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Pflegegeld Pflegeversicherung

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Pflegegeld erhält ein Pflegebedürftiger von der Pflegekasse, damit er die Person, die ihn zu Hause pflegt, bezahlen kann. Das Pflegegeld beträgt je nach Pflegestufe zwischen 120,- und 700,- €.

 

2. Grundsätzlicheszum Inhaltsverzeichnis

Pflegegeld bekommt ein Pflegebedürftiger, um eine selbst beschaffte Pflegekraft zu bezahlen. Es gehört im Rahmen der Pflegeversicherung zur Häuslichen Pflege und stellt die erforderliche Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung durch eine Person in geeigneter Weise sicher.

Für Nichtmitglieder der Pflegeversicherung tritt unter bestimmten Voraussetzungen das Sozialamt ein, Näheres unter Pflegegeld Sozialhilfe.

Eine detaillierte Auflistung der zur häuslichen Pflege zählenden Arbeiten finden Sie unter Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung. Bei Menschen mit erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf kommen auch Häusliche Betreuungsleistungen in Frage.

 

3. Leistungsempfängerzum Inhaltsverzeichnis

Anspruchsberechtigt ist der Pflegebedürftige. Er bekommt Pflegegeld anstelle der Pflegesachleistung für die Pflege durch eine selbst beschaffte Pflegeperson (z.B. Angehörige, ehrenamtliche Pflegepersonen, erwerbsmäßige Pflegekräfte oder eine vom Pflegebedürftigen angestellte Pflegeperson).

Pflegegeld ist kein Einkommen des Pflegebedürftigen. Wenn der Pflegebedürftige das Pflegegeld an die Pflegeperson weiterleitet, gilt dies ebenfalls nicht als Einkommen, außer die Pflegeperson wird im Rahmen eines Arbeits- oder Beschäftigungsverhältnisses für den Pflegebedürftigen tätig.

 

4. Voraussetzungenzum Inhaltsverzeichnis

  • Keine Entschädigungsleistungen der gesetzlichen Unfallversicherung (Pflegegeld Unfallversicherung).
  • Pflege im häuslichen Bereich, d.h. im eigenen Haushalt, in einem anderen Haushalt, in welchem der Pflegebedürftige aufgenommen wurde, oder in einem Altenwohnheim oder Altenheim, auf jeden Fall nicht in einem Pflegeheim.
  • Prinzipiell müssen die Vorversicherungszeit erfüllt, die Pflegebedürftigkeit festgestellt und die Pflegeleistung bei der Pflegekasse beantragt werden.

 

5. Verhältnis zu anderen Leistungen der Pflegeversicherungzum Inhaltsverzeichnis

  • Das Pflegegeld und die Pflegesachleistung schließen sich in der Regel aus; möglich ist allerdings eine Kombinationsleistung aus beiden.
  • Neben dem Pflegegeld kann in jedem Fall der Bezug von Pflegehilfsmitteln beansprucht werden.
  • Es besteht auch die Möglichkeit neben Pflegegeld den Pflegebedürftigen in einer Tages- und Nachtpflege betreuen zu lassen. Hierfür stehen ihm bei voll ausgeschöpftem Pflegegeld noch 50 % der Tages- oder Nachtpflege zu. Die Höhe orientiert sich an der Pflegestufe. Näheres unter Tages- und Nachtpflege.
  • Seit 1.1.2013 wird während einer Ersatzpflege oder einer Kurzzeitpflege die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegelds je für bis zu 4 Wochen je Kalenderjahr fortbezahlt.

 

6. Höhezum Inhaltsverzeichnis

Die Pflegekasse bezahlt für eine selbst beschaffte Pflegeperson monatliches Pflegegeld in folgender Höhe:

Pflegestufe 

normale Pflegebedürftigkeit

bei erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf

"0"

-

120,- €

1

235,- €

305,- €

2

440,- €

525,- €

3

700,- €

700,- €

Näheres zu den Pflegestufen s. dort. Pflegegeld wird immer im Voraus am 1. eines Monats für diesen Monat geleistet.

 

6.1. Besonderheiten

  • Tritt die Pflegebedürftigkeit erst im Laufe eines Monats ein, wird das Pflegegeld anteilig nach Tagen gezahlt.
  • Das Pflegegeld ist steuerfrei.
  • Bei vollstationärer Krankenhausbehandlung, einer stationären medizinischen Rehamaßnahme oder einer Häuslichen Krankenpflege (wenn dabei Anspruch auf Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung besteht) um einen Krankenhausaufenthalt zu vermeiden oder zu verkürzen wird das Pflegegeld bis zu 4 Wochen weiterbezahlt (§ 34 Abs. 2 SGB XI).
  • Wird der Pflegebedürftige in einem Pflegeheim untergebracht (§ 71 Abs. 2 SGB XI), erhält er kein Pflegegeld.
  • Stirbt der Pflegebedürftige, wird das Pflegegeld für den Restmonat nicht zurückgefordert.

 

7. Auslandsaufenthaltzum Inhaltsverzeichnis

Pflegegeld kann auch bei Wohnsitz oder längerem Aufenthalt in Ländern der EU bzw. des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) bezogen werden.

Handelt es sich bei dem Aufenthalt oder Wohnsitz um Länder, die nicht zur EU bzw. zum EWR zählen, wird Pflegegeld nur bei vorübergehendem Auslandsaufenthalt bis zu einer Dauer von 6 Wochen bezahlt.

Voraussetzung in beiden Fällen ist, dass der Pflegebedürftige trotz des Auslandsaufenthalts bzw. -wohnsitzes weiterhin in Deutschland versichert bleibt.

 

8. Beratungseinsatz zum Inhaltsverzeichnis

Pflegebedürftige, die ausschließlich Pflegegeld beziehen, sind verpflichtet, einen Beratungseinsatz durch eine Pflegefachkraft in Anspruch zu nehmen:

  • Bei Pflegestufe 1 und 2: 1 x halbjährlich
  • Bei Pflegestufe 3: 1 x vierteljährlich

 

8.1. Ziel

Die Heranziehung der Pflegefachkraft dient der Sicherung der Qualität der häuslichen Pflege und der regelmäßigen Hilfestellung und Beratung der häuslich Pflegenden. Den Beratungseinsatz bezahlt die Pflegekasse.

 

8.2. Praxistipps

  • Kommt der Pflegebedürftige seiner Nachweispflicht durch einen Beratungseinsatz nicht nach oder erteilt er der Pflegefachkraft nicht sein Einverständnis zur Mitteilung an die zuständige Pflegekasse, wird das Pflegegeld gekürzt bzw. im Wiederholungsfall vollständig entzogen.
  • Personen, die keine Pflegeeinstufung haben, aber Leistungen nach dem Pflegeleistungsergänzungsgesetz erhalten, können pro Halbjahr einen Beratungseinsatz in Anspruch nehmen. Dieser wird mit 21,- € von der Pflegekasse vergütet. Näheres unter Erheblicher allgemeiner Betreuungsbedarf.

 

9. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Pflegekassen

 

10. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Pflegeversicherung

Pflegekassen

Pflegegeld Sozialhilfe

Pflegegeld Unfallversicherung

Pflegesachleistung

Pflegebedürftigkeit

Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung

Familienpflegezeit

 

Gesetzesquelle(n) 

(§§ 37, 123 SGB XI)

 

Letzte Aktualisierung am 17.02.2014   Redakteur/in: Sabine Bayer

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