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Grad der Behinderung bei Hirnschäden

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Bei Hirnschäden wird vom Versorgungsamt ein Grad der Behinderung (GdB) bzw. Grad der Schädigungsfolgen (GdS) zuerkannt. Er richtet sich nach der Schwere der Beeinträchtigung und den Auswirkungen.

 

2. Versorgungsmedizinsche Grundsätze zum Inhaltsverzeichnis

Das Versorgungsamt richtet sich bei der Feststellung der Behinderung nach den "Versorgungsmedizinischen Grundsätzen". Diese enthalten Anhaltswerte über die Höhe des Grads der Behinderung (GdB) bzw. des Grads der Schädigungsfolgen (GdS). Sie können beim Bundesjustizministerium unter externer Linkwww.gesetze-im-internet.de/versmedv/anlage.html eingesehen werden.

 

Bestimmend für die Beurteilung des GdB/GdS ist das Ausmaß der bleibenden Ausfallerscheinungen nach dem Abklingen der akuten Phase. Dabei sind der neurologische Befund, die Ausfallerscheinungen im psychischen Bereich unter Würdigung der prämorbiden Persönlichkeit und gegebenenfalls das Auftreten zerebraler Anfälle zu beachten. Bei der Mannigfaltigkeit der Folgezustände von Hirnschädigungen kommen GdB/GdS-Sätze zwischen 20 und 100 in Betracht.

 

3. Grundsätze der Gesamtbewertung von Hirnschädenzum Inhaltsverzeichnis

Die folgende GdS-Tabelle steht als Gesamtbewertung bei der Bewertgung von Hirnschäden im Vordergrund. Die anschließenden "isoliert vorkommenden bzw. führenden Syndrome" sind eine ergänzende Hilfe zur Beurteilung von GdB/GdS.

 

GdB/GdS

Hirnschäden mit geringer Leistungsbeeinträchtigung

30 - 40

Hirnschäden mit mittelschwerer Leistungsbeeinträchtigung

50 - 60

Hirnschäden mit schwerer Leistungsbeeinträchtigung

70 - 100

 

Liegen mehrere Funktionsstörungen vor, so werden die einzelnen Werte nicht zusammengerechnet, sondern es werden die einzelnen Auswirkungen der Funktionsbeeinträchtigungen in ihrer Gesamtheit betrachtet und daraus ein Gesamt-GdB/GdS festgelegt, der der Behinderung insgesamt gerecht wird.

 

4. Bewertung von Hirnschäden mit isoliert vorkommenden bzw. führenden Syndromen zum Inhaltsverzeichnis

Die verschiedenen Störungen sind oft kombiniert und gehen fließend ineinander über.

 

4.1. Hirnschäden mit psychischen Störungen

 

GdB/GdS

leicht (im Alltag sich gering auswirkend)

30-40

mittelgradig (im Alltag sich deutlich auswirkend)

50-60

schwer

70-100

 

4.2. Zentrale vegetative Störungen

Zentrale vegetative Störungen als Ausdruck eines Hirndauerschadens (z.B. Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, der Vasomotorenregelung oder der Schweißregulation)

GdB/GdS

leicht

30

mittelgradig, auch mit vereinzelten synkopalen Anfällen

40

mit häufigeren Anfällen oder erheblichen Auswirkungen auf den Allgemeinzustand

50

 

4.3. Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen

 

GdB/GdS

(spino-)zerebellarer Ursache je nach dem Ausmaß der Störung der Ziel- und Feinmotorik einschließlich der Schwierigkeiten beim Gehen und Stehen

30-100

 

4.4. Hirnschäden mit kognitiven Leistungsstörungen (z.B. Aphasie, Apraxie, Agnosie)

 

GdB/GdS

leicht (z.B. Restaphasie)

30-40

mittelgradig (z.B. Aphasie mit deutlicher bis sehr ausgeprägter Kommunikationsstörung)

50-80

schwer (z.B. globale Aphasie)

90-100

 

4.5. Zerebral bedingte Teillähmungen und Lähmungen

 

GdB/GdS

leichte Restlähmungen und Tonusstörungen der Gliedmaßnahmen

30

bei ausgerägteren Teillähmungen und vollständigen Lähmungen

je nach Funktionseinbußen und betroffenen Körperteilen

vollständige Lähmung von Arm und Bein (Hemiplegie)

100

 

4.6. Parkinson und Epilepsie

Parkinson > Schwerbehinderung

Epilepsie > Schwerbehinderung

 

5. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Grad der Behinderung bei Hirnschäden im Kindes- und Jugendalter

Grad der Behinderung

Versorgungsamt

Schädel-Hirn-Trauma

Schädel-Hirn-Trauma > Schwerbehinderung

Demenz

Demenz > Schwerbehinderung

Schlaganfall

Aphasie

 

Redakteur/in: Sabine Bayer

 

 

Letzte Aktualisierung am 16.10.2017   Redakteur/in: Sabine Bayer

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