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Längere Betreuung von schwerst krebskrankem Kind

 

Fragezum Inhaltsverzeichnis

Bei einem 10-jährigen Jungen wurde vor kurzem die Diagnose "Krebs im Endstadium" gestellt. Nach Einschätzung der Ärzte wird er nur noch wenige Monate zu leben haben.
Seine Eltern sind beide berufstätig und auf beide Einkommen angewiesen, um die Raten für den Hausbau abzuzahlen und die fünfköpfige Familie ernähren zu können.
Die Mutter möchte sich die letzte Zeit ganz intensiv um ihren Sohn kümmern und ihn rund um die Uhr betreuen. Sie weiß aber nicht, wie sie das mit ihrer Arbeitsstelle vereinbaren kann.
Die ihr zustehenden 10 Tage pro Kalenderjahr bei Erkrankung eines Kindes hat sie bereits ausgeschöpft. Auch der Vater hat die 10 Tage bereits genommen.
Wenn nötig, würde die Mutter auch gerne ihren gesamten Urlaub nehmen, aber dieser wird nicht ausreichen.
Gibt es eine Möglichkeit, dass die Mutter so lange wie erforderlich zu Hause bleiben und trotzdem für diese Zeit ihr Gehalt weiterbeziehen kann?

 

Antwortzum Inhaltsverzeichnis

Da der Sohn so schwer erkrankt ist und nur noch kurze Zeit leben wird, hat die Mutter einen Anspruch auf Kinderpflege-Krankengeld von der Krankenkasse für die Betreuung ihres kranken Kindes für diesen Zeitraum. Zudem hat sie Anspruch auf unbezahlte Freistellung von der Arbeit ohne zeitliche Befristung.
Die Mutter muss sich vom behandelnden Arzt des Sohnes bescheinigen lassen, dass es sich um eine sich zunehmend verschlechternde Erkrankung handelt und diese bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat.
Mit diesem Attest kann sie sich dann von der Arbeit befreien lassen und bei der Krankenkasse Kinderpflege-Krankengeld beantragen.
Vorher sollte die Mutter jedoch einen Blick in ihren Arbeits- oder Tarifvertrag werfen. Ist dort nämlich nicht ausdrücklich die Lohnfortzahlung bei der Betreuung kranker Kinder ausgeschlossen, so hat die Mutter Anspruch auf bezahlte Freistellung und volle Gehaltszahlung durch den Arbeitgeber für eine bestimmte Anzahl von Tagen.

Erhält der Sohn Leistungen der Pflegeversicherung, kommt für den Vater möglicherweise parallel dazu die Inanspruchnahme von Pflegezeit oder Familienpflegezeit in Frage. Bei beiden Varianten erhält der Vater allerdings weniger Gehalt.

 

Letzte Aktualisierung am 28.08.2013   Redakteur/in: Ines Grocki

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