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Medizinische Rehabilitation für Mütter und Väter

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Mütter und Väter haben Anspruch auf eine Reha in einer Einrichtung des Müttergenesungswerks oder anderen geeigneten Einrichtungen, wenn diese medizinisch notwendig ist. Sie kann auch als Mutter/Vater-Kind-Maßnahme erfolgen und kann alle 4 Jahre beantragt werden.

 

2. Umfangzum Inhaltsverzeichnis

Die Reha für Mütter bzw. Väter umfasst Genesungs- oder Rehamaßnahmen in stationären Einrichtungen, die mit spezifischen therapeutischen Angeboten auf die Störungs- und Krankheitsbilder eingehen. Neben der Behandlung der Erkrankung werden psychologische, psychosoziale und gesundheitsfördernde Hilfen erbracht, insbesondere bei Problemsituationen in der Familie.

 

3. Voraussetzungzum Inhaltsverzeichnis

Damit die Krankenkasse die Kosten einer Reha für Mütter und Väter (samt Kind) übernimmt, muss eine Krankenbehandlung vorliegen. Daneben muss eine aktuelle Erziehungsverantwortung für Kinder unter 18 Jahren bestehen, bei behinderten Kindern auch länger. Dies umfasst auch Stief- und Pflegekinder. 

 

Es gelten die Voraussetzungen zur Medizinischen Rehabilitation

 

Als Mutter/Vater-Kind-Leistungen (bekannt als Mutter-Kind-Kur) kann die Rehabilitation stattfinden, wenn

  • Mutter/Vater und Kind rehabedürftig sind.
  • Mutter/Vater rehabedürftig ist und eine Trennung vom Kind unzumutbar wäre.
  • das Kind wegen des Reha-Aufenthalts von Mutter/Vater nicht betreut werden kann.

 

Die Mitnahme eines Kindes zur eigenen Rehabilitation ist in der Regel bis zum 12. Lebensjahr möglich, in besonderen Fällen auch bis zum 14. Bei behinderten Kindern gibt es keine Altersgrenze.

 

4. Kostenübernahme, Zuzahlung zum Inhaltsverzeichnis

Die Reha wird von der Krankenkasse bzw. Unfallversicherung  voll übernommen. Die Rentenversicherung bezahlt nur medizinische Leistungen, keine Mutter/Vater-Kind-Leistungen.

 

Krankenversicherte ab Vollendung des 18. Lebensjahres müssen täglich 10 € zuzahlen. Versicherte können sich unter bestimmten Voraussetzungen von der Zuzahlung durch die Krankenkasse befreien lassen. Näheres unter Zuzahlungsbefreiung Krankenversicherung. Vor allem bei Geringverdienenden lohnt es sich, rechtzeitig bei der Krankenkasse einen Antrag zu stellen, da dann möglicherweise nicht die komplette Zuzahlung zu einer Rehamaßnahme geleistet werden muss. 

Reha-Leistungen der Unfallversicherung sind zuzahlungsfrei.

Die Rentenversicherung fordert ab Vollendung des 18. Lebensjahres eine Zuzahlung von 10 € am Tag, für maximal 42 Tage innerhalb eines Kalenderjahres. Manche Personenkreise sind von diesen Zuzahlungen befreit, andere können sich unter Umständen befreien lassen, Näheres unter Zuzahlungen Rentenversicherung.   

 

In Einzelfällen tritt die Krankenhilfe des Sozialhilfeträgers für die Kosten der Reha ein.

 

5. Antragzum Inhaltsverzeichnis

Der Rehaantrag ist erhältlich bei den jeweiligen Sozialversicherungsträgern, den Kur- und Rehavermittlungsstellen der Wohlfahrtsverbände, den Kurhäusern und beim Müttergenesungswerk: Bergstr. 63, 10115 Berlin, Telefon 030 3300290, externer Linkwww.muettergenesungswerk.de. Die Mutter/der Vater füllt den Antrag so weit möglich aus. Bei Bedarf helfen die Beratungsstellen des Müttergenesungswerks weiter. Der (Kinder-)Arzt ergänzt die medizinischen Angaben und stellt den Antrag bei der Krankenkasse.

 

6. Wahl der Reha-Einrichtungzum Inhaltsverzeichnis

Die Mutter/Vater-Kind-Leistungen dürfen nur in Einrichtungen des Müttergenesungswerks, in gleichartigen Einrichtungen oder in für Vater-Kind-Maßnahmen geeigneten Einrichtungen durchgeführt werden. Diese müssen einen Versorgungsvertrag mit dem Sozialversicherungsträger haben.

