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Diabetischer Fuß

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Bei Diabetikern kann es gerade in den Füßen zu Nervenkrankheiten oder zum Verschluss von Blutgefäßen kommen. Taubheitsgefühl oder Schmerzen beim Laufen sind Alarmzeichen. Vorbeugend wirken vor allem Fußgymnastik, spezielle Schuhe und eine gute Hautpflege.

 

2. Grundsätzlicheszum Inhaltsverzeichnis

Diabetiker müssen sehr auf ihre Füße achten. Schlechte Zuckereinstellungen führen häufig zur diabetischen Polyneuropathie (Nervenerkrankung) und zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (krankhafter Verschluss von Blutgefäßen). Infolge der beiden Erkrankungen mit ihren Empfindungsstörungen bleiben Verletzungen oder Infektionen oft unbemerkt. Die schlechte Wundheilung kann im schlimmsten Fall eine Amputation (siehe unten) des betroffenen Fußes nach sich ziehen.

 

3. Anzeichen für Nervenschädigungenzum Inhaltsverzeichnis

  • kein Temperatur- und Schmerzempfinden
  • Taubheitsgefühl
  • Kribbeln
  • Kältegefühl bei warmen Füßen
  • "Ameisenlaufen"
  • Wadenkrämpfe in Ruhe
  • Schmerzen in Ruhe
  • trockene und rissige Haut
  • schmerzlose Wunden und Hühneraugen
  • Fußschwellungen
  • Hornhautschwielen
  • Fußdeformationen und Unbeweglichkeit der Zehen

 

4. Anzeichen für Durchblutungsstörungenzum Inhaltsverzeichnis

  • Schmerzen beim Laufen
  • blasse Haut
  • kühle Haut beim Betasten
  • fehlende Pulse

 

5. Tipps zur Vorbeugungzum Inhaltsverzeichnis

  • Regelmäßige Fußgymnastik: fördert die Beweglichkeit und Durchblutung, hilft gegen kalte Füße und steigert das Wohlbefinden.
  • Nicht barfuß oder in Strümpfen laufen: Verletzungsgefahr.
  • Die empfohlenen oder verordneten Schuhe auch wirklich tragen: vermeidet Druckstellen. Schuhtechniker und Arzt sollten sich von der druckarmen Passform der Schuhe selbst überzeugen.
  • Schuhe immer am Nachmittag kaufen, da Füße im Laufe des Tages anschwellen.
  • Neue, nicht eingelaufene Schuhe anfangs nur kurze Zeit tragen, nicht für längere Strecken auswählen. Strümpfe täglich wechseln. Strümpfe mit hohem Baumwollanteil tragen, Strümpfe sollten keine auftragenden Nähte haben, keine Falten werfen und nicht einschnüren.
  • Füße keinen extremen Temperaturen aussetzen: Verbrennung z.B am Sandstrand oder durch eine Wärmflasche, genauso schädlich ist eine Unterkühlung.
  • Füße regelmäßig untersuchen auf:
    • Druckstellen
    • Blasen
    • Hornhautschwielen mit dunklen Flecken
    • Rötung
    • Schwellung
    • Hautverletzung
    • Fußpilz
  • Gute Hautpflege betreiben:
    • täglich kurz waschen oder baden: nicht aufweichen lassen, keine hohen Temperaturen
    • rückfettende Seifen verwenden
    • sorgfältig und vorsichtig abtrocknen
    • Haut eincremen, dabei die Zehenzwischenräume auslassen
  • Die Füße mindestens einmal jährlich vom Arzt untersuchen lassen. Die Ergebnisse können in einem Diabetes-Pass dokumentiert werden.
  • Bei Problemen immer zu einem diabetisch geschulten Fußpfleger gehen.
  • Informationen über Podologen erhalten Sie beim Deutschen Podologen Verband unter externer Linkhttp://podologen-liste.de/.

 

6. Amputationzum Inhaltsverzeichnis

In Deutschland werden pro Jahr rund 44.000 Fußamputationen durchgeführt, davon  erfolgen knapp 70 %, etwa 30.000, in Zusammenhang mit Diabetes. Eine Amputation ist ein folgenschwerer Eingriff und wird nur durchgeführt, wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten erfolglos oder ohne dauerhaften Erfolg waren. Vorrangige Behandlungsmethoden können sein:

  • Medikamentöse Behandlung
  • Plastisch rekonstruktive Maßnahme
    Dabei wird mit einer speziellen Operationstechnik abgestorbenes Gewebe entfernt und der dabei entstehende Defekt durch körpereigenes Gewebe wieder verschlossen.

 

Vor einer Amputation ist eine sorgfältige Diagnostik unerlässlich.

 

Je nach Schädigung kann eine lokal begrenzte Amputation unterhalb des Sprunggelenks (sogenannte Minoramutation) oder eine Amputation oberhalb des Sprunggelenks (sogenannte Majoramputation) erforderlich werden.

 

Eine Minoramputation kann erforderlich sein bei

  • einem offenen Gelenk
  • einem freiliegenden Knochen
  • einem feuchten Geschwür (Gangrän)
  • abgestorbenem Gewebe (trockene Nekrose)

 

Eine Majoramputation kann erforderlich sein, wenn

  • sich eine bestehende Infektion trotz aller Gegenmaßnahmen weiter ausbreitet.
  • eine verminderte Durchblutung zum Absterben von Muskelgewebe und zur Bedrohung anderer Organfunktionen führt.
  • therapieresistente, vom Patienten nicht mehr auszuhaltende Ruheschmerzen bestehen.

 

Auf jeden Fall ist zu empfehlen, vor einer Amputation eine Fuß-Ambulanz für Diabetiker zu konsultieren und eine Zweitmeinung einzuholen. Adressen von auf Diabetes spezialisierten Kliniken und Einrichtungen vermittelt der externer LinkDeutsche Diabetiker Bund.

 

7. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Häusliche Krankenpflege

Heilmittel

Diabetes

Diabetes > Allgemeines

Diabetes > Ernährung

Diabetes > Familie

Diabetes > Medizinische Rehabilitation

Diabetes > Schwerbehinderung

Diabetes > Verhaltenstipps

 

Redakteur: Manfred Hägele

 

Letzte Aktualisierung am 02.09.2017   Redakteur/in: Manfred Hägele

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