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Minderjährige Schwangere

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Jugendliche benötigen während und nach der Schwangerschaft in der Regel besondere Unterstützung. In den meisten Fällen tritt eine Schwangerschaft ungeplant ein und die Minderjährigen stehen vor vielen offenen Fragen, schweren Entscheidungen und widersprüchlichen Gefühlen.

 

2. Unterstützung durch die Elternzum Inhaltsverzeichnis

Für die Eltern ist die Schwangerschaft der Tochter in der Regel vollkommen unerwartet. Meist ist die Neuigkeit ein Schock und muss erst einmal verarbeitet werden.

 

Vorwürfe sowie das Ausmalen einer schwierigen Zukunft bringen jetzt wenig, egal wie enttäuscht oder erschrocken die Eltern auch sein mögen. Sinnvoll ist, sich als Eltern zusammenzusetzen und die Situation in Ruhe zu besprechen, z.B. ob es möglich ist, die Tochter bei der Pflege und Erziehung des Kindes zu unterstützen, damit sie ihren Schulabschluss machen kann. Ein nächster Schritt ist dann, im Gespräch mit der Tochter herauszufinden, was diese möchte und wie sie sich ihre Zukunft vorstellt. Erhält sie Unterstützung und Verständnis von ihren Eltern, fällt es ihr leichter, positiv mit der Situation umzugehen und ihre Entscheidungen zu treffen.

 

Wenn die Tochter dies möchte, kann es hilfreich sein, wenn die Eltern gemeinsam mit ihr das Gespräch mit dem Kindsvater und dessen Eltern suchen. Auch die Begleitung in eine Schwangerenberatungsstelle oder zum Jugendamt kann der minderjährigen Schwangeren helfen. Letztlich ist es wichtig, die Schwangere so zu unterstützen, dass sie weiß, dass sie Hilfe bekommt, dass sie aber auch frei entscheiden kann, egal, was die Eltern erwarten.

 

3. Schwangerschaftsberatungzum Inhaltsverzeichnis

Schwangerschaftsberatungsstellen bieten vertrauliche Gespräche für minderjährige Schwangere - bei Bedarf auch anonym, also ohne Namensnennung. Die Beraterinnen haben viel Erfahrung in der Unterstützung junger Schwangerer und bieten zum Teil spezielle Angebote, z.B. Geburtsvorbereitungskurse nur für jugendliche Schwangere.

 

Die Schwangerschaftsberatung informiert über das Leben mit einem Kind und welche Veränderungen damit einhergehen. Sie bietet Hilfe bei schwierigen Gesprächen (z.B. mit dem Vater des Kindes oder den Eltern der Schwangeren). Zudem kennen die Beraterinnen finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten und informieren über Mutter-Kind-Einrichtungen, Pflegefamilien, Adoption und Schwangerschaftsabbruch.

 

Das Informationsangebot Familienplanung.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet eine Schwangerschaftsberatungsstellen-Suche unter externer Linkwww.familienplanung.de > Beratung > Beratungsstelle finden.

 

4. Gesprächezum Inhaltsverzeichnis

Für junge Schwangere ist es oft schwierig, ihre Schwangerschaft jemandem mitzuteilen. In der Regel sind sie mitten in einem Gefühlschaos und haben Angst davor, sich anzuvertrauen.

 

Sinnvoll ist, dass sich die Jugendliche zuerst überlegt, wie ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen bezüglich des Kindes aussehen. Sobald sie sich über ihre Entscheidungen klar ist, sollte sie das offene Gespräch mit dem Kindsvater suchen. Denn auch wenn dieser sich (noch) kein Kind wünscht, hat er das Recht, über die Schwangerschaft Bescheid zu wissen und kann insbesondere emotional eine Stütze sein.

 

Hat die Schwangere ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern, sollten auch diese zeitnah über die Schwangerschaft informiert werden. Ist das Verhältnis schwierig, kann es sinnvoll sein, sich Unterstützung durch eine Schwangerschaftsberatungsstelle oder das Jugendamt zu holen.

 

5. Elterliche Sorgezum Inhaltsverzeichnis

Da zwei Jugendliche nicht miteinander verheiratet sein können, steht die elterliche Sorge in der Regel allein der Mutter zu. Anders ist es, wenn beide Elternteile Sorgeerklärungen abgeben oder das Familiengericht ihnen die elterliche Sorge gemeinsam überträgt.

 

Vor ihrem 18. Geburtstag kann die minderjährige Mutter jedoch nur die Personensorge ausüben. Die Vermögenssorge und die rechtliche Vertretung des Kindes übernimmt ein Vormund, der bei der Geburt des Kindes vom Jugendamt bestimmt wird.

 

6. Heirat zum Inhaltsverzeichnis

Bis 21.7.2017 konnten sich Minderjährige zwischen 16 und 18 Jahren vom Familiengericht für ehemündig erklären lassen, um ihren volljährigen Partner zu heiraten. Das Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen, das am 22.7.17 in Kraft getreten ist, soll Jugendliche vor einer zu frühen Ehe schützen. Seitdem ist eine Heirat nur noch möglich, wenn beide Partner volljährig sind.

 

7. Besonderheiten bei Ausbildung und Studiumzum Inhaltsverzeichnis

7.1. Ausbildung

Junge Menschen, die vor oder während der Ausbildung Eltern geworden sind, haben die Möglichkeit eine Ausbildung in Teilzeit zu machen. Wenn zu erwarten ist, dass die Ausbildung trotzdem geschafft wird, kann die/der Auszubildende seine Arbeitszeit auf 25-30 Wochenstunden reduzieren. Bei einer Ausbildung mit 20 Stunden/Woche verlängert sich die Ausbildung.

 

7.2. Studium

Während und nach einer Schwangerschaft gibt es die Möglichkeit, sich vom Studium beurlauben zu lassen. Weitere Informationen unter externer Linkwww.familien-wegweiser.de > Suche > Suchbegriff "Beurlaubung vom Studium".

 

7.3. BAföG

Für junge Eltern wird BAföG für eine angemessene Zeit über die Förderungshöchstdauer hinaus als Zuschuss bewilligt, wenn sie schwanger sind oder ein Kind pflegen/erziehen, dass jünger als 10 Jahre alt ist.

 

Zudem gibt es einen Kinderbetreuungszuschlag in Höhe von 130 € monatlich für jedes Kind unter 10.

 

Aufgrund einer schwangerschaftsbedingten Ausbildungs- oder Studienunterbrechung wird BaföG bis zu 3 Monate weitergezahlt. Ist eine längere Unterbrechung notwendig, muss eine Beurlaubung beantragt werden.

 

7.4. Kinderbetreuung

Für Kinder jugendlicher Mütter gibt es für Härtefälle oft kurzfristig Plätze in der Krippe oder im Kindergarten. Die Kosten für einen Betreuungsplatz oder eine Tagesmutter können ganz oder anteilig vom Jugendamt übernommen werden. Weitere Informationen gibt das zuständige Jugendamt.

 

8. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Schwangerschaft Entbindung

Schwangerschaft Entbindung Sozialhilfe

Mittel der Bundesstiftung "Mutter und Kind"

Schwangere in Not

Mutter-Kind-Einrichtung

Schwangerschaftsabbruch

Mutterschaftsgeld

Mutterschutz

Elterngeld

Elternzeit

Unterhaltsvorschuss

 

Redakteurin: Janina Del Giudice

 

Letzte Aktualisierung am 04.10.2017   Redakteur/in: Janina DelGiudice

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