Diabetes > Urlaub
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1. Das Wichtigste in Kürze
Viele Diabetiker schrecken aus Angst vor Komplikationen vor einem Auslandsurlaub zurück. Bei richtiger Planung muss man sich bei der Wahl seiner Reiseziele aber nicht einschränken. Fluggesellschaften sind mittlerweile auf Diabetiker eingestellt, es gibt spezielle Reisegruppen und Hotels, notwendige Medikamente und Utensilien sollten an zwei Stellen eingepackt werden, falls Gepäck verloren geht.
2. Urlaubsvorbereitung
- Wenn nötig, die Diabeteskenntnisse auffrischen.
- Für Auslandsreisen ein ärztliches Attest mitnehmen, das die Diabetes-Erkrankung bescheinigt. Das erspart mögliche Grenzprobleme wegen der Spritzen, Medikamente und sonstigen Utensilien.
- Nahrungsbestandteile fremder Länder mit der heimischen Kost vergleichen. Der Diabetikerbund bietet erweiterte BE-Tabellen:
www.diabetikerbund.de. - Einige Landesverbände des Diabetikerbundes organisieren Gruppenreisen. Dies ist vor allem für Diabetiker interessant, die noch nicht sicher im Umgang mit der Erkrankung sind. Außerdem gibt es mehrere kommerzielle Reiseanbieter, die Angebote für Diabetiker machen.
- Hilfreich ist das Erstellen eines sogenannten Diabetiker-Notfallausweises in der jeweiligen Landessprache. Diesen sollte man am Urlaubsort bei sich tragen. Einheimische können dadurch im Notfall ersehen, dass eine Diabetes-Erkrankung vorliegt und den entsprechenden Handlungsanweisungen folgen. Text und Übersetzungen in verschiedene Landessprachen im Internet unter
www.diabetikerausweis.de.
3. Reiseapotheke für Diabetiker
- Insulin, Tabletten
- Spritzen, Kanülen, Pen, Pumpe
- Testgerät und Teststreifen für Blutzucker und Aceton
- Protokollheft
- Glucagon-Notfall-Set
- Traubenzucker, evtl. Zwischenmahlzeiten
- Diabetikerausweis mit Übersetzung in die jeweiligen Landessprachen
- Versichertenkarte
- Auslandskrankenschein, Europäische Krankenversichertenkarte oder Reisekrankenversicherung
- Bescheinigung für Diabetiker zur Vorlage beim Einchecken am Flughafen
- Thermoskanne oder Styroporbox
- sonstige Medikamente
- Wundsalben und Verbandmaterial
3.1. Diabetiker-Sets aufteilen
Da ein Verlust des Gepäcks möglich ist, sollte auf jeden Fall jeweils ein Set im Handgepäck und ein Notfall-Set im Großgepäck mitgeführt werden, bestehend aus Ersatz-Pen, Insulin, Tabletten, Spritzen, Kanülen, Teststreifen, Ersatz-Messgerät, Traubenzucker.
Auch Typ-2-Diabetiker, die normalerweise kein Insulin benötigen, sollten für den Fall einer Unterzuckerung ein Notfall-Set mitführen.
4. Flugreisen
- Diabetikerkost
Die meisten Fluggesellschaften bieten Diabetikern mittlerweile für Flüge spezielle Diabetikerkost (= Diabetic Meals = DBML). Dies ist entweder über das Reisebüro oder durch den Patienten spätestens 1 bis 2 Tage vorher direkt bei der Fluggesellschaft zu bestellen.
Beim Einchecken sollten sich Patienten vergewissern, ob das Spezialessen auch wirklich an Bord ist. Falls das Menü nicht den Anforderungen eines Diabetikers entspricht, sollte das den Besatzungsmitgliedern mitgeteilt werden. Allerdings sind keine exakt berechneten Maßeinheiten möglich. Um ihre persönliche Menge zu erreichen, müssen Patienten das Menü durch zusätzliche Broteinheiten ergänzen oder nur einen Teil essen.
Falls der Diabetiker mit seiner Therapie an feste Zeiten gebunden ist, sollte er diese möglichst einhalten. Die Broteinheiten sind an die mangelnde Bewegung anzupassen. Der behandelnde Arzt kann dazu am besten beraten. - Zeitverschiebung
Bei Flugreisen Richtung Westen kommt es zu einer Verlängerung des Tages: Das erfordert gegebenenfalls. eine Extradosis Insulin, evtl. auch eine zusätzliche Mahlzeit.
