Multiple Sklerose > Allgemeines
Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1. Symptome
Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems, bei der es zu unterschiedlichen Auswirkungen und Verlaufsformen kommt. Häufig vorkommende Symptome können Müdigkeit, Schwäche, Sehstörungen, Nervenschmerzen und Gefühlsstörungen der Haut sein, die oft schubartig auftreten.
Bei MS kommt es zu einer Auflösung und Zerstörung der Markscheiden der Nervenfasern und dadurch zu einer Störung der "Zusammenarbeit" von Nerven- und Körperzellen. Da sich diese Markscheiden an den unterschiedlichsten Stellen des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark) befinden, können die unterschiedlichsten neurologischen Ausfallerscheinungen auftreten. So kann es zu Müdigkeit, Sehstörungen, Nervenstörungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühlen, Lähmungserscheinungen, bei einigen Patienten auch zu Blasenentleerungsstörungen kommen. Diese Ausfallerscheinungen können nur kurzfristig anhalten und dann wieder vollkommen zurückgehen oder sie bleiben anhaltend. Dieses Auftreten von einem oder auch mehreren Entzündungsherden im Nervensystem treten schubweise auf. Ein Schub entwickelt sich in mehreren Stunden oder Tagen und kann dann auch wieder vollkommen abklingen, die neurologischen Fähigkeiten sind dann wieder vollkommen hergestellt.
Das Haupterkrankungsalter für Multiple Sklerose liegt zwischen 20 und 40 Jahren, es kann aber in seltenen Fällen auch bei Jugendlichen und Senioren auftreten. Frauen sind häufiger betroffen.
2. Verlaufsformen
MS verläuft von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. Sowohl die Auswirkungen und bleibenden Behinderungen nach einem Schub als auch der zeitliche Verlauf sind äußerst unterschiedlich.
Man unterscheidet bei MS zwischen 3 charakteristischen Verlaufsformen.
2.1. Schubförmiger Verlauf (rezidivierend-remittierender Verlauf)
Der Krankheitsverlauf ist bei einem Großteil der Patienten nicht gleichförmig, sondern verläuft in Schüben. Die Symptome können sich zwischen den jeweiligen Schüben teilweise oder auch komplett wieder zurückbilden. Das heißt, der Patient kann zwischen zwei Schüben auch komplett beschwerdefrei sein. Die Schübe können über mehrere Jahre in sehr unregelmäßigen Zeitabständen auftreten. Bei einem Großteil der MS-Patienten beginnt die Erkrankung mit einem solchen schubförmigen Verlauf.
2.2. Sekundär progredienter (fortschreitender) Verlauf
Bei den meisten Erkrankten geht der schubförmige Verlauf nach einer Zeit von 15 bis 25 Jahren in einen sekundären progredienten Verlauf über. Das heißt, dass die körperlichen Beeinträchtigungen zwischen den Schüben bestehen bleiben bzw. zunehmen. Es kommt zu keinen Rückbildungen mehr. Dabei werden die Schübe weniger oder können ganz aus bleiben. Es kommt zu einer kontinuierlichen Verschlechterung der Krankheitssymptome.
2.3. Primär progredienter Verlauf
Bei dieser, seltener vorkommenden, Variante treten keine Schübe auf. Beim primär progredienten Verlauf entwickeln sich die Krankheitssymptome von Beginn an ohne Rückbildungen. Die Symptome und Beschwerden schreiten von Beginn an stetig voran. Dieser aggressive Krankheitsverlauf ist eher bei späten Krankheitsausbrüchen (Patienten über 40 Jahre) zu beobachten.
Nur wenige der Erkrankten haben eine so schwere Verlaufsform, dass sie innerhalb von wenigen Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Der Großteil der Erkrankungen verläuft schubförmig und geht später in einen progredienten Verlauf über.
3. Ursachen
Noch ist unklar, ob es sich bei MS um eine Autoimmunerkrankung des Körpers oder um eine Infektionskrankheit handelt. Auch genetische Ursachen können nicht ausgeschlossen werden. Wahrscheinlich ist die Krankheitsursache eine Summe dieser drei Faktoren.
4. Verwandte Links
Multiple Sklerose > Arbeit und Rente
Multiple Sklerose > Finanzielle Hilfen
Multiple Sklerose > Medizinische Rehabilitation
Multiple Sklerose > Schwerbehinderung
Letzte Aktualisierung am 11.08.2010 Redakteur/in: Manfred Hägele
Bewerten Sie die obigen Informationen (Schulnoten-System)













