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Migräne > Allgemeines

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Migräne sind Kopfschmerzen, die anfallartig auftreten. Verbreitete Ursachen sind besondere Anstrengungen, ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus oder der plötzliche Wechsel von Stress und Entspannung. Wichtig ist, dass sich Migränepatienten selbst beobachten, um individuelle Ursachen bestimmen und meiden zu können.

 

2. Kurzinfo zur Krankheitzum Inhaltsverzeichnis

Migräne ist eine komplexe Erkrankung, über deren Hintergründe sich die Experten bis heute nicht einig sind. Typisch sind meist halbseitige, pulsierende Kopfschmerzen, die mit Übelkeit und Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit einhergehen können. Migräne ist eine vorübergehende Funktionsstörung im Gehirn, tritt anfallartig auf und kehrt immer wieder. Manche Patienten haben vorher eine sogenannte Aura. Durch körperliche Anstrengung kommt es zur Verstärkung der Schmerzen. Ein Migräneanfall dauert zwischen 4 und 72 Stunden.

 

Nachfolgend werden auch kurz Clusterkopfschmerzen und Spannungskopfschmerzen beschrieben bzw. abgegrenzt.

 

Die Angaben, wie viele Menschen von Migräne betroffen sind, schwanken stark. In Deutschland sollen es rund 10 % sein. Die Patienten können oft nicht arbeiten und haben auch in ihrem Privatleben erhebliche Einschränkungen. Migräne tritt unabhängig vom ethnischen und sozialen Hintergrund in der ganzen Welt auf. Migräne ist eine lebenslange Erkrankung, der Schwerpunkt liegt aber zwischen dem 35. und dem 45. Lebensjahr, Frauen sind häufiger betroffen.

 

3. Formenzum Inhaltsverzeichnis

Grundsätzlich unterscheidet die Kopfschmerzklassifikation der internationalen Kopfschmerzgesellschaft heute 3 Gruppen von Kopfschmerzen. Migräne gehört zur ersten Gruppe:

  1. Primäre Kopfschmerzerkrankungen
    - Migräne
    - Kopfschmerz vom Spannungstyp
    - Clusterkopfschmerz
    - andere primäre Kopfschmerzen
  2. Sekundäre Kopfschmerzerkrankungen
    Das sind Kopfschmerzen, die infolge anderer Erkrankungen entstehen
  3. Kraniale Neuralgien, zentraler und primärer Gesichtsschmerz und andere Kopfschmerzen

 

3.1. Migräne

Migräne wird folgendermaßen untergliedert:

  • Migräne ohne Aura
    Etwa 80-85 %, findet ohne vorhergehende Aura statt.
  • Migräne mit Aura
    Bei der Migräne mit Aura treten vor dem Einsetzen von Kopfschmerzen neurologische Symptome auf.
  • Periodische Syndrome in der Kindheit, die im allgemeinen Vorläufer einer Migräne sind
    Näheres zu Migräne > Kinder
  • Retinale Migräne
  • Migränekomplikationen
  • Wahrscheinliche Migräne

 

Auch diese Punkte werden von den Experten weiter untergliedert. Doch die genaue Bestimmung der Migräneform und der daraus resultierenden Therapie ist Sache des Arztes und soll hier nicht weiter ausgeführt werden. Adressen spezialisierter Ärzte bietet die Deutsche Migräne und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) unter externer Linkwww.dmkg.de/node/93.

 

3.2. Clusterkopfschmerzen

"Cluster" bedeutet Haufen oder Schwarm. Clusterkopfschmerzen treten meist phasenweise und dann immer mit mehreren Attacken hintereinander auf (Schwarm). Die Phasen dauern eine Woche bis ein Jahr, im Mittel etwa 3 Monate. Die Attacken während einer Phase erfolgen mindestens alle 2 Tage und bis zu 8 Mal täglich. Eine Attacke dauert eine Viertelstunde bis 3 Stunden. Attacken erfolgen häufig kurz nach dem Einschlafen oder früh am Morgen. Bei den meisten Patienten liegen zwischen den Phasen schmerzfreie Zeiten. Auch diese sind sehr unterschiedlich lang, von 2 Wochen bis viele Monate.

Männer sind deutlich häufiger von Clusterkopfschmerzen betroffen als Frauen.

 

3.3. Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen drücken dumpf im ganzen Kopf oder rund um die Stirn. Rund ein Viertel der Menschen sind gelegentlich davon betroffen. Von chronischem Spannungskopfschmerz spricht man, wenn er an der Hälfte der Tage oder öfter auftritt. Dann sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen und sich nicht mehr selbst therapieren.

 

4. Symptomezum Inhaltsverzeichnis

Symptome einer Migräne ohne Aura laut DMKG:

  • Kopfschmerzattacken, die 4 bis 72 Stunden anhalten und wiederkehren
  • Bei 60 % der Patienten ist nur eine Kopfseite betroffen. Die Seite kann jedoch während einer Attacke und von Anfall zu Anfall wechseln
  • Schmerz ist meist pulsierend, pochend
  • Schmerz ist mittel bis hoch intensiv und wird bei körperlicher Bewegung stärker
  • Typische Begleiterscheinungen sind Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit, Geräuschempfindlichkeit, Geruchsabneigungen und ein allgemeines Krankheitsgefühl

 

Symptome einer Migräne mit Aura laut DMKG:

10 -15 % der Betroffenen bekommen vor der Schmerzattacke bis zu einer Stunde lang eine "Aura", vereinzelt haben Patienten auch nur diese Aura. Die damit verbunden neurologischen Ausfallserscheinungen und Störungen können Folgendes umfassen.

