Springe direkt zu: Inhalt, Suche.

betaCare

Parkinson > Reisen und Autofahren

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Eine Parkinson-Erkrankung ist kein Hindernis für eine Urlaubsreise. Patienten sollten aber vorher die Reise gut durchplanen. Übermäßige Hektik und Anstrengung sollten vermieden werden. Medikamente müssen ausreichend mitgeführt werden und die medizinische Versorgung vor Ort muss geklärt sein. Ob ein Parkinson-Patient selbst Auto fahren kann, sollte mit dem behandelnden Arzt geklärt werden.

 

2. Urlaubsreisezum Inhaltsverzeichnis

Folgendes ist für einen erholsamen Urlaub zu beachten:

  • Viele Parkinson-Patienten haben Probleme mit der Wärmeregulation des Körpers und neigen zu Schweißausbrüchen. In diesen Fällen sind Reisen in heiße Regionen zu meiden.
  • Von zu Hause aus Erkundigungen einziehen, ob es am Urlaubsort medizinische Versorgung für einen eventuellen Notfall gibt.
  • Mit dem behandelnden Arzt die bevorstehende Reise besprechen:
    • Worauf muss geachtet werden?
    • Ist die medikamentöse Einstellung in Ordnung?
    • Kann man für An- und Abreise lange genug im Auto oder Zug sitzen?
    • Kann man selbst/alleine fahren?
    • Wie sollen bei einer Zeitverschiebung während der An- und der Rückreise und auch während des Aufenthalts die Medikamente eingenommen werden? Dies ist besonders bei Flugreisen wichtig, wenn es zu einer erheblichen Zeitverschiebung kommt. Eventuell müssen die Medikamente während des Flugs auch in der Nacht weiter eingenommen werden.
  • Ausreichend Medikamente mitnehmen. Einen Teil der Medikamente im Reisegepäck, den anderen Teil im Handgepäck mitführen, falls Gepäckstücke abhanden kommen.
  • Eine Liste mit der internationalen Bezeichnung der Medikamente mitführen.
  • Eine kleine Reiseapotheke mit Medikamenten gegen Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung mitführen, die zusammen mit den Parkinson-Medikamenten verträglich sind. Der behandelnde Arzt kann Geeignetes verschreiben oder empfehlen.
  • Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, in warmen Regionen besser mehr Flüssigkeit zuführen.
  • Für ausreichenden Auslandskrankenschutz sorgen.

 

3. Behindertenreisenzum Inhaltsverzeichnis

Veranstalter und Anbieter von Behindertenreisen finden Sie:

 

4. Autofahrenzum Inhaltsverzeichnis

Die grundsätzliche Eignung zur Teilnahme am Straßenverkehr ist in § 2 Abs. 2 Nr. 3 StVG i.V.m. § 11 FEV geregelt, Näheres unter Führerschein. Für Parkinson stellen die "Begutachtungs-Leitlinien zur Kraftfahreignung" (Bundesanstalt für Straßenwesen, Bergisch Gladbach, gültig ab 1. Mai 2014) folgende Leitsätze auf: Die Fahreignung wird für Gruppe 1 und 2 getrennt beurteilt, Näheres unter Fahrerlaubnisgruppen.

 

"Wer unter einer extrapyramidalen (oder zerebellaren) Erkrankung leidet, die zu einer herabgesetzten Leistungs- und Belastungsfähigkeit führt, ist nicht in der Lage, den gestellten Anforderungen zum Führen von Kraftfahrzeugen der Gruppe 2 gerecht zu werden.

Die Fähigkeit, Kraftfahrzeuge der Gruppe 1 sicher zu führen, ist nur bei erfolgreicher Therapie oder in leichteren Fällen der Erkrankungen gegeben. Sie setzt die nervenärztliche/neurologische und, je nach den Umständen, psychologische Zusatzbegutachtung voraus. Nachuntersuchungen in Abständen von 1, 2 und 4 Jahren sind je nach ... Einzelfall ... zur Auflage zu machen."

 

Die "Begutachtungs-Leitlinien zur Kraftfahreignung" sind kostenlos herunterzuladen unter externer Linkwww.bast.de > Verhalten und Sicherheit > Fachthemen > Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung > zum Download

 

Ärzte sind verpflichtet, Patienten von sich aus über die Gefahren bei der Teilnahme am Straßenverkehr zu informieren. Verhält sich ein Patient trotz entsprechender Aufklärung durch den Arzt unvernünftig, ist der Arzt berechtigt, seine Schweigepflicht zu brechen und die Verkehrsbehörden/Polizei zu benachrichtigen (BGH NGW 1968/2290).

 

Die Beurteilung, ob ein Patient noch sicher Autofahren kann, erfordert auf jeden Fall die Untersuchung durch den erfahrenen Nervenarzt/Neurologen und ggf. eine psychologische Zusatzuntersuchung. Bei Führerscheininhabern ist unter Umständen eine praktische Fahrprobe erforderlich.

Patienten können auch verschiedene Angebote nutzen, um ihre Fahrtüchtigkeit zu testen:

  • Der ADAC überprüft die persönliche Reaktionszeit.
  • Die DEKRA oder der TÜV bieten Eignungstests. Diese unterliegen der Schweigepflicht.
  • Geprüfte Fahrlehrer können in einer Fahrstunde feststellen, ob sich ein Patient noch sicher im Verkehr bewegen kann.

 

Unter Umständen kann ein Auto mit Automatikgetriebe Probleme lösen.

 

5. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Führerschein 

Ermäßigungen bei Öffentlichen Verkehrsmitteln

Hilfe für schwerbehinderte Menschen im Flugverkehr

Krankenversicherungsschutz: Auslandsschutz

Parkinson

Parkinson > Allgemeines

Parkinson > Beruf

Parkinson > Bewegung und Mobilität

 

 

Letzte Aktualisierung am 11.04.2016   Redakteur/in: Andrea Nagl

Bewerten Sie die obigen Informationen (Schulnoten-System) 

1 (sehr gut) 6 (ungenügend)