Epilepsie > Allgemeines
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1. Das Wichtigste in Kürze
Epilepsie ist eine Störung des Gehirns, durch die es zu Muskelkrämpfen und Bewusstseinsstörungen kommen kann. Die Ursachen sind sehr unterschiedlich. Behandelt wird Epilepsie von Neurologen, in schwierigeren Fällen auch von Epilepsie-Ambulanzen.
2. Kurzinfo zur Krankheit
Epilepsie ist der Oberbegriff für vorübergehende Funktionsstörungen des Gehirns mit anfallsweise auftretenden Muskelkrämpfen und Bewusstseinsstörungen, die durch plötzliche elektrische Entladungen von Nervenzellen des Gehirns entstehen. Ursachen und auch Formen der Epilepsie können sehr unterschiedlich sein.
Milliarden von Nervenzellen im menschlichen Gehirn sind durch chemische und elektrische Impulse aufeinander abgestimmt und ermöglichen so Denken, Bewegen, Fühlen, Sprechen und das Wahrnehmen optischer und akustischer Reize. Ein epileptischer Anfall hat Auswirkungen auf einzelne Gehirngebiete oder das gesamte Gehirn. Je nachdem, wo ein Anfall passiert, hat er unterschiedliche Auswirkungen.
Von Epilepsie spricht man, wenn ein Mensch ohne ersichtlichen Grund mindestens 2 epileptische Anfälle im Lauf des Lebens hat. 1 % aller Menschen erkranken an einer Epilepsie. Dabei zeigt sich eine deutliche Altersverteilung: Besonders häufig ist Epilepsie in den ersten Lebensjahren und ab dem 60. Lebensjahr.
Mehr Informationen zu Anfallsarten und Verhalten beim Anfall: Epilepsie > Anfälle.
3. Epilepsie-Ambulanzen
Ist ein Epilepsiepatient nach 2 Jahren Behandlung durch einen Facharzt (in der Regel ein Neurologe) medikamentös nicht so eingestellt, dass er anfallsfrei ist oder ist er zwar anfallsfrei, leidet aber unter starken Nebenwirkungen der Medikamente, sollte der behandelnde Arzt Rat bei Kollegen einer Spezialeinrichtung wie einer Epilepsie-Ambulanz oder einer Epilepsieklinik suchen.
Die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie e.V. (DGfE) hat einen Kriterienkatalog erarbeitet, der Voraussetzungen einer Epilepsie-Ambulanz beinhaltet: "Epilepsie-Ambulanzen sind regionale Spezialeinrichtungen zur ambulanten Diagnostik, Behandlung und sozial-medizinischen Betreuung von Problemfällen. Sie dienen auch der epileptologischen Fortbildung niedergelassener Ärzte und allen Personen, die mit der Rehabilitation Epilepsiekranker befasst sind. Sie sind an (Neuro)Pädiatrische, Neurologische oder Neuro-Psychiatrische Kliniken oder entsprechende Fachabteilungen von Krankenhäusern angeschlossen."
Mindestvoraussetzungen:
- Personelle Besetzung: multiprofessionelles Team bestehend aus leitendem Arzt, Psychologe und Sozialarbeiter
- Apparative Ausstattung: EEG-Gerät, Labor, CT, MRT etc.
- Organisation: regelmäßige Sprechstunden, Notfalldienst
- Kapazität: mindestens 500 Konsultationen pro Jahr
Die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie bietet die Definition mit den Voraussetzungen zur Epilepsie-Ambulanz unter
www.dgfe.info > Ambulanzen zum Herunterladen an.
Epilepsie-Ambulanzen sind für "Problemfälle bei Epilepsie" geschaffen. Sie klären diagnostische Zweifelsfälle und beraten Patienten zu Schwangerschaft und Geburt, Sport und Reisen, Führerschein, Schul- und Berufswahl und Rehabilitation. Eine Übersicht aller Epilepsie-Ambulanzen nach den Kriterien der Internationalen Liga gegen Epilepsie findet sich im Internet unter
www.ligaepilepsie.de > Ambulanzen.
4. Epilepsie-Zentren
Epilepsie-Zentren sind überregionale Einrichtungen für Menschen mit schwer therapierbaren Epilepsien, die sowohl ambulante als auch stationäre Diagnostik, Therapie und Rehabilitation bieten. Gleichzeitig sollten diese Zentren an Universitäten angeschlossen sein, um als Lehrkrankenhaus in Forschung und Ausbildung mitzuwirken. Epilepsie-Zentren gibt es für Kinder und für Erwachsene.
5. Verwandte Links
Epilepsie > Finanzielle Hilfen
Epilepsie > Medizinische Rehabilitation
Internationaler Epilepsie Notfallausweis
Letzte Aktualisierung am 24.07.2009 Redakteur/in: Lydia Schrupp
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