. Diese Einmal-Hose ist aus weichem Papier und hat im Schritt einen überlappenden Eingriff, durch den das Endoskop eingeführt werden kann.
- Während der Untersuchung sollte nicht zu viel Personal im Raum sein. Ständiges Kommen und Gehen sollte vermieden werden.
- Der Patient sollte auf Wunsch und nach Möglichkeit sediert werden.
- Wenn eine Sedierung nicht möglich oder nicht gewünscht ist, sollten dem Patienten die Vorgänge während der Untersuchung erklärt werden.
- Nach einer Untersuchung mit Sedierung sollte der Patient nicht nackt aufwachen.
- Bei Kindern sollte eine Begleitperson im Untersuchungszimmer selbstverständlich sein. Jugendlichen sollte diese Möglichkeit nach Absprache angeboten werden, da in der Pubertät die Intimsphäre mehr als in jedem anderen Lebensalter ein sensibler Bereich ist.
3. Tipps für Patienten
Patienten sollten sich vorher über die Darmspiegelung informieren. Während der Behandlung sollten sie sich nicht scheuen, um Abhilfe zu bitten, wenn die Untersuchung schmerzhaft ist, wenn sie unbedeckt im Behandlungszimmer liegen müssen oder wenn man vom Wartezimmer/Flur aus in den Untersuchungsraum schauen kann. Wenn sie unsicher sind oder etwas nicht verstehen, sollten sie unbedingt fragen, damit Arzt und Assistenz auf die Bedürfnisse eingehen können.
4. Tipps für Eltern
Eltern sollten darauf achten, dass die Gefühle ihres Kindes nicht verletzt werden. Sie sollten ihrem Kind anbieten, bei der Untersuchung dabei zu sein.
Dass Eltern ihre Kinder schützen, ist wichtig und richtig. Sie sollten dabei aber darauf achten, dass sie keine Gegen-Haltung zum Arzt einnehmen. Vielmehr sollten sie Vertrauen aufbauen, sich eingehend informieren lassen und mit Zuversicht das Kind in die Untersuchung begleiten: Das wirkt auch auf das Kind positiv.
Ein Kind ist während einer Darmspiegelung dem Arzt und der Assistenz ausgeliefert - oder empfindet dies zumindest so. Eltern können ihm in dieser körperlich unangenehmen und emotional unsicheren Untersuchungssituation Geborgenheit vermitteln. Hat ein Kind jedoch negative Erlebnisse, kann es noch lange unter beklemmenden Erinnerungen leiden. Dies kann dazu führen, dass es in der Folge nötige Untersuchungen verweigert.
Eltern sollten die Wünsche ihres Kindes vertreten, es aber auch darin bestärken, seine Wünsche bezüglich Diskretion oder Behandlung unter Sedierung selbst gegenüber Ärzten oder Schwestern zu äußern.
5. Verwandte Links
Chronisch-entzündliche Darmerkrankung CED
Letzte Aktualisierung am 15.09.2008 Redakteur/in: Anja Wilckens
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