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Mietschulden

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Im Rahmen der Sozialhilfe kann das Sozialamt in Sonderfällen und unter bestimmten Voraussetzungen Mietschulden als Hilfe zum Lebensunterhalt übernehmen, wenn sich dies als notwendig und nachhaltig erweist. Dies gilt auch bei Empfang von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) vom Jobcenter.

 

2. Voraussetzungzum Inhaltsverzeichnis

Sind die Voraussetzungen der Hilfe zum Lebensunterhalt erfüllt, übernimmt das Sozialamt oder Jobcenter in der Regel die Mietschulden, wenn dies gerechtfertigt und notwendig ist und sonst Wohnungslosigkeit drohen würde.

 

Das Sozialamt/Jobcenter kann die Mietschulden auch übernehmen,

  • wenn bereits Leistungen für Unterkunft und Heizung (Sozialhilfe > Miete und Heizung) erbracht werden und dies zur Sicherung der Unterkunft oder zur Behebung einer vergleichbaren Notlage gerechtfertigt ist.
  • wenn bei Gericht bereits Wohnungsklage eingereicht wurde. Die Mietschulden müssen dann innerhalb von 2 Monaten nach Zustellung der Räumungsklage ausgeglichen werden (§ 569 Abs. 3 Nr. 2 BGB). Das Gericht ist verpflichtet, das Sozialamt/Jobcenter über den drohenden Wohnungsverlust zu informieren.

 

3. Form der Leistung zum Inhaltsverzeichnis

Die Leistung kann als Darlehen oder als nicht rückzahlbare Beihilfe erbracht werden.

 

Das Sozialamt/Jobcenter muss bei seiner Entscheidung unter anderem berücksichtigen, ob eine Rückzahlung des Darlehens den Hilfeempfänger weiterhin von Sozialhilfe/ALG II abhängig machen würde (sogenanntes Auswahlermessen). Ist eine Rückzahlung voraussichtlich nicht möglich, muss die Leistung als Beihilfe erbracht werden.

 

Auch eine nur teilweise Darlehensgewährung ist möglich. Ein anfängliches Darlehen kann später auch in eine Beihilfe umgewandelt werden.

 

4. Kürzungzum Inhaltsverzeichnis

Das Sozialamt kann bei Sozialhilfeempfängern, die mit der Miete in Rückstand geraten sind, obwohl sie die Mietzahlung vom Sozialamt bekommen haben, die Leistung zur Sozialhilfe bis auf das zum Lebensunterhalt Unerlässliche einschränken, jedoch maximal 3 Jahre lang (§ 26 Abs. 2 SGB XII).

 

5. Praxistippzum Inhaltsverzeichnis

Sozialhilfeempfänger mit Miet-Zahlungsproblemen sollten dem Sozialamt vorschlagen, die Miete direkt vom Sozialamt an den Vermieter zu überweisen. Viele Sozialämter verfahren ohnehin in dieser Weise, da dadurch gewährleistet ist, dass die konkrete Hilfeleistung auch zweckentsprechend (als Mietzahlung) verwendet wird. Gleiches gilt beim Empfang von ALG II vom Jobcenter.

 

6. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Nähere Auskünfte hierzu und zur angemessenen Höhe der Miete erteilen das zuständige Sozialamt oder Jobcenter.

 

7. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Sozialhilfe

Stromkosten Stromschulden

Sozialhilfe > Miete und Heizung

Schulden

 

Gesetzesquelle(n) 

(§ 36 SGB XII - § 22 Abs. 8 SGB II)

 

Letzte Aktualisierung am 18.10.2016   Redakteur/in: Johanna Wehle

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