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Darmspiegelung

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Eine Darmspiegelung (Koloskopie) ist eine Darmuntersuchung von innen und für die meisten Menschen unangenehm, weil sie schmerzhaft sein kann und zudem die emotional sensible Intimregion betrifft. Sie dient meist der Vorsorge und wird unter bestimmten Voraussetzungen von der Krankenkasse bezahlt. Patienten bzw. die Eltern betroffener Kinder können durch Berücksichtigung einiger Tipps dazu beitragen, dass die Darmspiegelung weniger belastend ist und gute Untersuchungsergebnisse möglich sind.

 

2. Untersuchung und Zielzum Inhaltsverzeichnis

Bei einer Darmspiegelung (Koloskopie) wird der Darm von innen betrachtet und auf etwaige Auffälligkeiten untersucht. Das fingerdicke, schlauchartige Untersuchungsgerät (Endoskop) wird vom After her in den Dickdarm und ein kurzes Stück in den Dünndarm geschoben. Dabei können auch Proben entnommen und Darmpolypen abgetragen werden. Eine Darmspiegelung dauert normalerweise 20-30 Minuten.

 

Eine Darmspiegelung wird meist als Vorsorgeuntersuchung durchgeführt oder wenn ein Verdacht auf eine Darmerkrankung vorliegt, z.B.:

  • Darmkrebs und Darmpolypen (Wucherungen der Darmschleimhaut, die als Vorstufe zu Darmkrebs gelten)
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen CED 
  • Veränderungen an den Blutgefäßen oder der Darmwand, z.B. Ausstülpungen (Divertikel) oder Entzündungen

 

2.1. Virtuelle Darmspiegelung

Neuere Verfahren ersetzen zum Teil die herkömmliche Darmspiegelung: Mit Hilfe von Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) werden Aufnahmen des Darms angefertigt, die der Arzt dann am Bildschirm ("virtuell") beurteilt.

 

Die vorbereitende Darmentleerung ist für den Patienten nahezu gleich. Da die virtuelle Darmspiegelung von der Krankenkasse nicht bezahlt wird, beziehen sich die folgenden Ausführungen nur auf die herkömmliche Methode.

 

3. Kostenzum Inhaltsverzeichnis

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten:

  • bei Darmkrebs-Vorsorge ab dem 55. Geburtstag und 10 Jahre später. Wenn ein erhöhtes Risiko vorliegt, z.B. Darmkrebs in der Familie, dann auch bei jüngeren Patienten.
  • bei Verdacht auf eine Darmerkrankung.

 

4. Tipps für Patientenzum Inhaltsverzeichnis

Im Vorfeld:

  • Patienten sollten sich vorher über die Darmspiegelung informieren.
  • Den Arzt über alle Medikamente informieren, die eingenommen werden, da manche wegen der Abführmittel nur eingeschränkt wirken.
  • Eine Woche vorher müssen blutverdünnende Medikamente abgesetzt werden. Dies erfolgt immer in Absprache mit dem Arzt.
  • In der Regel bekommen Patienten im Vorfeld Informationen zum Essen und Trinken. Meist gilt Folgendes:
    • Tage vor der Untersuchung keine Eisenpräparate einnehmen und keine körnerhaltigen Lebensmittel essen, z.B. Tomaten, Trauben, Himbeeren, Vollkornprodukte.
    • Am Tag vorher bis mittags nur noch leicht verdauliche Kost. Ab mittags nichts mehr essen, nur noch viel trinken. Zudem ein abführendes Mittel nach Vorgabe des Arztes einnehmen.
    • Am Untersuchungstag nichts essen, viel trinken und nochmals Abführmittel nehmen, um den Darm möglichst gut zu reinigen.

 

Während der Untersuchung:

  • Wer Angst vor der Untersuchung und vor Schmerzen hat, sollte dies den Arzt wissen lassen. In der Regel bieten Ärzte ohnehin von sich aus Beruhigungsmittel, Dämmerschlaf oder Kurznarkose an.
  • Patienten sollten sich nicht scheuen, um Abhilfe zu bitten, wenn sie Schmerzen haben. Schmerzmittel können auch noch während der laufenden Untersuchung gegeben werden. 
  • Auch wenn die Situation unangenehm ist, z.B. weil man unbedeckt im Behandlungszimmer liegt, oder weil Unbeteiligte in den Untersuchungsraum schauen können, sollte man um Abhilfe bitten.
  • Wer unsicher ist oder etwas nicht versteht, sollte unbedingt fragen, damit Arzt und Assistenz auf die Bedürfnisse eingehen können.

 

Nach der Untersuchung:

  • Wenn eine Sedierung erfolgt (leichter Dämmerschlaf oder Kurznarkose), ist danach eine Ruhepause empfehlenswert. Autofahren oder Geräte bedienen darf man an diesem Tag nicht mehr.
  • Nach der Darmspiegelung können Blähungen auftreten, weil dann die Luft entweicht, mit der der Arzt den Darm geweitet hat, um besser sehen zu können. Dies ist kein Anlass zur Sorge. 

 

5. Tipps für Elternzum Inhaltsverzeichnis

Eltern sollten darauf achten, dass die Gefühle ihres Kindes nicht verletzt werden. Sie sollten ihrem Kind anbieten, bei der Untersuchung dabei zu sein. Wenn die Kinder in die Pubertät kommen, sollte dies vorsichtig angesprochen werden, da in der Pubertät die Intimsphäre mehr als in jedem anderen Lebensalter ein sensibler Bereich ist.

 

Dass Eltern ihre Kinder schützen, ist wichtig und richtig. Sie sollten dabei aber darauf achten, dass sie keine Gegen-Haltung zum Arzt einnehmen. Vielmehr sollten sie Vertrauen aufbauen, sich eingehend informieren lassen und mit Zuversicht das Kind in die Untersuchung begleiten: Das wirkt auch auf das Kind positiv.

 

Ein Kind ist während einer Darmspiegelung dem Arzt und der Assistenz ausgeliefert - oder empfindet dies zumindest so. Eltern können ihm in dieser körperlich unangenehmen und emotional unsicheren Untersuchungssituation Geborgenheit vermitteln. Hat ein Kind jedoch negative Erlebnisse, kann es noch lange unter beklemmenden Erinnerungen leiden. Dies kann dazu führen, dass es in der Folge nötige Untersuchungen verweigert.

 

Eltern sollten die Wünsche ihres Kindes vertreten, es aber auch darin bestärken, seine Wünsche bezüglich Diskretion oder Beruhigungsmitteln/Narkose selbst gegenüber Ärzten oder Schwestern zu äußern.

 

6. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Früherkennung von Krankheiten

Chronisch-entzündliche Darmerkrankung CED

CED > Familie

CED > Kinder und Jugendliche

Stoma

Kinder im Krankenhaus

 

Redakteurin: Andrea Nagl

 

Letzte Aktualisierung am 11.10.2017   Redakteur/in: Andrea Nagl

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