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Erbschein

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Für die Legitimation als Erbe ist der Erbschein der amtliche Nachweis. Dieser wird beim zuständigen Nachlassgericht beantragt.

 

2. Zweckzum Inhaltsverzeichnis

Der Erbschein ist eine amtliche Urkunde, die regelt wer Erbe ist. Ein Erbschein ist in vielen Fällen erst die Voraussetzung, Rechtsgeschäfte mit Dritten über das vererbte Vermögen abzuwickeln. Der Erbschein dient der Beweiserleichterung und der Sicherheit im Rechtsverkehr.

 

3. Antragzum Inhaltsverzeichnis

Der Erbschein muss beim Nachlassgericht (Amtsgericht), in Baden-Württemberg beim Notariat, beantragt werden, an dem der Erblasser seinen letzten Wohnsitz hatte. Die Erben müssen beweisen, dass sie ein Recht auf die Erbschaft haben.

 

Erforderliche Unterlagen bei gesetzlichen Erben:

  • Personalausweis.
  • Sterbeurkunde.
  • Familienstammbuch oder andere Personenstandsurkunden, welche die Verwandtschaft zum Verstorbenen belegen.
  • Angaben, ob und welche Personen vorhanden sind, durch die der Erbe von der Erbfolge ausgeschlossen bzw. sein Erbteil gemindert werden würde.
  • Angaben, ob es ein Testament gibt.
  • Angaben, ob ein Rechtsstreit über das Erbrecht geführt wird.
  • Angaben, welcher eheliche Güterstand mit dem Verstorbenen bestanden hat.

 

Besteht ein notarieller Erbvertrag oder ein notarielles (= öffentliches) Testament, ist in der Regel kein Erbschein notwendig.

 

3.1. Antragsteller

Beantragen können einen Erbschein z.B.:

  • Alle Erben (Erben, Vorerben, Erben des Erben)
  • Testamentsvollstrecker
  • Nachlassverwalter

 

4. Inhaltzum Inhaltsverzeichnis

Der Erbschein beinhaltet:

  • Daten des Erblassers
  • Daten des Erben
  • Umfang des Erbrechts
  • Verfügungsbeschränkungen (Testamentsvollstreckung)
  • bei Testamentsvollstreckung den Testamentsvollstrecker

 

5. Artenzum Inhaltsverzeichnis

Es gibt verschiedene Arten von Erbscheinen. Die häufigsten sind:

  • Alleinerbschein: Erbschein für einen Alleinerben.
  • Gemeinschaftlicher Erbschein: Erbschein für mehrere Erben zusammen. Die jeweiligen Anteile sind ausgewiesen.
  • Teilerbschein: Mehrere Erben sind vorhanden und jeder Einzelne bekommt einen Erbschein.

 

6. Kostenzum Inhaltsverzeichnis

Die Kosten für einen Erbschein richten sich nach der Höhe des Erbes.

Im GNotKG (Gerichts- und Notarkostengesetz) ist festgelegt, wie hoch die Gerichtsgebühren bei welchem Geschäftswert (= Höhe des Erbes) sind (§ 34, 40 GNotKG). Detaillierte Angaben stehen in Anlage 2: externer Linkwww.gesetze-im-internet.de/gnotkg/anlage_2.html. Für einen Erbschein gilt Tabelle B. 

Weitere Gebühren können anfallen, wenn der Erbschein über einen Notar beantragt wird oder eine eidesstaatliche Versicherung abgegeben werden muss. 

 

7. Unrichtigkeitzum Inhaltsverzeichnis

Wird die Unrichtigkeit eines Erbscheins festgestellt, kann dieser vom Nachlassgericht wieder eingezogen oder für kraftlos erklärt werden.

 

8. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Nachlassgericht, Notar

 

9. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Organisatorisches nach dem Tod

Todesbescheinigung

Organisatorisches nach dem Tod > Beurkundung und Sterbeurkunde

Testament

 

Gesetzesquelle(n) 

§§ 2353-2370 BGB

 

Letzte Aktualisierung am 06.03.2017   Redakteur/in: Sabine Bayer

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