Kinder krebskranker Eltern
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1. Das Wichtigste in Kürze
Wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt, sollte frühzeitig mit den Kindern über die Krankheit gesprochen werden. Kinder spüren schon in jungen Jahren intuitiv, wenn Vater oder Mutter in Gefahr sind, und empfinden die Ungewissheit als eine größere Belastung als die Wahrheit. Manche Eltern möchten ihre Kinder schonen und die bedrohliche Wirklichkeit von ihnen fernhalten, aber Kinder merken, das "hinter ihrem Rücken" etwas vorgeht und fühlen sich mit ihren Bedenken allein gelassen und unsicher.
2. Den Begriff "Krebs" nicht meiden
Die Eltern sollten sich ihrem Kind zum ausführlichen Gespräch zur Verfügung stellen und es zu Fragen ermuntern. Es hat keinen Sinn, den Begriff "Krebs" zu meiden, da das Kind auf anderen Wegen, über Nachbarn, Verwandte und Freunde, doch davon erfahren wird.
Kinder hören "Krebs" oft nur im Zusammenhang mit Sterben. Deshalb sollten Eltern ihrem Kind sagen, dass Krebs nicht tödlich enden muss, sondern dass alles dafür getan wird, damit man wieder gesund wird und noch lange leben kann. Es ist richtig, von positiven Beispielen aus dem Bekanntenkreis zu berichten: "Tante Susanne hatte vor vielen Jahren Brustkrebs. Das war eine schwere Zeit für alle. Aber sie wurde auch wieder gesund und ist heute munter und fröhlich."
3. Angst und Schuldbewusstsein
Manchmal haben Kinder Angst, dass Krebs ansteckend ist und dass es jetzt gefährlich wäre, mit der kranken Mama oder dem kranken Papa zu kuscheln und zu schmusen. Es ist wichtig, dem Kind diese Bedenken zu nehmen.
Es sollte altersgerecht erklärt werden, wie Krebs entstehen kann, damit sich das Kind nicht die Schuld an der Erkrankung gibt und meint, dass diese die Folge von Ungehorsam oder Streit war.
4. Kindergarten und Schule
Es kann dem Kind helfen, wenn auch Klassenlehrerinnen/Erzieherinnen über die Erkrankung des Elternteils Bescheid wissen. So bekommt es die nötige Rücksichtnahme, Verständnis und Trost, falls es sich anders verhält als gewohnt.
Bei Jugendlichen sollte man solche Informationen nur nach Rücksprache mit dem "Kind" weitergeben, denn: Teenager orientieren sich an Gleichaltrigen, sie wollen gleich (stark) sein und dazugehören. Da passen schwere Krankheiten nicht ins Bild.
5. Veränderung und Normalität
Manchmal kommt es in Familien zu Konfliktsituationen, weil die Eltern zwar einerseits wünschen, dass ihr Kind durch die veränderte Situation nicht belastet wird, sie aber andererseits enttäuscht über fehlendes Mitgefühl sind.
Krebskranke sollten versuchen, sowohl sich selbst als auch dem Kind gerecht zu werden: z.B. auf Ruhe im Haus bestehen, wenn sie müde sind. Dem Kind sollten Zeiten zugestanden werden, in denen das Leben "wie früher" ist: Freunde dürfen mitgebracht werden, Fernsehen oder Musik laufen. Kinder eines schwer kranken Elternteils brauchen Normalität und den Kontakt zu Gleichaltrigen, um die belastende Situation besser verarbeiten zu können und nicht zusätzlich aus der Gleichaltrigengruppe als Außenseiter herauszufallen.
6. Praxistipps
- Tipps zum Gespräch mit Kindern geben psychosoziale Krebsberatungsstellen. Kontaktdaten finden Sie bei Adressen von Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen mit dem Suchwort "Krebs" oder mit dem Suchwort "Erziehungsberatung".
- Buchtipp
Sylvia Broeckmann: Plötzlich ist alles ganz anders - wenn Eltern an Krebs erkranken. 2. Aufl. Klett Verlag, 2009. 13,95 €. ISBN 978-3-608-94605-5.
Praktische Beispiele und Vorschläge der Autorin zeigen Eltern und anderen Erwachsenen, wie sie Kindern im Umgang mit der Erkrankung helfen können. - Internet
Flüsterpost e.V.
www.kinder-krebskranker-eltern.de
7. Verwandte Links
Trauer > Umgang mit Kinderfragen
Letzte Aktualisierung am 14.02.2011 Redakteur/in: Anja Wilckens
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