Pflegesachleistung
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1. Das Wichtigste in Kürze
Bei der Pflegesachleistung wird der Pflegebedürftige von professionellen Pflegekräften gepflegt, die zu ihm ins Haus kommen. Die Pflegekräfte rechnen direkt mit der Pflegekasse ab und erhalten je nach Pflegestufe 440,- bis 1.918,- € monatlich.
2. Allgemeines
"Pflegesachleistung" heißt, dass professionelle Pflegekräfte die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung übernehmen. Pflegesachleistungen gehören im Rahmen der Pflegeversicherung zur Häuslichen Pflege. Der beauftragte ambulante Pflegedienst rechnet sogenannte Leistungskomplexe ab.
3. Leistungsanbieter
Die Pflegefachkräfte sind entweder von der Pflegekasse oder einem zugelassenen ambulanten Pflegedienst angestellt, oder sie haben als Einzelpersonen einen Versorgungsvertrag mit der Pflegekasse abgeschlossen.
Die Pflegekassen haben ein Verzeichnis aller Pflegedienste und Einzelpersonen, mit denen sie einen Versorgungsvertrag abgeschlossen haben. Sie müssen den Pflegebedürftigen Auskünfte daraus erteilen, welche Pflegedienste und Einzelpersonen Pflegesachleistungen anbieten. Die Pflegekassen verfügen zudem über eine Preisliste der einzelnen Pflegeleistungen.
Pflegedienste, die mit Pflegekassen keinen Vertrag geschlossen haben, können trotzdem gegen Privatrechnung an den Pflegebedürftigen Pflegesachleistungen erbringen. Der Pflegebedürftige hat gegenüber der Pflegekasse dann einen Anspruch auf Erstattung von 80 % des jeweiligen Höchstbetrags. Das Sozialamt darf die Differenz nicht bezahlen. Der Pflegedienst ist verpflichtet, auf diese Tatsachen hinzuweisen.
4. Voraussetzungen
- Keine Häusliche Krankenpflege in Form von Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung der gesetzlichen Krankenversicherung
und - Pflege im häuslichen Bereich, d.h. im eigenen Haushalt, in einem anderen Haushalt, in dem der Pflegebedürftige aufgenommen wurde, oder in einem Altenwohnheim
und - prinzipiell müssen die Vorversicherungszeit erfüllt, die Pflegebedürftigkeit festgestellt und die Pflegesachleistung bei der Pflegekasse beantragt werden.
Pflegesachleistungen sind ausgeschlossen, wenn es sich bei der Einrichtung, in der der Pflegebedürftige betreut wird, um ein Pflegeheim (stationäre Einrichtung nach § 71 Abs. 2 SGB XI) handelt. Nähere unter Vollstationäre Pflege.
5. Höhe
Die professionelle Pflegekraft erhält bei
- Pflegestufe I: 440,- € monatlich
- Pflegestufe II: 1.040,- € monatlich
- Pflegestufe III: 1.510,- € monatlich
- Härtefällen der Pflegestufe III: 1.918,- € monatlich
Näheres zu den Pflegestufen siehe dort.
5.1. Gemeinsamer Pflege-Pool
Leben mehrere Pflegebedürftige, die von einer professionellen Pflegekraft betreut werden, in einem Haushalt (z.B. Senioren-WG), dann können sie ihre Pflegesachleistungsansprüche in einen gemeinsamen Pool geben. Die Zeitersparnis, die die Pflegekraft durch den gemeinsamen Haushalt hat, kommt den Pflegebedürftigen zugute.
6. Verhältnis zu anderen Leistungen der Pflegeversicherung
Pflegesachleistung und Pflegegeld Pflegeversicherung schließen sich normalerweise aus. Möglich ist allerdings eine Kombinationsleistung aus beiden.
Neben der Pflegesachleistung kann in jedem Fall der Bezug von Pflegehilfsmitteln beansprucht werden.
Es besteht auch die Möglichkeit, neben Pflegesachleistung den Pflegebedürftigen in einer Tages- oder Nachtpflege betreuen zu lassen. Hierfür stehen ihm bei voll ausgeschöpfter Pflegesachleistung noch 50 % der Tages- oder Nachtpflege zu. Die Höhe orientiert sich an der Pflegestufe. Details unter Tages- und Nachtpflege.
7. Auslandsaufenthalt
Eine Pflegekraft kann nur dann im Ausland in Anspruch genommen werden, wenn diese Pflegefachkraft auch ansonsten die Pflege erbringt und den Pflegebedürftigen während des Auslandsaufenthalts begleitet.
8. Wer hilft weiter?
9. Verwandte Links
Gesetzesquelle(n)
(§§ 36, 91 SGB XI)
Letzte Aktualisierung am 20.01.2010 Redakteur/in: Sandra Kolb














