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Krebs > Heilmittel

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Heilmittel sind medizinische Dienstleistungen, die Beschwerden lindern können, die infolge der Behandlung einer Krebserkrankung auftreten, z.B. Lymphödeme, Inkontinenz, Impotenz oder Nervenschädigungen. In der Regel übernehmen die Krankenkassen die Kosten ganz oder teilweise, wenn die Heilmittel ärztlich verordnet sind.

 

2. Manuelle Lymphdrainage zum Inhaltsverzeichnis

Die manuelle Lymphdrainage (MLD) ist eine spezielle Massagetechnik, die das Lymphsystem stimuliert, um den Abfluss von überschüssiger Gewebeflüssigkeit zu fördern. Nach einer Operation oder Bestrahlung von Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Prostatakrebs oder Krebs im Kopf-/Halsbereich wird die MLD zur Entstauung der Lymphflüssigkeit in den Beinen, Hoden, Armen oder im Kopf-/Halsbereich angewandt, Näheres unter Krebs > Lymphödem.

 

3. Beckenbodentrainingzum Inhaltsverzeichnis

Beckenbodentraining umfasst physiotherapeutische Maßnahmen zur Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur und soll bei Blasen- oder Prostatakrebs die Harnkontinenz und/oder Erektionsfähigkeit positiv beeinflussen. Es kann unter Anleitung eines speziell dafür geschulten Physiotherapeuten in Einzelstunden erlernt werden. Voraussetzung für den Erfolg ist diszipliniertes Üben über einen längeren Zeitraum.

Beckenbodentraining kann auch Teil von Reha-Sport und Funktionstraining sein oder wird von Fitness-Studios und Volkshochschulen in Kursen angeboten.

 

4. Elektrotherapiezum Inhaltsverzeichnis

Eine Elektrotherapie stimuliert Nerven mit unterschiedlichen Stromformen elektrisch. Bei Krebspatienten mit Nervenschäden, z.B. infolge von Krebsmedikamenten oder Bestrahlungen, kann Elektrotherapie in Form von Teilbädern mit Gleichstrom von Armen und Unterschenkeln oder durch elektrische Stimulation der Haut dazu beitragen, die Muskulatur zu kräftigen, die Durchblutung zu fördern und Schmerzen zu lindern. Bei Inkontinenz nach der Behandlung von Blasen- oder Prostatakrebs sollen Stromimpulse die Beckenbodenmuskulatur kräftigen. Elektrotherapie wird meist ergänzend zu anderen Therapieformen, z.B. Beckenbodentraining oder Manuelle Lymphdrainage, verordnet.

 

Es gibt auch Elektrostimulationsgeräte, die der Patient als Hilfsmittel zuhause einsetzt. Näheres unter Inkontinenzhilfen.

 

5. Wärme- und Kältetherapiezum Inhaltsverzeichnis

Wärmetherapie umfasst verschiedene thermotherapeutische Verfahren, z.B. Heiße Rolle, Anwendung von Warmpackungen, Heißluft, Voll- und Teilbäder. Sie soll Schmerzen lindern, die Durchblutung anregen und den Lymphabfluss fördern. Kältetherapie, z.B. Kaltpackungen, Eiskompressen und Kaltluft, hat eine schmerzlindernde und stimulierende Wirkung. Bei Krebspatienten mit Lymphödemen oder Nervenschmerzen wird die Wärme- bzw. Kältetherapie in der Regel ergänzend zu anderen Formen der Physiotherapie, z.B. Manuelle Lymphdrainage oder Elektrotherapie, eingesetzt.

 

6. Kostenübernahme zum Inhaltsverzeichnis

Die Verordnungsmenge, die von der Krankenkasse übernommen wird, ist abhängig von der im Heilmittelkatalog festgelegten Diagnosegruppe:

  • Chronische Lymphabflussstörungen bei bösartigen Erkrankungen (Diagnosegruppe LY3): je 10 Einheiten MLD, Kälte-/Wärmetherapie und/oder Elektrotherapie pro Verordnung, insgesamt nicht mehr als 50 Einheiten.
  • Periphere Nervenläsionen (Nervenschäden, Diagnosegruppe PN): 10 Einheiten MLD, Kälte-/Wärmetherapie und/oder Elektrotherapie pro Verordnung, insgesamt nicht mehr als 30 Einheiten. 
  • Störungen der Ausscheidung (Inkontinenz, Diagnosegruppe SO2): 6 Einheiten Krankengymnastik (z.B. Beckenbodentraining) oder Elektrotherapie pro Verordnung, insgesamt nicht mehr als 12 Einheiten.

 

Im Einzelfall kann aus medizinischen Gründen die Gesamtverordnungsmenge überschritten werden, wenn die Krankenkasse dies genehmigt (Verordnung außerhalb des Regelfalls). Ist dies nicht der Fall, können weitere Einheiten erst nach einer 12-wöchigen Pause verordnet werden. Näheres zu Kostenübernahme, Zuzahlungen, Richtlinien und Heilmittelkatalog unter Heilmittel

 

7. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Krankenkassen oder das Bürgertelefon des Bundesministerium für Gesundheit 030 3406066-01, Mo-Do 8-18 Uhr, Fr 8-12 Uhr.

 

8. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

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Gesetzesquelle(n) 

(§ 32 SGB V - § 15 SGB VI i.V.m. § 26 SGB IX - § 30 SGB VII)

 

Letzte Aktualisierung am 04.05.2016   Redakteur/in: Maria Kästle

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