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Hausnotrufsysteme

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Hausnotrufsysteme ermöglichen es insbesondere älteren und allein lebenden Menschen, bei Hilflosigkeit, z.B. nach einem Sturz oder medizinischen Notfällen, schnell Hilfe zu bekommen. Über ein Hausnotrufgerät kann per Knopfdruck die Notrufzentrale alarmiert und Hilfe angefordert werden.

 

2. Funktionsweisezum Inhaltsverzeichnis

Das Hausnotrufgerät besteht aus einer Basisstation und einem Funksender, den der gefährdete Mensch immer bei sich trägt (z.B. um den Hals oder als Armband). Benötigt wird ein Telefonanschluss, denn die Basisstation ist ein Telefonwahlgerät, in das die Rufnummer der Hausnotrufzentrale einprogrammiert wird. Im Notfall löst ein Knopfdruck auf den Funksender bei der Notrufzentrale einen Notruf aus. Automatisch wird sofort eine Sprechverbindung hergestellt und der Mitarbeiter in der Hausnotrufzentrale kann erfragen, um welche Art von Notfall es sich handelt und die notwendigen Hilfen veranlassen, die vorher in einem Hilfeplan vereinbart wurden. So können z.B. zunächst Verwandte oder Nachbarn verständigt werden, je nach Situation auch sofort der Notarzt oder Rettungsdienst. Die Hausnotrufanbieter bieten in der Regel auch eine gesicherte Schlüsselhinterlegung an, damit die Wohnung im Notfall leicht zugänglich ist.

 

3. Zusatzfunktionenzum Inhaltsverzeichnis

  • Auf Wunsch verabreden viele Hausnotrufzentralen mit den Teilnehmern zu festgesetzten Zeiten ein "Alles-in-Ordnung-Signal". Wenn dieses ausbleibt, fragen die Mitarbeiter nach, ob etwas passiert ist.
  • Die meisten Hausnotrufgeräte funktionieren auch im weiteren Umfeld der Basisstation, z.B. im Keller oder im Garten.
  • Als ein weiterreichendes (Haus-) Notrufsystem gibt es Mobilnotrufe mit GPS und Ortungsfunktion, die draußen begleiten können.
  • Einige Hausnotrufgeräte ermöglichen Zusatzinstallationen: Ein Handsender ermöglicht die Annahme eines Telefonanrufs vom Sessel aus. Ein Lautsprecher kann für schwerhörige Menschen auf die optimale Lautstärke programmiert werden. Einbruch- und Feuermelder, Videoüberwachung oder Türöffner können an das Hausnotrufgerät angeschlossen werden. Patienten können sich an die pünktliche Medikamenteneinnahme erinnern oder über die Alten- und Behindertenhilfe beraten lassen.
  • Preisgekrönt wurde 2012 ein intelligenter Schallwächter der Oldenburger Projektgruppe Hör-, Sprach- und Audiotechnologie des Fraunhofer IDMT, entwickelt zusammen mit mehreren Partnern aus Pflege und Industrie: Das "SonicSentinel" erkennt Geräusche wie Wimmern oder Husten und erspart so das laufende Tragen des Funksenders.
  • Migration: In Frankfurt z.B. wurde ein Hausnotruf-Angebot auf türkisch gestartet.

 

4. Kostenzum Inhaltsverzeichnis

Ein Hausnotrufsystem kostet eine einmalige Anschlussgebühr sowie monatliche Mietgebühren. Die Kosten variieren stark, je nach Geräteausstattung und vereinbartem Service. Deshalb empfiehlt sich im Vorfeld ein Kostenvergleich. In der Regel können 20,- bis 40,- € monatlich veranschlagt werden plus die Anschlussgebühr.

 

Liegt eine Einstufung in einen Pflegegrad vor, gewährt die Pflegekasse auf Antrag und nach Prüfung durch den Medizinischen Dienst in der Regel einen Zuschuss: für die Anschlussgebühr maximal 10,49 € und für die monatlichen Gebühren maximal 18,36 €. Die restlichen Kosten muss der Pflegebedürftige selbst tragen.

 

Bei niedrigem Einkommen kann auch das Sozialamt bezuschussen.

 

5. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Anbieter von Hausnotrufsystemen sind in der Regel soziale Hilfsorganisationen, z.B.: Arbeiter-Samariter-Bund, Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie, Johanniter, Malteser Hilfsdienst, Rotes Kreuz, Volkssolidarität.

Eine Vermittlung zu Anbietern vor Ort ist aber auch über ambulante Pflegedienste möglich.

 

6. Praxistippszum Inhaltsverzeichnis

 

7. Verwandte Links zum Inhaltsverzeichnis

Pflegehilfsmittel

Pflegekassen

 

Gesetzesquelle: § 123 SGB XI

Redateurin: Sandra Kolb

 

Letzte Aktualisierung am 07.11.2017   Redakteur/in: Sandra Kolb

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