Migräne > Kinder
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1. Das Wichtigste in Kürze
Nach Angaben der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft sind Kinder zunehmend von Kopfschmerzen und Migräne betroffen. Auch Kinder können unter Migräne leiden. Dabei zeigen sich häufig auch andere Krankheitszeichen als bei Erwachsenen. Eine Diagnose ist meist schwierig und sollte von Kopfschmerzexperten gestellt werden.
2. Typische Symptome bei Kindern
Kinder weisen ähnliche Symptome wie Erwachsene auf, zusätzlich treten aber auch andere Krankheitszeichen auf:
- Die Kinder unterbrechen ihre Tätigkeit, sind blass und wollen sich hinlegen und schlafen. Oft wachen sie nach einiger Zeit beschwerdefrei auf.
- Die Migräneattacken sind i.d.R. kürzer als bei Erwachsenen, oft nur wenige Stunden. Sie können sogar gänzlich schmerzfrei verlaufen, jedoch kommt es zu Schwindel, Übelkeit und Erbrechen.
- Der Migränekopfschmerz kann bei Kindern beidseitig auftreten.
- Übelkeit und Erbrechen sind oft stärker ausgeprägt als bei Erwachsenen.
- Bei Kindern kommt es häufig zu neurologischen Ausfällen wie Sprachstörungen, Gefühlsstörungen, Schwindelattacken, Flimmern vor den Augen, Lichtblitzen. Auch die erhöhte Licht- und Geräuschempfindlichkeit findet sich bei Kindern.
- Es kann zum sogenannten Alice-im-Wunderland-Syndrom kommen, bei dem die Kinder phantastische Bilder sehen und die Körperwahrnehmung ebenfalls gestört ist.
3. Umgang mit Symptomen
Der Umgang mit den Anfällen gleicht dem bei Erwachsenen, allerdings müssen die Kinder durch ihre Eltern angeleitet werden.
In der Regel sind Rückzug in ein abgedunkeltes Zimmer und Ruhe hilfreich. Wenn Kinder alt genug sind, können sie Entspannungsübungen erlernen. Bei älteren Kindern kann auch leichte sportliche Betätigung helfen - das ist individuell verschieden und sollte in Absprache mit dem Kind ausprobiert werden. Bei kleinen Kindern ist es meist schwierig, Sport "zurückhaltend" auszuüben.
Erzieherinnen und Lehrer des Kindes sollten von der Erkrankung wissen, denn auch hier gilt, dass eine Überforderung des Kindes Migräneanfälle auslösen kann.
Bei Kindern ist die Diagnose schwierig, die Symptome werden manchmal nicht richtig zugeordnet, dann kann es zu Fehlbehandlungen kommen. Die Migräne-Selbsthilfeverbände sind bei der Suche nach Kopfschmerzexperten behilflich. Entsprechende Adressen finden Sie bei Adressen von Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen mit dem Suchwort "Migräne".
4. Ursachen
Folgende Ursachen können möglicherweise das Auftreten von Migräne begünstigen:
- Ernährungsunverträglichkeiten,
- Koffein (Colagetränke), Teein (Eistee),
- unregelmäßiges Essen, Auslassen von Mahlzeiten, zu wenig Trinken ,
- ungesunde Ernährungsweise (zu wenig Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe, …) sowie ein schwankender Blutzuckerspiegel,
- unregelmäßiger Schlaf, zu viel oder zu wenig Schlaf,
- Stresssituationen in Kindergarten und Schule,
- mangelnde Bewegung an der frischen Luft, Freizeitbeschäftigungen konzentrieren sich auf Computer, Handy und Fernsehen,
- Seh-, Lese- oder Lernstörungen, die nicht erkannt werden,
- psychische Belastungssituationen, z.B. Trennung der Eltern.
5. Verwandte Links
Letzte Aktualisierung am 29.03.2012 Redakteur/in: Sabine Bayer
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