 

Seit Juli 2015 haben die Eltern ein Wahlrecht hinsichtlich der Reha-Einrichtung, die ihnen von der Krankenkasse vorgeschlagen wird.

 

6.1. Besonderheiten bei Vater-Kind-Kur

Väter werden in bestimmten Kliniken des Müttergenesungswerks oder in gleichartigen Einrichtungen aufgenommen. Es gibt auch Kliniken, die zu bestimmten Zeiten ausschließlich Väter-Kuren bzw. parallele Vater-Kind-Gruppen anbieten. Zwischenzeitlich weiß man, dass es entscheidend für den Kurerfolg ist, dass auch Väter das richtige therapeutische Setting (z.B. männliche Therapeuten) während des Aufenthalts bekommen.

 

Adressen von Kliniken, die vom Müttergenesungswerk für Vater-Kind-Kuren zertifiziert wurden, unter externer Linkwww.muettergenesungswerk.de/vaterkuren.html

 

7. Dauer und Wartezeit zum Inhaltsverzeichnis

Eine Reha für Mütter/Väter mit oder ohne Kind dauert in der Regel 3 Wochen. Eine Verlängerung aus medizinischen Gründen ist möglich und muss vom Arzt in der Rehaklinik beim jeweiligen Träger beantragt und begründet werden.

 

Zwischen 2 bezuschussten Rehabilitationen muss in der Regel ein Zeitraum von 4 Jahren liegen.
Ausnahmen gibt es nur bei medizinisch dringender Erforderlichkeit.

 

8. Praxistippszum Inhaltsverzeichnis

  • Der Antrag ist immer bei der Krankenkasse zu stellen. Wenn die Krankenkasse mit Hinweis auf die Rentenversicherung ablehnt oder den Antrag an die Rentenversicherung weiterleitet, ist dies nicht richtig. Das Müttergenesungswerk rät Betroffenen, falls die Krankenkasse den Antrag weiterleitet, die Rentenversicherung direkt zu kontaktieren und mitzuteilen, dass eine Mütter- oder Mutter-Kind-Kur und keine Rehamaßnahme der Rentenversicherung beantragt wurde.
  • Die Kurkliniken haben unterschiedliche Bestimmungen über das Alter der Kinder, die sie aufnehmen. Das muss auf jeden Fall vorher erfragt werden.
  • Schwangere werden in der Regel nicht aufgenommen, da Röteln und andere infektiöse Krankheiten die Gesundheit des ungeborenen Kindes beeinträchtigen können.
  • Falls ein behindertes oder ein Kind unter 12 Jahren während der Reha zu Hause bleibt, werden die Kosten für eine Haushaltshilfe unter bestimmten Voraussetzungen übernommen.
  • Stationäre Hilfeleistungen für Mütter und Väter gibt es auch in Form von Vorsorgeleistungen (§ 24 SGB V). Näheres Vorsorgeleistungen und Vorsorgekuren unter "Vorsorgekur für Mütter und Väter".
  • Liegt eine Erkrankung eines Kindes vor, kann unter Umständen auch eine Kinderheilbehandlung beantragt werden, und Mutter oder Vater fahren als Begleitperson mit.
  • Schulpflichtige Kinder müssen für die Dauer der Maßnahme vom Unterricht freigestellt werden. Ein entsprechender Antrag ist bei der zuständigen Schule einzureichen.
  • Berufstätige Versicherte können während der Rehabilitation Anspruch auf Entgeltfortzahlung haben. Der Arbeitgeber muss dann nach Erhalt der Zusage unverzüglich über den Zeitpunkt und die voraussichtliche Dauer der Rehabilitation informiert werden. Wird die Maßnahme verlängert muss der Arbeitgeber ebenfalls informiert werden.

 

9. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Adressen der Träger vor Ort und der Einrichtungen vermitteln das Müttergenesungswerk und die Vermittlungs- und Beratungsstellen der Arbeiterwohlfahrt, des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, des Deutschen Roten Kreuzes, der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Müttergenesung e.V. und die Caritas.

Unter externer Linkwww.muettergenesungswerk.de finden sich Adressen von Beratungsstellen vor Ort. Diese Einrichtungen beraten, helfen bei der Suche nach der geeigneten Einrichtung und beim Ausfüllen der Formulare.

 

10. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Medizinische Rehabilitation

Kinderheilbehandlungen

Vorsorgeleistungen und Vorsorgekuren

Haushaltshilfe

Familienorientierte Rehabilitation

Pflegende Angehörige > Entlastung

 

Gesetzesquelle(n): § 41 SGB V

Redakteurin: Sabine Bayer

 

Letzte Aktualisierung am 11.10.2017   Redakteur/in: Sabine Bayer

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