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Früherkennung von Krankheiten

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Viele Krankheiten können bei einer frühen Erkennung effektiver bekämpft werden. Für bestimmte Vorsorgeuntersuchungen übernehmen die Krankenkassen deshalb die Kosten. Die bekanntesten Früherkennungsmaßnahmen sind die U1 bis U9 bei Kindern sowie die Krebsvorsorge.

 

2. Allgemeineszum Inhaltsverzeichnis

Der Früherkennung von Krankheiten dienen Gesundheitsuntersuchungen für Erwachsene und Kinderfrüherkennungsuntersuchungen.

Die Früherkennung im Sinne der Krankenversicherung ist durch 4 Kriterien bestimmt:

  • Das Vor- und Frühstadium der Krankheiten muss diagnostisch erfassbar sein.
  • Die Krankheitszeichen müssen medizinisch-technisch eindeutig erfassbar sein.
  • Die Krankheiten müssen wirksam behandelt werden können.
  • Es müssen genügend Ärzte und Einrichtungen vorhanden sein, um aufgefundene Verdachtsfälle eingehend zu diagnostizieren und zu behandeln.

 

3. Gesundheitsuntersuchungenzum Inhaltsverzeichnis

(§ 25 SGB V)

Die Krankenkasse übernimmt bei erwachsenen Versicherten alle anfallenden Kosten für sogenannte Gesundheitsuntersuchungen.

Bei Geringverdienenden oder nicht Krankenversicherten kommt unter Umständen das Sozialamt für die Kosten der Gesundheits- und Kinderuntersuchungen auf. Näheres unter Vorbeugende Gesundheitshilfe.

  • Für die Früherkennung von Krankheiten, z.B. Diabetes, Herz-, Kreislauf- und Nierenerkrankungen, jedes 2. Jahr ab dem 35. Geburtstag (sogenannter Gesundheits-Check-up)
  • Krebsvorsorgeuntersuchung (einschließlich der diesbezüglichen Beratung) für Frauen
    • ab 20 Jahren: Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs einmal jährlich

    • ab 30 Jahren: zusätzlich jährliche Früherkennung von Brustkrebs

    • von 50 bis 69 Jahren: alle 2 Jahre Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs

  • Krebsvorsorgeuntersuchung (einschließlich der diesbezüglichen Beratung) für Männer

    • ab 45 Jahren: jährliche Früherkennung von Krebserkrankungen der Prostata und des äußeren Genitales (Prostatakarzinom)

  • Krebsvorsorgeuntersuchung (einschließlich der diesbezüglichen Beratung) für Frauen und Männer

    • ab 35 Jahren: Früherkennung von Hautkrebs alle 2 Jahre

    • von 50 bis 55 Jahren: jährliche Stuhluntersuchung zur Darmkrebsfrüherkennung

    • ab 55 Jahren: alle 2 Jahre Stuhluntersuchung zur Darmkrebsfrüherkennung oder im Abstand von 10 Jahren höchstens 2  Darmspiegelungen

 

4. Richtlinien zum Inhaltsverzeichnis

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat zur Früherkennung von Krankheiten sogenannte Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinien, Kinder-Richtlinien, Richtlinien zur Jugendgesundheitsuntersuchung und Krebsfrüherkennungs-Richtlinien erstellt. Diese Richtlinien können Sie unter externer Linkwww.g-ba.de > Informations-Archiv > Richtlinien downloaden.

 

5. Kinderfrüherkennungsuntersuchungenzum Inhaltsverzeichnis

(§ 26 SGB V)

Die Krankenversicherung übernimmt bei Kindern die Kosten für folgende Untersuchungen (abgekürzt "U") zur Früherkennung von Krankheiten. Die Untersuchungsinhalte sind nicht vollständig sondern beispielhaft aufgeführt.