Bei Flugreisen Richtung Osten kommt es zu einer Verkürzung des Tages. Das erfordert gegebenenfalls einen zusätzlichen Snack oder weniger Insulin. - Mitnahme von Lebensmitteln
Falls Diabetiker bestimmte Lebensmittel wie frisches Obst als Reiseproviant mitnehmen wollen: Vorher nach den Einfuhrbestimmungen des jeweiligen Landes erkundigen. Dasselbe gilt für die Mitnahme von Getränken. - Veränderungen einplanen
Diabetiker müssen darauf vorbereitet sein, dass die angegebenen Start- und Landezeiten nicht eingehalten werden können. Ebenso ist es möglich, dass man am Ankunftsflughafen nachts kein Essen und Trinken kaufen kann. Deshalb immer ausreichend Vorrat mitnehmen. - Mitnahme spezieller Diabetesutensilien
Seit den Ereignissen des 11. September gelten im Flugverkehr verschärfte Sicherheitsmaßnahmen, speziell bei Reisen in die USA. Da spitze Gegenstände als potentielle Tatwerkzeuge gelten, müssen Diabetiker unbedingt einige Vorsorgemaßnahmen treffen, um ihre Spritzen und Lanzetten zur Therapie und Diagnostik mitführen zu dürfen:- Insulin muss mit Originaletikett versehen sein, dass eindeutig den Wirkstoff nachweist. Insulinflaschen sollten möglichst in der Originalverpackung bleiben, da sich der Rezeptaufdruck auf der Verpackung befindet und sonst beschädigt wird.
- Lanzetten zur Blutzuckermessung sollten original verpackt sein und auf dem Blutzuckermessgerät muss der Herstellername sichtbar zu lesen sein. Dann können auch Diabetiker, die kein Insulin benötigen, ihren Blutzucker kontrollieren.
- Glukagon-Kits müssen ebenfalls original verpackt und original etikettiert sein.
- Diabetiker sollten einen speziellen Diabetikerausweis in deutsch und englisch, evtl. auch in der Landessprache, mit sich führen. Normale Rezepte und Arztbriefe, in denen die notwendigen Medikamente aufgelistet sind, reichen nicht aus.
- In jedem Fall ist es zu empfehlen, sich vor Abflug noch einmal bei der Fluggesellschaft nach entsprechenden Bestimmungen zu erkundigen.
5. Aufenthalt
- Häufiges Messen
Da sich Urlaubsaktivitäten von denen des Alltags unterscheiden, verändert sich der Insulinbedarf. Diese Schwankungen sind nur durch häufige Messungen zu kontrollieren. - Extremes Klima
- Insulin kann bei heißem Klima schneller wirken.
- Die Testergebnisse können eventuell nicht so zuverlässig genau wie zu Hause sein.
- Insulin kann bei hohen Temperaturen am Körper mitgeführt werden, aber es darf nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt oder in extrem heißen Räumen, z.B. im Auto, ohne Schutz aufbewahrt werden. Als Isolierung geeignet sind entweder Thermoskannen oder Styroporboxen. Sie schützen auch vor Frost.
- Infektionen mit Fieber
Erkrankungen können zu einer schweren Stoffwechselentgleisung/Ketoacidose führen. Die Symptomatik kann leicht mit einer Magen-Darm-Infektion verwechselt werden. Es sollte dann nach einem speziellem Schema (beim behandelnden Arzt erfragen) vorgegangen werden. Bei Infektionen benötigen Diabetiker grundsätzlich mehr Flüssigkeit und Insulin. - Kleine Verletzungen, besonders der Füße
Bei Diabetikern können sich schon kleine Verletzungen, z.B. Blasen oder kleine Risse, rasch entzünden und das "diabetische Fußsyndrom" auslösen. Nähere Informationen unter Diabetischer Fuß.
6. Verwandte Links
Urlaub bei chronischen und schweren Krankheiten
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Krankenversicherungsschutz im Ausland: Auslandsschutz
Letzte Aktualisierung am 19.02.2010 Redakteur/in: Manfred Hägele
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