  • Sehstörungen, z.B. eingeschränktes Gesichtsfeld, Flimmern, Blitze, verschwommenes oder verzerrtes Sehen, Sehen von Doppelbildern
  • Sprachstörungen
  • Sensibilitätsstörungen, z.B. Kribbeln im Gesicht, in den Armen, den Händen
  • Lähmungserscheinungen
  • Drehschwindel 

 

Symptome von Clusterkopfschmerzen:

  • Heftige Schmerzen im Augen- oder Schläfenbereich. Ausstrahlung der Schmerzen teilweise auf Kiefer-, Rachen-, Ohr-, Nacken- oder
    Schulterbereich
  • Meist nur eine Gesichtshälfte betroffen, Seitenwechsel sind selten
    Folgende äußeren Symptome können damit einhergehen
    - tränendes oder gerötetes Auge
    - geschwollenes oder hängendes Augenlid
    - verstopfte oder stark laufende Nase
    - Schweiß auf Stirn und Gesicht
  • Schmerz wird beschrieben als glühend heiß und stechend
  • Viele Betroffene haben einen Bewegungsdrang, Bewegung bessert die Symptome (Unterschied zu Migräne!)

 

Symptome von Spannungskopfschmerzen

  • Schmerz ist dumpf, drückend, ziehend
  • Schmerz tritt beidseitig auf
  • Schmerz ist leicht bis mäßig intensiv
  • Schmerz wird nicht stärker bei körperlicher Bewegung
  • Bei etwa der Hälfte der Betroffenen ist die Muskulatur besonders schmerzempfindlich
  • Manchmal Licht- und/oder Lärmempfindlichkeit, Übelkeit

 

5. Ursachen, Triggerfaktorenzum Inhaltsverzeichnis

Die Ursachen für die Funktionsstörungen im Gehirn, die die Migräne, Cluster- und Spannungskopfschmerzen auslösen, sind immer noch nicht erforscht. Vermutet werden ein Zusammenwirken von genetischen und Umweltfaktoren. Weil die Ursachen nicht bekannt sind, sind diese Kopfschmerzen auch nur selten heilbar.

 

Bekannter sind dagegen manche Auslöser für die Schmerzattacken, die sogenannten Triggerfaktoren. Diese Faktoren sind individuell sehr verschieden und ihnen gilt in der externer LinkBehandlung das Hauptaugenmerk. Nachfolgend einige Triggerfaktoren.

 

5.1. Migräne

Mögliche Triggerfaktoren bei Migräne:

  • Gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Stress, emotionale Anspannung, plötzliche Entspannung
  • Hormonelle Schwankungen spielen bei vielen Betroffenen eine Rolle, bei Frauen z.B. Schwankungen im Zusammenhang mit Periode und Eisprung
  • Bestimmte Substanzen (v.a. Alkohol und Nikotin), selten auch Nahrungsmittel
  • Schwankungen des Coffein-Spiegels

 

Bei der Suche nach individuellen Triggerfaktoren (meist sind es mehrere) kann ein Migränetagebuch helfen. Da Migräneanfälle erst viele Stunden später auftreten können, kann im Migränetagebuch im Nachhinein versucht werden, Auslöser und Situationen, die den Attacken vorausgehen, zu erkennen und in der Folgezeit nach Möglichkeit zu meiden.

 

Ein Kopfschmerzkalender zum Eintrag der Kopfschmerzen nach Stärke, Dauer und eingenommenen Medikamenten kann bei der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft unter  externer Linkwww.dmkg.de > Patienten > Downloadbereich heruntergeladen werden oder externer Linkhier direkt.

 

5.2. Clusterkopfschmerzen

Als Triggerfaktor für Clusterkopfschmerzen steht vor allem Alkohol im Verdacht. Zur Unterstützung bei der Suche nach den Auslösern hilft ein Clusterkopfschmerz-Tagebuch. Bei der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft kann es unter  externer Linkwww.dmkg.de > Patienten > Downloadbereich heruntergeladen werden oder externer Linkhier direkt.

 

5.3. Spannungskopfschmerzen

Auch für diese Kopfschmerzen sind die Ursachen unklar. Im Verdacht sind fehlerhafte Schmerzverarbeitung im Gehirn, Stress, Angst oder Muskelverspannungen. Zur Unterstützung der Diagnose und der Vermeidung von Auslösern wird bei chronischen Spannungskopfschmerzen ein Kopfschmerztagebuch empfohlen, siehe oben unter Migräne.

 

6. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Migräne

Migräne > Behandlung

Migräne > Beruf

Migräne > Familie

Migräne > Frauen 

Migräne > Finanzielle Hilfen

Migräne > Kinder

Migräne > Schwerbehinderung

Migräne > Urlaub und Sport

 

 

Letzte Aktualisierung am 24.01.2012   Redakteur/in: Andrea Nagl

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