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Parkerleichterungen

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Als "Erleichterung im Personenverkehr" bekommen schwerbehinderte Menschen einen Parkausweis, der z.B. das Parken in eingeschränkten Halteverboten erlaubt. Den Ausweis können auch nicht behinderte Menschen nutzen, wenn sie den Betroffenen befördern.

 

2. Parkausweis Deutschland: orangezum Inhaltsverzeichnis

Der orangefarbene Parkausweis der Bundesrepublik ist eine Ausnahmegenehmigung, die bei der örtlich zuständigen Straßenverkehrsbehörde beantragt werden muss. Er gilt in allen Bundesländern und ist gut sichtbar hinter der Windschutzscheibe anzubringen. Er berechtigt:

  • im eingeschränkten Halteverbot und auf Anwohnerparkplätzen bis zu 3 Stunden zu parken. Die Ankunftszeit ist durch eine Parkscheibe kenntlich zu machen.
  • im Zonenhalteverbot oder in Parkbereichen, wo Parkzeitbegrenzungen bestehen, die zugelassene Parkdauer zu überschreiten.
  • in Fußgängerzonen während der Ladezeit zu parken.
  • in verkehrsberuhigten Bereichen auch außerhalb der gekennzeichneten Flächen zu parken, sofern der durchgehende Verkehr nicht behindert wird.
  • an Parkuhren und Parkscheinautomaten ohne Gebühr und zeitlich unbegrenzt zu parken.

 

2.1. Voraussetzungen 

Schwerbehinderte Menschen können den orangen Parkausweis mit folgenden Merkzeichen bzw. Erkrankungen beantragen:

  • Merkzeichen G und Merkzeichen B und ein Grad der Behinderung (GdB) von wenigstens 80 allein für Funktionsstörungen an den unteren Gliedmaßen oder GdB von wenigstens 70 allein für Funktionsstörungen an den unteren Gliedmaßen, wenn gleichzeitig ein GdB von wenigstens 50 für Funktionsstörungen des Herzens und der Atmungsorgane  vorliegt.
  • Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, wenn hierfür ein GdB von wenigstens 60 vorliegt.
  • künstlicher Darmausgang und zugleich künstliche Harnableitung, wenn hierfür ein GdB von wenigstens 70 vorliegt.

 

3. EU-Parkausweis: blauzum Inhaltsverzeichnis

Seit 2001 wird ein einheitlicher EU-Parkausweis bei Schwerbehinderung ausgestellt, der in allen EU-Ländern gilt. Zu diesem sogenannten blauen Ausweis gehört eine Broschüre, die über die jeweiligen Parksonderrechte aufklärt. Im Ausland muss der Text in der Landessprache aufgeklappt und sichtbar neben den Ausweis gelegt werden. Im Inland genügt es, nur den Ausweis hinter die Windschutzscheibe zu legen. Alte EU-Parkausweise - ohne Lichtbild -  haben zum 1.1.2011 ihre Gültigkeit verloren und müssen daher umgetauscht werden.

 

Nur der blaue EU-Parkausweis berechtigt zum Parken auf Behindertenparkplätzen mit Rollstuhl-Symbol.

Wer einen blauen Parkausweis hat, kann alle oben beschriebenen "orangen" Parkerleichterungen in Anspruch nehmen. Zudem kann

  • für bestimmte Halteverbotsstrecken, in denen mit Parkausweis 3 Stunden geparkt werden darf, eine längere Parkzeit beantragt werden.
  • im absoluten Halteverbot mit Zusatzschild "Be- und Entladen frei, Ein- und Aussteigen frei" bis zu 3 Stunden geparkt werden. Ankunftszeit mit Parkscheibe einstellen.

 

3.1. Voraussetzungen

Schwerbehinderte Menschen bekommen den blauen Parkausweis mit folgenden Merkzeichen bzw. Erkrankungen:

  • Merkzeichen aG oder Merkzeichen Bl 
  • Beidseitige Amelie (angeborenes Fehlen von Gliedmaßen) oder Phokomelie (z.B. Hand oder Fuß sind direkt am Rumpf) oder vergleichbare Funktionseinschränkungen (z.B. Amputation beider Arme)

 

4. Regionale Besonderheiten zum Inhaltsverzeichnis

Es lohnt sich, bei der jeweiligen Stadt-, Gemeinde- oder Kreisverwaltung oder Verkehrsbehörde nach regionalen Parkerleichterungen zu fragen, da diese nicht bundesweit einheitlich festgelegt sind.

 

Einige Bundesländer räumen die oben genannten Parkerleichterungen auch bei Schwerbehinderung ohne das Merkzeichen aG im Schwerbehindertenausweis ein, z.B. bei Osteoporose oder bei einer vorübergehenden außergewöhnlichen Gehbehinderung.

 

5. Praxistippzum Inhaltsverzeichnis

  • Zur Beantragung Passfoto, Schwerbehindertenausweis und den letzten Bescheid des Versorgungsamts mitbringen.
  • Einen Parkausweis können z.B. auch der Ehepartner oder Kinder nutzen, wenn der berechtigte schwerbehinderte Mensch nicht selbst in der Lage ist, das Fahrzeug zu führen. Die Nutzung ist daran gebunden, dass der schwerbehinderte Mensch befördert wird.
  • Bei schwerbehinderten Kindern, die die Voraussetzungen erfüllen, können die Eltern den Parkausweis beantragen und ihn nutzen, wenn sie das Kind befördern.

 

6. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Die örtlich zuständige Straßenverkehrsbehörde.

 

7. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Öffentliche Verkehrsmittel

Führerschein

Behinderung

CED > Reisen und Autofahren 

 

 

Letzte Aktualisierung am 02.08.2017   Redakteur/in: Johanna Wehle

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