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Fahrtkosten Transportkosten

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Krankenkassen übernehmen nur Fahrtkosten, die unbedingt notwendig sind, z.B. Rettungsfahrten. Bei ambulanten Behandlungen gibt es nur in den wenigsten Fällen eine Kostenübernahme, die unbedingt vorab mit der Krankenkasse geklärt werden sollte. In jedem Fall müssen Fahrscheine, Quittungen und Bescheinigungen aufbewahrt werden.

 

2. Übernommene Fahrten zu Krankenbehandlungenzum Inhaltsverzeichnis

Die Krankenkasse übernimmt Fahrtkosten im Rahmen einer Krankenhausbehandlung oder Krankenbehandlung in folgender Form:

  • Rettungsfahrten zum Krankenhaus, wenn der Patient aufgrund seines Zustands mit einem qualifizierten Rettungsmittel (Rettungswagen, Notarztwagen, Rettungshubschrauber) transportiert werden muss.
  • Krankentransporte, wenn der Patient eine fachliche Betreuung oder die besondere Einrichtung des Krankentransportwagens braucht, oder bei schweren, ansteckenden Krankheiten,
    • zu stationären Leistungen, zu vor- und nachstationären Behandlungen (§ 115 a SGB V) und zu ambulanten Operationen. 
    • zu allen sonstigen ambulanten Behandlungen nur nach vorheriger Genehmigung der Krankenkasse.
  • Krankenfahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, privaten Kraftfahrzeugen, Mietwagen oder Taxen ohne medizinisch-fachliche Betreuung:
    • zu stationären Leistungen (§ 60 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 SGB V).
    • zu vor- und nachstationären Behandlungen bzw. ambulanten Operationen mit damit in Zusammenhang stehender Vor- oder Nachbehandlung nur, wenn dadurch eine stationäre Behandlung vermieden oder verkürzt wird.
    • Achtung: Fahrtkosten zu einer ambulanten Behandlung übernimmt die Krankenkasse nur nach vorheriger Genehmigung.

 

2.1. Voraussetzungen

Die Krankenkasse übernimmt Fahrtkosten in der Regel nur unter folgenden Bedingungen:

  • Zwingende medizinische Gründe. 
  • Nächste Behandlungsstätte, d.h.: Kosten bis zur nächsterreichbaren geeigneten Behandlungsstätte und zurück, außer es besteht ein zwingender medizinischer Grund für die Behandlung an einem entfernteren Ort.
  • Vorherige ärztliche Verordnung mit ärztlicher Begründung zur Wahl des Beförderungsmittels.
    Ausnahmen:
    • Nachträgliche Verordnung in Notfällen.
    • Ohne Verordnung bei Fahrten mit privatem Kfz oder öffentlichen Verkehrsmitteln.
    • Statt Verordnung vorherige Klärung mit der Krankenkasse bei ambulanter oder stationärer Reha.

 

2.2. Ausnahmsweise Kostenübernahme bei Krankenfahrten zu ambulanten Behandlungen

Fahrt- und Transportkosten kann die Krankenkasse in folgenden Fällen übernehmen:

  • Häufige Therapie bei bestimmten Erkrankungen
    Fahrten zur ambulanten Behandlung, wenn der Patient an einer Grunderkrankung leidet,
    die (1) eine bestimmte Therapie erfordert,
    die (2) häufig und über einen längeren Zeitraum erfolgen muss,
    und (3) der zu dieser Behandlung führende Krankheitsverlauf den Patienten in einer Weise beeinträchtigt, dass eine Beförderung unerlässlich ist, z.B. Dialysebehandlung, onkologische Strahlen- oder Chemotherapie. Dies muss vom Arzt attestiert werden.
  • Schwerbehinderte und pflegebedürftige Menschen
    Fahrten zur ambulanten Behandlung, wenn der Patient einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen aG (außergewöhnliche Gehbehinderung), dem Merkzeichen Bl (blind) oder dem Merkzeichen H (hilflos) hat oder die Pflegestufe 2 oder 3 nachweisen kann.

 

Die Krankenkasse muss die Fahrten jeweils vorher genehmigen.

 

2.2.1. Praxistipps

Bei einigen Krankenkassen leistet der Versicherte die Zuzahlung sogar nur für die erste und die letzte Fahrt, insbesondere bei Chemo- oder Strahlentherapie.

 

3. Fahrzeugart und Kosten
zum Inhaltsverzeichnis

Bei der Wahl des Fahrzeugs ist die folgende Rangfolge einzuhalten, d.h. 2) wird nur bezahlt, wenn 1) nicht benutzt werden kann.

  1. Öffentliche Verkehrsmittel unter Berücksichtigung von Fahrpreisermäßigungen
  2. Taxi oder Mietwagen
  3. Krankenwagen oder Rettungsfahrzeug

 

Bei 2. und 3. gibt es Tarife, die die Anbieter mit den Krankenkassen aushandeln. Die Patienten leisten eine Zuzahlung, siehe unten.

 

Die Kosten für das Privatauto werden nach dem Bundesreisekosten-Gesetz erstattet: 0,20 €/km bis maximal 130,- €. Erstattung aber immer nur maximal bis zur Höhe der unter 1. bis 3. genannten Fahrzeugkosten.

 

4. Praxistippszum Inhaltsverzeichnis

Für die Kostenerstattung bei ÖPNV, Taxi, Mietwagen oder Privatauto müssen vorgelegt werden:

  • alle Fahrscheine/Fahrausweise
    und
  • Bestätigung der Klinik/Rehaklinik, des Arztes oder Therapeuten, dass und zu welchem Zweck die Behandlung stattgefunden hat.

 

Wenn die Fahrt zur Krankenbehandlung aus medizinischen Gründen nur mit Taxi oder Mietwagen möglich ist, dann muss dies vom behandelnden Arzt schriftlich bestätigt werden. Vordrucke dazu sind in der Regel in Arztpraxen vorhanden.

 

5. Zuzahlungzum Inhaltsverzeichnis

Der Patient zahlt in jedem Fall 10 % der Fahrtkosten selbst, mindestens jedoch 5,- € und höchstens 10,- €.

Achtung: Dies gilt auch für Kinder und Jugendliche.

 

5.1. Befreiung

Die Befreiung von der Zuzahlung ist bei Überschreiten der Belastungsgrenze möglich (Zuzahlungsbefreiung).

 

6. Keine Kostenübernahmezum Inhaltsverzeichnis

Keine Übernahme von Kosten

  • des Patienten im Sinne von Aufwendungen für Verpflegung, Übernachtung, Gepäcktransport, aber Erstattung von Reisekosten bei Fahrten in Verbindung mit einer medizinischen Rehabilitation.
  • eines Rücktransports aus dem Ausland.

 

7. Richtlinienzum Inhaltsverzeichnis

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat zur Verordnung von Krankenfahrten, Krankentransportleistungen und Rettungsfahrten Richtlinien erstellt. Diese Richtlinien können Sie unter externer Linkwww.g-ba.de > Informations-Archiv > Richtlinien downloaden. 

 

8. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Krankenkassen und das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit zum Thema Krankenversicherung 030 3406066-01, Mo-Do 8-18 Uhr, Fr 8-12 Uhr.

 

9. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Reisekosten

Krankenkasse

Fahrdienste

 

Gesetzesquelle(n) 

(§ 60 SGB V)

 

Letzte Aktualisierung am 22.09.2016   Redakteur/in: Andrea Nagl

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