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Häusliche Pflege > Ausländische Kräfte

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Bei der Beschäftigung ausländischer Kräfte, in der Regel Frauen aus Osteuropa, gibt es Grauzonen. Grundsätzlich ist die legale Beschäftigung über verschiedene Modelle möglich. Arbeitskräfte aus EU-Staaten können ohne Arbeitserlaubnis beschäftigt werden. Für sie gelten dieselben Bedingungen wie für deutsche Arbeitskräfte, also z.B. Bestimmungen zu Arbeitszeiten, Arbeitsschutz, Urlaub und Mindestlöhnen. Pflegekräfte aus Drittstaaten  (= Ausländer aus Nicht-EU-Staaten) benötigen für die Arbeitsaufnahme einen Aufenthaltstitel, in dem die Erlaubnis zur Aufnahme einer unselbstständigen Tätigkeit vermerkt ist. Es ist zu unterscheiden zwischen "Haushaltshilfe" und "Pflegekraft".

 

2. Beschäftigung ausländischer Haushaltshilfenzum Inhaltsverzeichnis

Eine ausländische Haushaltshilfe darf folgende Tätigkeiten verrichten:

  • Hilfe beim Einkaufen, Kochen, Waschen, Putzen und anderen Arbeiten im Haushalt
  • Pflegerische Alltagshilfen, z.B. Essen, Trinken, Waschen, An- und Auskleiden (neu seit 2010)
  • Soziale Betreuung und Motivation, z.B. Vorlesen, Spazierengehen oder Begleitung zu Arztbesuchen

 

Zur Verdeutlichung:

  • Eine Haushaltshilfe darf keine pflegerischen Tätigkeiten verrichten. Für Pflege ist eine berufliche Qualifikation Voraussetzung.
  • Eine Haushaltshilfe, die von der Krankenkasse bezahlt wird, gibt es nur, wenn ein Kind versorgt werden muss und der betreuende Elternteil ins Krankenhaus muss.

 

Unter folgenden Voraussetzungen vermittelt der Internationale Personalservice der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) ausländische Haushaltshilfen:

  • Die Haushaltshilfe muss Vollzeit beschäftigt sein, es ist maximal eine 6-Tage-Arbeitswoche möglich und es muss ausreichend Urlaub gewährt werden. Eine Probezeit von 4 Wochen ist zu vereinbaren und Sozialversicherungsbeiträge werden abgeführt (Kranken-, Renten-, Pflege-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung). Die Kündigungsfrist beträgt mindestens 1 Monat.
  • Das Gehalt muss konkret angegeben werden und den tariflichen oder ortsüblichen Bedingungen entsprechen. Der Mindestlohn ist landesabhängig und beträgt 1.572,- bis 1.750,- € monatlich. Informationen hierzu geben die örtlichen Agenturen für Arbeit oder die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung.
  • Angemessene Unterkunft. Bei Aufnahme im Haushalt des Arbeitgebers bei freier Kost und Logis werden die entsprechenden Kosten als geldwerter Vorteil zum Bruttoeinkommen hinzugerechnet.
  • Die Haushaltshilfe muss mindestens 18 Jahre alt sein.
  • Berufliche, sprachliche und sonstige Qualifikationen werden nicht vorausgesetzt (außer natürlich, der Pflegebedürftige oder seine Angehörigen wünschen diese)

 

2.1. Praxistipp

Ein ausführliches Merkblatt der ZAV (Zentrale Auslands- und Fachvermittlung) erhältlich unter externer Linkwww.zav.de, Suchbegriff "Haushaltshilfen".

 

2.2. Wer hilft weiter?

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit

Internationaler Personalservice, Villemombler Str. 76, 53123 Bonn, Telefon 0228 713-2132, Incoming@arbeitsagentur.de.

 

3. Beschäftigung ausländischer Pflegekräftezum Inhaltsverzeichnis

Ausgebildete Pflegekräfte aus der EU dürfen in Deutschland unter denselben Bedingungen beschäftigt werden wie Deutsche.

 

3.1. Mindestlohn für Angestellte

Für die gesamte Pflegebranche gelten seit 2010 Mindestlöhne. Sie betragen seit 1.1.2017 pro Stunde 10,20/9,50 € (West/Ost).

 

3.2. Selbstständige Pflegekräfte

Umstritten ist die Möglichkeit, dass selbstständige Pflegekräfte die Pflege übernehmen. Theoretisch ist das möglich, auch für Pflegekräfte aus dem Ausland, aber: Selbstständig ist nur, wer nicht abhängig ist. Wenn es aber nur einen Auftraggeber gibt (den Pflegebedürftigen bzw. seine Angehörigen), die Pflegekraft dort im Haushalt wohnt und Anweisungen befolgt, gilt sie als "scheinselbstständig", was nach dem Gesetz verboten ist.

 

3.3. Wer hilft weiter?

  • Hausärzte und Seniorenberatungsstellen kennen oft Adressen und Kontaktstellen vor Ort.
  • Die Pflegestützpunkte in den Ländern führen Pflegeberatung durch, Näheres unter Pflegestützpunkte Pflegeberatung.
  • Das Projekt "Triple Win" der Bundesagentur für Arbeit berät potentielle Arbeitgeber unter 06196 79-3588, externer Linkwww.triple-win-pflegekraefte.de.

 

4. Verwandte Links zum Inhaltsverzeichnis

Häusliche Pflege 

Ambulante Pflegedienste

Vollstationäre Pflege (Pflegeheim)

 

Gesetzesquelle(n) 

(AufenthG; § 284 SGB III)

 

Letzte Aktualisierung am 02.01.2017   Redakteur/in: Andrea Nagl

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