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Nierenerkrankungen > Autofahren

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Nach einer erfolgreichen Nierentransplantation mit annähernd normaler Nierenfunktion spricht nichts gegen das Fahren eines Kraftfahrzeugs. Allerdings ist eine ständige ärztliche Betreuung und Kontrolle Voraussetzung.

Wer unter einer schweren Niereninsuffizienz leidet, ist nicht in der Lage, ein Kraftfahrzeug zu führen.

 

2. Grundsätzlicheszum Inhaltsverzeichnis

Die "Begutachtungs-Leitlinien zur Kraftfahreignung" (Bundesanstalt für Straßenwesen, Bergisch Gladbach, gültig ab 1. Mai 2014) halten zu Nierenerkrankungen Folgendes fest: "Wer unter einer schweren Niereninsuffizienz mit erheblicher Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens und beträchtlicher Einschränkung der Leistungsfähigkeit leidet, ist nicht in der Lage, den gestellten Anforderungen zum Führen von Kraftfahrzeugen beider Gruppen gerecht zu werden."

 

Bei der Fahreignung wird die Fahrerlaubnis in 2 Gruppen unterteilt:

  • Gruppe 1
    sind die Klassen A, A1, A2, B, BE, AM, L und T. Darunter fallen z.B. Mopeds, Kraft- und Leichtkrafträder, Kraftfahrzeuge, land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen. Es sind Fahrzeuge bis 3,5 t und Motorräder.
  • Gruppe 2
    sind die Klassen C, C1, CE, C1E, D, D1, DE, D1E (das sind z.B. Lastkraftwagen und Busse) und die Erlaubnis zur Beförderung von Fahrgästen (FzF).

 

3. Fahrerlaubnis Gruppe 1zum Inhaltsverzeichnis

Wer wegen einer Niereninsuffizienz in ständiger Dialysebehandlung (Dialyseverfahren) steht, darf unter besonderen Bedingungen ein Kraftfahrzeug der Gruppe 1 führen, wenn nicht bestimmte Komplikationen und/oder Begleiterkrankungen ein sicheres Verhalten im motorisierten Straßenverkehr einschränken oder ausschließen.

Voraussetzung dafür ist eine entsprechend positive Begutachtung mit der gleichzeitigen Bedingung einer ständigen ärztlichen Betreuung und Kontrolle. Die verantwortliche Straßenverkehrsbehörde fordert jährliche Nachbegutachtungen, um die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu garantieren.

 

4. Fahrerlaubnis Gruppe 2zum Inhaltsverzeichnis

Wer wegen einer Niereninsuffizienz in ständiger Dialysebehandlung steht, darf in der Regel kein Kraftfahrzeug der Gruppe 2 führen.

Unter besonders günstigen Bedingungen kann nach individueller Begutachtung durch einen in der Nephrologie besonders erfahrenen Arzt angenommen werden, dass die Voraussetzungen zum Führen eines Kraftfahrzeuges der Gruppe 2 noch oder wieder vorliegen. Eine eingehende Begründung ist erforderlich.

 

5. Autofahren nach Nierentransplantationzum Inhaltsverzeichnis

Nach einer erfolgreichen Nierentransplantation und damit normaler oder annähernd normaler Nierenfunktion kann angenommen werden, dass Betroffene unter besonderen Bedingungen wieder in der Lage sind, Kraftfahrzeuge beider Gruppen zu führen.

Bedingungen sind die ständige ärztliche Betreuung und Kontrolle durch einen in der Nephrologie besonders erfahrenen Arzt sowie eine jährliche Nachbegutachtung, in besonders begründeten Fällen halbjährlich.

 

6. Komplikationenzum Inhaltsverzeichnis

Liegen zusätzlich zur Nierenerkrankung Komplikationen oder Begleiterkrankungen vor (Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Rhythmusstörungen, koronare Herzkrankheit, Diabetes, Sehstörungen etc.), so müssen diese regelmäßig fachkundig beurteilt werden, insbesondere unter Beachtung der Kombinationen.

 

7. Mobilitätshilfen für Schwerbehindertezum Inhaltsverzeichnis

Wenn Patienten nicht Autofahren dürfen, Können sie unter bestimmten Voraussetzungen Hilfen zur Mobilität in Anspruch nehmen. Allgemeine Informationen finden Sie unter:

 

8. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Führerschein

Nierenerkrankungen

Nierenerkrankungen > Ernährungstherapie

Nierenerkrankungen > Schwerbehinderung

Nierentransplantation

 

 

Letzte Aktualisierung am 07.08.2014   Redakteur/in: Anja Wilckens

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