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Palliativversorgung

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

In der Palliativversorgung geht es um die umfassende Betreuung unheilbar Kranker. Das oberste Ziel ist die Linderung ihrer Beschwerden und die Steigerung ihrer Lebensqualität. Leitfaden sollte dabei immer der Wille des Patienten sein. Palliativversorgung hat deshalb nicht nur die Symptome im Auge, sondern kümmert sich ganzheitlich um die Bedürfnisse des Patienten und seiner Angehörigen.

 

2. Definitionzum Inhaltsverzeichnis

Palliativ stammt von dem lateinischen Wort pallium ab und bedeutet mantelartiger Überwurf. Palliativversorgung bedeutet somit, dass der Betroffene umhüllt und beschützt werden soll.

 

Palliativpatienten sind Patienten, die an einer unheilbaren, progredienten (fortschreitenden) Erkrankung in einem weit fortgeschrittenen Stadium leiden. Eine kurative (heilende) Therapie ist nicht mehr möglich und die Lebenserwartung ist begrenzt. Es kann sich beim palliativen Patientenkreis um Patienten mit Krebserkrankungen, AIDS und neurologischen oder internistischen Erkrankungen handeln.

 

3. Ziel: Linderungzum Inhaltsverzeichnis

Palliativpatienten leiden an körperlichen, psychosozialen oder seelischen Folgen ihrer Erkrankung. Ziel der Palliativversorgung  ist es deshalb, die körperlichen Beschwerden einer unheilbaren, fortgeschrittenen Erkrankung sowie die damit verbundenen psycho-sozialen Probleme zu lindern und so die Lebensqualität zu erhalten.

Im Mittelpunkt der medizinischen Behandlung eines Palliativpatienten steht die Symptomkontrolle. Diese umfasst die Linderung von körperlichen Schmerzen und Symptomen wie Übelkeit, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Luftnot. Bei der Behandlung von Palliativpatienten treten zumeist Nebenwirkungen auf, diese werden im Rahmen einer unterstützenden Therapie (Supportivtherapie) gemindert.

Bei der Behandlung von Palliativpatienten sollte der Grundsatz Lebensqualität vor Lebensquantität gelten.

 

4. Wünsche des Patienten beachtenzum Inhaltsverzeichnis

Die Würde und Integrität des Palliativpatienten ist zu respektieren. Die Wünsche, Ziele sowie physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse des Patienten stehen im Vordergrund. Dies kann z.B. sein:

  • Zu Hause sterben
  • Letzte Angelegenheiten regeln können
  • Schmerzfrei sein
  • Anwesenheit von Angehörigen und Freunden
  • Allein sein
  • Gebete sprechen

 

5. Haltung in der Palliativbetreuungzum Inhaltsverzeichnis

Palliativbetreuung erfordert:

  • Multiprofessionelle und interprofessionelle Zusammenarbeit (u.a. Ärzte, Pflegekräfte, Ehrenamtliche, Seelsorger, Sozialarbeiter sowie Institutionen wie Krankenhäuser, Palliativstationen, Sozialstationen).
    Individuelle Betreuung des Patienten und der Angehörigen bis zum Tod und in der Trauerphase durch das multiprofessionelle Team.
  • Schaffung von Vertrauen: Offener und ehrlicher Umgang im Team, mit dem Palliativpatienten und dessen Angehörigen. Insbesondere ein offener Umgang mit dem Thema Sterben und Tod ist sinnvoll und wünschenswert. Der Patient soll sich sicher, geborgen und ernst genommen fühlen. 
  • Ganzheitlicher Ansatz: Die Palliativbetreuer konzentrieren sich auf den ganzen Menschen und nicht nur auf die Erkrankung. Berücksichtigt werden soziale, psychische, spirituelle und physische Bedürfnisse des Menschen. Näheres unter Ganzheitlichkeit in der Palliativversorgung.
  • Förderung der Lebensqualität, Ablehnung von aktiver Sterbehilfe, Akzeptanz des Todes als Teil des Lebens. Es soll weder das Sterben beschleunigt noch der Tod verschoben werden. Zur Lebensqualität siehe auch Beschäftigung in der finalen Lebensphase.
  • Schmerz- und Symptomkontrolle und Pflege durch spezialisierte ärztliche und pflegerische Fachkräfte. Siehe auch Palliativpflege.
  • Respekt und Achtung der Selbstbestimmung und Autonomie des Patienten. Die Würde des einzelnen Menschen wird geachtet.
  • Hilfe für die Angehörigen: Auch Familie, Freunde oder Nachbarn sind betroffen und benötigen oft Hilfe, z.B. Pflegeanleitung oder psychosoziale Unterstützung. Weitere Aspekte unter Palliativphase > Familie.

 

Sterben in Würde

Die Bundesärztekammer bietet die Broschüre "Sterben in Würde - Grundsätze und Empfehlungen für Ärztinnen und Ärzte" an. Diese kann unter externer Linkwww.baek.de > Medizin und Ethik > Sterbebegleitung heruntergeladen werden.

 

6. Die drei Phasen der Palliativbehandlungzum Inhaltsverzeichnis

  1. Rehabilitationsphase
    Das Ziel der Rehabilitationsphase in der Palliativmedizin ist, dass der Patient ein aktiveres Leben führen kann und durch eine gute Symptomkontrolle bestmögliche Mobilität wiedererlangt. Des Weiteren soll die Verrichtung kleiner alltäglicher Dinge zur Verbesserung der Lebensqualität ermöglicht werden. Diese Phase umfasst meist die letzten Monate des Lebens, manchmal sogar Jahre.
  2. Terminalphase
    Die Terminalphase ist die Vorstufe der Sterbephase und kann oft mehrere Wochen oder Monate umfassen. Bezeichnend für diese Phase ist, dass die Aktivität des Menschen durch die unheilbare Erkrankung deutlich beeinträchtigt ist. Die Betreuung und Begleitung des erkrankten Menschen und seiner Angehörigen spielt eine wichtige Rolle.
  3. Sterbephase/Finalphase
    Die Sterbephase umfasst zumeist die letzten Stunden oder auch Tage des Lebens. Dabei steht stets im Vordergrund, dass der kranke Mensch auf seinem letzten Weg begleitet wird und in Würde sterben kann. Aber auch die Angehörigen sollen in dieser schweren Phase Trost und Unterstützung erfahren. In der Sterbephase erhält die Begleitung des kranken Menschen einen hohen Stellenwert.

 

7. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Multiprofessionelles Team

Ganzheitlichkeit in der Palliativversorgung

Palliativphase (Linkliste)

Betäubungsmittel

Palliativpflege

Palliativphase > Pflege (Linkliste)

Einrichtungen der Sterbebegleitung

Palliativphase > Familie

Palliativphase > Tod und Trauer

 

 

Letzte Aktualisierung am 20.05.2010   Redakteur/in: Sabine Bayer

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