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Parkinson > Behandlung

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Der Verlauf und die Behandlung von Parkinson sind individuell verschieden. Grundsätzlich gilt: Parkinson ist nicht heilbar, es können nur die Symptome gelindert werden. Dabei können Medikamente, die Tiefe Hirnstimulation und ergänzende Therapien (z.B. Physio- und Ergotherapie) zur Anwendung kommen.

 

2. Medikamente bei Parkinsonzum Inhaltsverzeichnis

Medikamente können auf die Symptome der Krankheit und die damit verbundenen Beeinträchtigungen einwirken, indem sie auf die Behebung des Dopaminmangels abzielen.

Das wirksamste Medikament ist L-Dopa (Abkürzung für Levodopa). Es sorgt dafür, dass Nervenzellen den Botenstoff Dopamin herstellen, den das Gehirn durch die Erkrankung immer weniger bildet.

Unter den vielen weiteren Medikamenten, die bei Parkinson eingesetzt werden, sind Dopamin-Agonisten die wichtigsten. Diese Wirkstoffe ähneln chemisch dem Dopamin und wirken im Körper wie der fehlende Botenstoff. Sie werden in Kombination mit L-Dopa oder auch allein eingesetzt, insbesondere am Anfang der Therapie und bei Patienten unter 70 Jahren.

 

Näheres zu Zuzahlungen und Zuzahlungsbefreiung bei Medikamenten: Arznei- und Verbandmittel > Zuzahlungen und Befreiung.

 

2.1. Praxistipp

Parkinson-Patienten müssen oft mehrmals am Tag verschiedene Medikamente einnehmen. Die pünktliche Einnahme ist dabei sehr wichtig: Deshalb sollten Betroffene Hilfsmittel zur pünktlichen Einnahme nutzen, z.B. Tablettenboxen mit mehreren Fächern pro Tag oder Zeitschaltuhren.

 

3. Tiefe Hirnstimulation (THS) zum Inhaltsverzeichnis

Die Tiefe Hirnstimulation, umgangssprachlich als „Hirnschrittmacher“ bezeichnet, ist eine operative Behandlung, die in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat und ein etabliertes Therapie-Verfahren bei Parkinson ist. Dabei werden Elektroden in die symptomverursachende, überaktive Hirnregion (Basalganglien) implantiert. Unter der Haut wird ein Impulsgeber eingesetzt, der elektrische Impulse an das Gehirn sendet und dadurch die Basalganglien gezielt hemmt. Die Hirnstimulation verbessert in der Regel die Hauptsymptome von Parkinson. Die Begleitsymptome müssen zusätzlich behandelt werden.

 

4. Ergänzende Therapien bei Parkinsonzum Inhaltsverzeichnis

Es gibt eine Reihe ergänzender Therapien, die die Symptome von Parkinson lindern können.

 

4.1. Physiotherapie und Ergotherapie

Um die Bewegungsfähigkeit so lange wie möglich erhalten, sollten Patienten regelmäßig Bewegungsübungen durchführen.

Physiotherapeuten vermitteln vor allem Übungen für die Beweglichkeit, um der zunehmenden Bewegungsverarmung entgegenzuwirken. Neben individuellen Trainingsverfahren kann der Therapeut auch bei der Auswahl und dem Gebrauch geeigneter Hilfsmittel behilflich sein.

Ergotherapeuten unterstützen Patienten bei der Durchführung von Tätigkeiten in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit. Ergotherapeutische Übungen trainieren u.a. die Feinmotorik, z.B. das Öffnen von Knöpfen oder Reißverschlüssen, und erhalten damit Alltagskompetenzen und Selbstständigkeit. Näheres unter Parkinson > Bewegung und Mobilität.

 

4.2. Logopädie

Im Verlauf der Erkrankung können zunehmend Probleme mit dem Sprechen auftreten, weil die Sprechmuskulatur betroffen ist. Dadurch kann die Sprache undeutlicher und oft auch leiser werden. Gezieltes logopädisches Training kann die Beweglichkeit erhalten oder wieder verbessern, individuelle Übungen vermitteln Logopäden.

Logotherapeuten helfen auch bei Schluckstörungen, die ebenfalls ein häufiges Symptom bei Parkinson sind. 

Näheres zu Logopädie.

 

4.3. Künstlerische Therapien

Zu den künstlerischen Therapien zählen u.a. die Musik-, Tanz-, Theater- und Kunsttherapie. Dabei handelt es sich um aktivierende Therapieformen, welche die Lebensqualität, die soziale Teilhabe und die Selbstständigkeit im Alltag verbessern sollen.
Neben der Förderung von Körperfunktionen (z.B. der Verbesserung motorischer Fähigkeiten durch Tanztherapie und musikgestütztes Gangtraining) können künstlerische Therapien auch Begleitsymptome wie eine depressive Stimmungslage, Angst, Interessenverlust und kognitive Einschränkungen lindern. Die Therapien sollen auch die Selbst- und Körperwahrnehmung sowie das Selbstwertgefühl stärken und die Entwicklung neuer Lebensperspektiven unterstützen.

 

5. Verwandte Links zum Inhaltsverzeichnis

Parkinson

Parkinson > Allgemeines

Parkinson > Beruf

Parkinson > Bewegung und Mobilität

Parkinson > Ernährung

Parkinson > Hilfsmittel und Wohnen

Parkinson > Medizinische Rehabilitation

Parkinson > Pflege

Parkinson > Schwerbehinderung

 

Redakteurin: Jutta Meier

 

Letzte Aktualisierung am 20.11.2017   Redakteur/in: Jutta Meier

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