Epilepsie > Kinder
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1. Das Wichtigste in Kürze
Bei epilepsiekranken Kindern sind unbedingt Erzieher bzw. Lehrer zu informieren, um richtiges Verhalten im Fall eines Anfalls zu gewährleisten. Eine enge Abstimmung unterstützt auch die Therapie durch den Facharzt. Kinder sollten so weit wie möglich am Schulsport teilnehmen.
2. Kommunikation
Auffälligkeiten bei Kindern oder Anfälle treten oft zum ersten Mal in Kindergarten oder Schule auf. Es ist deshalb wichtig, dass Erzieher/Lehrer die Kinder beobachten und ihre Beobachtungen den Eltern mitteilen. Die Details helfen bei der Diagnosestellung und Therapie und sollten deshalb unbedingt dem Facharzt weitergegeben werden.
Wenn bei Kindern die Gefahr von Anfällen besteht, sollten die Eltern die Erzieher bzw. Lehrer unbedingt davon unterrichten, damit diese wissen, wie sie bei einem Anfall richtig reagieren. Das Wissen über die Krankheit und das richtige Verhalten bei einem Anfall kann Panik und Hilflosigkeit vermeiden.
Details zu den Anfallsarten und dem Verhalten bei Grand-Mal-Anfällen siehe Epilepsie > Anfälle.
Einen Vordruck für ein Informationsblatt für Betreuer bietet der Arzt Dr. med. Helmut Volkers unter
www.anfallskind.de, direkter Download unter
www.anfallskind.de/Anfbetrmbl.htm.
Informationen für Lehrer bietet
www.epilepsie-lehrerpaket.de, eine Seite der Epilepsievereinigung Bayern.
Auch die anderen Kinder in der Gruppe bzw. Klasse sollten über die Erkrankung aufgeklärt werden. Gegebenenfalls kann das eine fachlich und pädagogisch versierte Person, z.B. ein Epilepsieberater, machen, denn das wichtigste Ziel ist, Ablehnung und Ausgrenzung des anfallskranken Kindes zu vermeiden. Das ist nicht immer einfach bei dieser Erkrankung, denn die Anfälle treten plötzlich auf, sie können bei Kindern Irritationen hervorrufen und auch viele Erwachsene haben Mühe im vorurteilsfreien Umgang mit Epilepsie.
Die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erzieherinnen/LehrerInnen ist auch bei anfallsfreien Kindern wichtig, um mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten oder anderen Behandlungsmaßnahmen gemeinsam zu beobachten.
3. Medikamentengabe
Die Gabe von Medikamenten durch Erzieher/Lehrer im Kindergarten bzw. in der Schule ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Eine Pflicht für Erzieher/Lehrer, Medikamente zu geben, gibt es nicht. Zum Teil gibt es Ängste und Vorbehalte zu Haftungsfragen. Im Sinne einer Integration und altersgemäßen Entwicklung des Kindes sollte man mit den jeweiligen Verantwortlichen gemeinsam nach sicheren und für alle Beteiligten akzeptierbaren Lösungen suchen. Selbsthilfegruppen und Epilepsieberater können mit Erfahrungen und Formularen helfen, aber auch die zuständigen Ministerien oder Fachbehörden der Kindergärten/Schulen halten zum Teil Informationen und Empfehlungen bereit.
4. Schulsport
Sport tut jedem Kind/Jugendlichen gut und ist besonders in der Schule wichtig für die Integration in der Klasse und das Selbstbewusstsein des Kindes. Wenn ein Kind bereits über einen Zeitraum von 1 bis 2 Jahren anfallsfrei ist, kann es grundsätzlich jede Sportart ausüben.
Anders ist es jedoch bei häufigen Anfällen, die nicht einschätzbar sind, doch auch hier ist ein generelles Sportverbot nicht sinnvoll. Grundsätzlich gilt: Nicht ins Wasser und keine absturzgefährdeten Sportarten wie Klettern oder Schwebebalken. Hier sollte der Rat des Facharztes eingeholt werden.
5. Buchtipp
Ritva A. Sälke-Kellermann: Epilepsie bei Schulkindern. Herausgegeben von der Stiftung Michael.
Bestellung und Beschreibung unter
www.stiftung-michael.de/schriften/schriften_epilepsie.php?l=1&e=0, Direkter Download (8 MB):
www.stiftung-michael.de/downloads/broschueren/Epilepsie_bei_Schulkindern.pdf. Die Schrift richtet sich an Fachleute und Laien, also Ärzte, Eltern und Pädagogen.
6. Verwandte Links
Letzte Aktualisierung am 04.10.2011 Redakteur/in: Lydia Schrupp
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