Diabetes > Sport
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1. Das Wichtigste in Kürze
Regelmäßige körperliche Aktivitäten trainieren den Kreislauf, regen den Stoffwechsel an und tragen zu einem besseren Körper- und Lebensgefühl bei. Bei Diabetikern wirkt sich Bewegung besonders günstig auf die Stoffwechsellage aus. Intensiver Sport sollte mit dem Arzt abgestimmt werden.
2. Bewegung grundsätzlich
Sport heißt nicht, dass man Höchstleistungen vollbringt. Jede Bewegung ist besser als keine Bewegung. Es hilft schon:
- kürzere Wege zu Fuß zu gehen
- Fahrrad zu fahren
- Treppen zu steigen
- täglich einen Spaziergang zu machen
- regelmäßig im Garten zu arbeiten
- elektrische Geräte, z.B. den Fernseher, nicht per Fernbedienung, sondern mit der Hand zu bedienen
3. Abstimmung mit der Therapie
Bei intensiveren sportlichen Anstrengungen sollten Diabetiker vorher mit ihrem behandelnden Arzt sprechen. Ausdauersport ist auf jeden Fall bestens für Diabetiker geeignet.
Typ-2-Diabetiker, die nur mit Diät eingestellt sind, brauchen nichts besonderes zu beachten, wenn sie mit Sport beginnen.
Tablettenpflichtige Diabetiker müssen sich bei ihrem Arzt informieren, welche Art von Medikamenten sie einnehmen, da diese sich unterschiedlich auswirken können. Bei den einen ist keine Anpassung nötig, andere sind vor dem Sport entweder zu reduzieren oder ganz wegzulassen.
Bei insulinpflichtigen Diabetikern erhöht körperliche Aktivität die Insulinempfindlichkeit der Muskulatur. Das heißt: Vor dem Sport muss sowohl die basale Insulinversorgung als auch das Mahlzeiten-Insulin abgesenkt werden. Das Ausmaß der Reduktion hängt von Art und Dauer der körperlichen Aktivität ab. Der Sporttreibende muss mehr Kohlenhydrate zu sich nehmen als gewöhnlich und kann diese dann langsam "abarbeiten". Als Zwischenmahlzeiten eignen sich schnell wirksame Broteinheiten (= Sport-BEs), z.B. Obst, Kekse, Müsliriegel, Traubenzucker oder zuckerhaltige Getränke.
4. Praktische Empfehlungen
- Immer mitnehmen: Blutzuckermessgerät und -teststreifen, Acetonstreifen, Insulin, ausreichend Sport-Zwischenmahlzeiten, Getränke.
- Vor Beginn der sportlichen Betätigung Blutzucker messen.
- Bei niedrigen Blutzuckerwerten noch BE zuführen, bei zu hohen Werten erst einen Aceton-Test durchführen. Bei positivem Aceton darf auf keinen Fall mit Sport begonnen werden, da die Gefahr einer Stoffwechselentgleisung (Ketoacidose) besteht.
- Bei Anzeichen einer Unterzuckerung (Zittern, Herzklopfen, Herzrasen, Angst, kalter Schweiß, Müdigkeit, plötzlicher Leistungseinbruch) den Sport sofort unterbrechen und einen Blutzuckertest durchführen. Notfalls eine ausreichende Menge von schnell wirksamen Kohlenhydraten zuführen.
- Nach einer Ausdauerbelastung kann die Insulinempfindlichkeit noch bis zu 24 Stunden erhöht sein. Deswegen regelmäßig den Blutzucker kontrollieren.
5. Sportgruppen
Wer keine Lust hat, alleine Sport zu treiben, oder sich alleine nur schwer motivieren kann, schließt sich am besten einer Diabetiker-Sportgruppe an. Anlaufstellen finden Sie bei Adressen von Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen mit dem Suchwort "Diabetes".
6. Verwandte Links
Diabetes > Medizinische Rehabilitation
Letzte Aktualisierung am 19.02.2010 Redakteur/in: Manfred Hägele
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