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Krankengeld > Höhe

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Das Krankengeld beträgt

  • 70 % des Bruttoarbeitsentgelts,
  • maximal aber 90 % des Nettoarbeitsentgelts sowie
  • maximal 101,50 € täglich.

Bei der Berechnung werden auch die Einmalzahlungen in den 12 Monaten vor der Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt. 

 

2. Bemessungszeitraum für die Krankengeld-Berechnungzum Inhaltsverzeichnis

Das Krankengeld errechnet sich aus dem Arbeitsentgelt des letzten vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit abgerechneten Lohnabrechnungszeitraums von mindestens 4 Wochen (§ 47 Abs. 2 SGB V).

Wurde nicht monatlich abgerechnet, werden so viele Abrechnungszeiträume herangezogen, bis mindestens das Arbeitsentgelt aus 4 Wochen berücksichtigt werden kann. 

Wie sich der Bemessungszeitraum in anderen Fällen, z.B. bei Arbeitsaufnahme in einem noch nicht abgerechneten Entgeltabrechnungszeitraum, Elternzeit oder Heimarbeit, zusammensetzt, haben die Spitzenverbände der Krankenkassen und der Unfallversicherungsträger im Gemeinsamen Rundschreiben zur "Berechnung, Höhe und Zahlung des Krankengeldes und Verletztengeldes" festgelegt. Download des Rundschreibens unter externer Linkwww.vdek.com/vertragspartner/leistungen/krankengeld.html.

 

3. Höchstbetrag des Krankengeldszum Inhaltsverzeichnis

Bei freiwillig Versicherten über der Beitragsbemessungsgrenze wird nur das Arbeitsentgelt bis zur Höhe der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt, das ist 2017 ein Betrag von 145 € (= Beitragsbemessungsgrenze 52.200  € : 360). Da das Krankengeld 70 % dieses Arbeitsentgelts beträgt, kann es maximal 101,50 € täglich betragen.

Tarifverträge können vorsehen, dass der Arbeitnehmer für eine gewisse Dauer, in der Regel abhängig von Betriebszugehörigkeit und Lebensalter, einen Zuschuss zum Krankengeld vom Arbeitgeber erhält.

 

4. Abzüge zum Inhaltsverzeichnis

Abgezogen vom Krankengeld werden Sozialversicherungsbeiträge für die Arbeitslosen-, Pflege- und Rentenversicherung. Die Krankenkasse übernimmt die Beiträge der Krankenversicherung und jeweils die Hälfte der drei genannten Versicherungen. Damit ergibt sich in der Regel ein Abzug von 12,13 % bei Krankengeldempfängern mit Kindern bzw. von 12,38 % bei kinderlosen Empfängern.

 

5. Berechnungsbeispiel zum Inhaltsverzeichnis

Das Krankengeld wird kalendertäglich für 30 Tage je Kalendermonat gezahlt.

Das folgende Berechnungsbeispiel enthält keine regelmäßigen Zusatzleistungen. Diese Berechnung gilt auch für das Kinderpflege-Krankengeld.

 

Monatlich brutto 3.000 €

3.000 € : 30 für Kalendertag = 100 €

davon 70 % = 70 €

Monatlich netto 1.800 €

1.800 € : 30 für Kalendertag = 60 €

davon 90 % = 54 €  abzüglich Sozialversicherungsbeiträge 12,13 % (Krankengeldempfänger mit Kind) = 47,45  €

 

Folgt: Der Patient erhält 47,45 € täglich.

 

6. Sonderregelung bei Arbeitslosigkeit zum Inhaltsverzeichnis

Bei Bezug von Arbeitslosengeld wird Krankengeld in derselben Höhe wie das Arbeitslosengeld gezahlt. Das gleiche gilt beim Bezug von Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung.

 

7. Anpassung der Höhe nach einem Jahr zum Inhaltsverzeichnis

Das Krankengeld wird 1 Jahr nach dem Bemessungszeitraum für die Leistungsberechnung (siehe oben, in der Regel ist es der Monat vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit) an die allgemeine Lohnsteigerung angepasst (Dynamisierung). Seit dem 1.7.2016 wird das Krankengeld dann um 2,32 % erhöht (§ 50 Abs. 1 SGB IX). Durch die Anpassung darf der Höchstbetrag (siehe oben) nicht überschritten werden.

 

Beispiel:

Beginn der Arbeitsunfähigkeit: 25.8.2016

Bemessungszeitraum für das Krankengeld: 1.7 - 31.7.2016

Das Krankengeld wird ab dem 1.8.2017 um 2,32 % erhöht. 

 

8. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Krankengeld

Krankengeld > Keine Zahlung

Arbeitsunfähigkeit

Entgeltfortzahlung

 

Gesetzesquelle: § 47 SGB V

Redakteurin: Jutta Meier

 

Letzte Aktualisierung am 14.11.2017   Redakteur/in: Jutta Meier

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