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MDK-Gutachten bei Arbeitsunfähigkeit

 

Fragezum Inhaltsverzeichnis

Ein berufstätiger Mann leidet seit längerem an starken Rückenbeschwerden und ist deshalb seit einigen Monaten von der behandelnden Ärztin krankgeschrieben. Seine Krankenkasse hat nun beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) ein Gutachen in Auftrag gegeben.
Der MDK hat nach mehreren Untersuchungen festgestellt, dass bei dem Patienten keine Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Die behandelnde Ärztin ist aber nach wie vor der Überzeugung, dass der Mann nicht arbeiten kann.
Kann sie ihren Patienten weiterhin krankschreiben oder welche Möglichkeiten gibt es sonst?

 

Antwortzum Inhaltsverzeichnis

Bei Entscheidungen über eine Arbeitsunfähigkeit wird ein erstelltes MDK-Gutachten von den meisten Krankenkassen als verbindlich angesehen. Die Krankenkasse wird also vermutlich ab sofort die Krankengeld-Zahlungen einstellen, weil die Voraussetzung "Arbeitsunfähigkeit" nicht mehr vorliegt.
Sind der Patient und seine behandelnde Ärztin nicht mit der Stellungnahme des MDK einverstanden, so kann unter ausführlicher Darlegung der Gründe bei der Krankenkasse Widerspruch eingelegt und ein Zweitgutachten beantragt werden.
Dieses Zweitgutachten soll von einem Facharzt der betreffenden Erkrankung, in diesem Fall einem Orthopäden, erstellt werden. Die Kosten für dieses weitere Gutachten muss die Krankenkasse tragen. Der Mann kann also zwar weiterhin von seiner Ärztin krankgeschrieben werden, er bekommt jedoch kein Krankengeld mehr.
Dauern das Erstellen und die Entscheidung hinsichtlich des Zweitgutachten länger als 4 Wochen, so muss er darauf achten, dass sein Krankenversicherungsschutz gewährleistet ist. Dies kann in Form der Familienversicherung (über Ehepartner), einer freiwilligen Krankenversicherung oder einer privaten Krankenversicherung geschehen.
Wird in dem Zweitgutachten seine Arbeitsunfähigkeit bestätigt, so erstattet die Krankenkasse das Krankengeld rückwirkend.
In der Übergangszeit kann der Mann beim Sozialamt einen Antrag auf Sozialhilfe stellen. Diese Leistung wird dann im Nachhinein mit der Krankenkasse verrechnet, wenn diese doch weiterhin Krankengeld bezahlt.

 

Letzte Aktualisierung am 09.12.2013   Redakteur/in: Barbara Gresham

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