  • U 1: Neugeborenen-Erstuntersuchung
    Sofortige Kontrolle lebenswichtiger Funktionen wie Herzschlag und Atmung.
  • Neugeborenen-Hörscreening bis zum 3. Lebenstag, spätestens bis zur U 2
    Früherkennung von Hörstörungen
  • Erweitertes Neugeborenenscreening bis zum 3. Lebenstag, spätestens bis zur U 2
    Früherkennung angeborener Stoffwechseldefekte und hormoneller Störungen.
  • U 2: Neugeborenen-Untersuchung vom 3.-10. Lebenstag
    Grunduntersuchung aller Organe, Körpermaße, Skelett, Motorik und Reflexe.  
  • U 3: 4.-5. Lebenswoche
    Körperliche Untersuchung "von Kopf bis Fuss" wie U2, Prüfung der altersgemäßen Entwicklung, z.B. Abfrage des Trink-, und Schlafverhaltens. 
  • U 4: 3.-4. Lebensmonat
    Impfberatung, Prüfung der Eltern-Kind-Interaktion sowie das Erkennen von geistigen und körperlichen Entwicklungsauffälligkeiten. 
  • U 5: 6.-7. Lebensmonat
    Erneute körperliche Untersuchung, Suche nach Hinweisen auf Entwicklungsverzögerungen oder -risiken. 
  • U 6: 10.-12. Lebensmonat
    Kontrolle "was das Kind schon alles kann", z.B. der geistigen Entwicklung, der Sinnesorgane und der Bewegungsfähigkeit.
  • U 7: 21.-24. Lebensmonat
    Test der sprachlichen Entwicklung, Feinmotorik und Körperbeherrschung, Kontrolle des Impfpasses.
  • U 7a: 34.-36. Lebensmonat
    Frühzeitige Erkennung von Sehstörungen und sonstigen Auffälligkeiten, im dritten Lebensjahr erste von 3 Untersuchungen auf Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten.
  • U 8: 46.-48. Lebensmonat
    Intensive Prüfung aller Organe, Bewegungsabläufe, Entwicklungen, Sprache, Verhaltensweisen, um eventuelle Krankheiten und Fehlentwicklungen im Vorschulalter gezielt behandeln zu können.
  • U 9: 60.-64. Lebensmonat
    Noch einmal intensive Prüfung aller Organe, des Hörens und Sehens, der Sprachentwicklung und Bewegungsfähigkeit, um eventuelle Krankheiten und Fehlentwicklungen vor dem Schuleintritt zu erkennen und zu heilen.

 

Für Schulkinder und Jugendliche gibt es 4 weitere Vorsorgeuntersuchungen:

  • U10: 7-8 Jahre
    Untersuchungen zur Erkennung von Schulleistungsstörungen, sozialer und körperlicher Entwicklung, Zahngesundheit und Verhaltensauffälligkeiten.
  • U11: 9-10 Jahre
    Prüfung von Bewegungsgewohnheiten, Essverhalten, Zahngesundheit, Medienkonsum und möglichen Suchtentwicklungen. Bei Mädchen gegebenenfalls Rötelimpfung.
  • J 1: 12-14 Jahre
    Die sog. "Jugendgesundheitsuntersuchung" sucht mögliche Krankheiten, die die Entwicklung gefährden könnten. Außerdem Gespräch über Suchtgefahren: Alkohol, Rauchen, Drogen, Essverhalten.
  • J2: 16-17 Jahre
    Mögliches Erkennen von Pubertäts- oder Sexualproblemen, Verhaltens- oder Sozialisationsstörungen, Diabetes mellitus oder Haltungsstörung. Informationen zu jugendrelevanten Themen.

 

Alle Krankenkassen übernehmen die Kosten für U1-U9 und J1, einige Krankenkassen übernehmen auch U10, U11 und J2. Letzteres ist mit der zuständigen Krankenkasse individuell zu klären.

 

6. Sportmedizinische Gesundheitsuntersuchungzum Inhaltsverzeichnis

Eine relativ neue Gesundheitsuntersuchung ist die sportmedizinische Gesundheitsuntersuchung. Diese sportärztliche Vorsorgeuntersuchung soll verhindern, dass Menschen, die Sport treiben, gesundheitliche Risiken eingehen. Sie richtet sich an Freizeitsportler mit und ohne Vorerkrankungen ebenso wie an ambitionierte Breiten- oder Leistungssportler. Vereinzelt übernehmen Krankenkassen die Kosten für diese Untersuchung.

 

Nähere Informationen sowie eine Liste von Ärzten, die von der DGSP (Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention) und dem DOSB (Deutscher olympischer Sportbund) empfohlen werden, finden Sie unter externer Linkwww.dgsp.de/seite/278044/sport-untersuchung.html.

 

7. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Krankenkassen

 

8. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Prävention

Vorbeugende Gesundheitshilfe

Vorsorgeleistungen und Vorsorgekuren

Frühförderung behinderter Kinder

 

Gesetzesquelle(n) 

(§§ 25, 26 SGB V)

 

Letzte Aktualisierung am 31.05.2017   Redakteur/in: Ines Grocki

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