Springe direkt zu: Inhalt, Suche.

betaCare

Pflegestützpunkte Pflegeberatung

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Pflegestützpunkte sind zentrale Anlaufstellen für gesetzlich versicherte Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bei Fragen, Planung und Hilfestellungen rund um das Thema Pflege. Sie koordinieren und vermitteln Hilfeleistungen und örtliche Angebote. Die Stützpunkte sind regional unterschiedlich verfügbar, aber die Pflegekasse muss in jedem Fall eine Beratung zugänglich machen.

 

2. Rechtsanspruch auf Beratungzum Inhaltsverzeichnis

Pflegebedürftige aller Pflegegrade haben einen Rechtsanspruch auf eine qualifizierte Pflegeberatung. Die Pflegekasse weist Anspuchsberechtigten unverzüglich einen Pflegeberater zu, der fester Ansprechpartner ist und Hilfe bei der Auswahl und Inanspruchnahme von Unterstützungsangeboten im Sinne des Fallmanagements leistet.

 

Sobald ein erstmaliger Pflegeantrag bei einer Pflegekasse eingeht, muss sie:

  • entweder einen konkreten Beratungstermin mit Angabe der Kontaktperson anbieten, der spätestens innerhalb von 2 Wochen nach Antragseingang durchzuführen ist,
  • oder einen Beratungsgutschein ausstellen, in dem Beratungsstellen benannt sind, bei denen der Gutschein zu Lasten der Pflegekasse innerhalb von 2 Wochen nach Antragseingang eingelöst werden kann.

 

Dies gilt auch für spätere Beratungstermine, z.B. bei Anträgen auf Höherstufung, Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflege oder Wohngruppenzuschläge.

Auch Termine für Pflegekurse und individuelle häusliche Schulungen müssen innerhalb von 14 Tagen vermittelt werden.

 

3. Inhalt der Beratung zum Inhaltsverzeichnis

Aufgabe der Pflegeberatung ist es nach § 7a SGB XI insbesondere

  • den Hilfebedarf des Pflegebedürftigen zu ermitteln (bei Zustimmung auch unter Berücksichtigung der Begutachtungsergebnisse des MDK)
  • einen individuellen Versorgungsplan mit den erforderlichen Sozialleistungen und gesundheitsfördernden, präventiven, kurativen und rehabilitativen oder sonstigen medizinischen, pflegerischen oder sozialen Hilfen zu erstellen,
  • auf die Durchführung der Maßnahmen des Versorgungsplans sowie deren Genehmigung durch den zuständigen Leistungsträger hinzuwirken,
  • den Versorgungsplan zu überwachen und ggf. anzupassen,
  • den Hilfeprozess auszuwerten und zu dokumentieren, wenn es sich um besonders komplexe Fälle handelt,
  • über Möglichkeiten zur Entlastung der Pflegepersonen zu informieren.

 

Auf Wunsch werden auch Angehörige oder weitere Personen in die Beratung miteinbezogen. Zudem kann die Beratung in der häuslichen Umgebung oder in der Einrichtung, in der der Pflegebedürftige lebt, durchgeführt werden.

Die Beratung und Angebote der Pflegestützpunkte sind für die Ratsuchenden kostenlos.

 

4. Arbeitsweise und Team zum Inhaltsverzeichnis

Charakteristisch für Pflegestützpunkte ist, dass sie mit allen anderen in der Pflege tätigen Einrichtungen zusammenarbeiten, z.B. mit der örtlichen Altenhilfe, mit Pflegediensten und -heimen, mit dem MDK und den Krankenkassen und Pflegekassen. Sie leisten Hilfen aus einer Hand, damit Betroffene schnellstmöglichst die passenden Leistungen beantragen können. Damit sollen Grenzen zwischen den Sozialleistungsträgern überwunden werden.

 

In einem Pflegestützpunkt sind Pflegefachkräfte, Pflegeberater, Sozialversicherungsangestellte und Sozialpädagogen mit spezieller Zusatzqualifikation als Berater eingebunden. Sie sind feste Ansprechpartner unterstützen die Ratsuchenden in der Regel mit Methoden des Case-Managements, um alle beteiligten Personen und Dienste bei einer bestmöglichen Fallsteuerung zum Wohl des Pflegebedürftigen zu berücksichtigen. Im Dialog wird die persönliche Situation eingeschätzt, dann folgen Zielvereinbarung und Hilfeplan. Stärken des Ratsuchenden werden dabei berücksichtigt und hilfreiche Dienstleistungen angeboten. Die Durchführung wird anschließend kontrolliert und ausgewertet. Bei Bedarf erfolgt eine Anpassung an veränderte Gegebenheiten.

 

5. Verpflichtender Beratungseinsatz bei Bezug von Pflegegeld zum Inhaltsverzeichnis

(§ 37 Abs. 3 SGB XI)

Bei Bezug von Pflegegeld ist ab Pflegegrad 2 eine regelmäßige Pflegeberatung im häuslichen Umfeld (sog. Beratungseinsatz) Pflicht. Näheres unter Pflegegeld. Bei Pflegegrad 1 und bei Bezug von Pflegesachleistungen kann ein Beratungseinsatz vereinbart werden. 

 

6. Weitere Beratungsmöglichkeitenzum Inhaltsverzeichnis

Neben den Pflegestützpunkten gibt es nach wie vor ähnliche regionale Konzepte, z.B.:

  • Die Alten- und Service-Zentren (ASZ) der Münchner Stadtteile (externer Linkwww.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Sozialreferat/Sozialamt/ASZ.html). Dort finden teils auch Gruppen-, Betreuungs- und kulturelle Veranstaltungen sowie Seniorenbildungsangebote statt.
  • Im Beratungsnetz in Bayern spielten die Fachstellen für pflegende Angehörige bereits vor der Einführung der Pflegestützpunkte eine wichtige Rolle. Die Adressen der Fachstellen im jeweiligen Bezirk sind erreichbar unter externer Linkwww.stmgp.bayern.de/service/ansprechpartner-und-fachstellen/.
  • Für Privatversicherte gibt es eine kostenlose telefonische und aufsuchende Pflegeberatung über die "COMPASS Private Pflegeberatung GmbH", bundesweit gebührenfrei erreichbar unter 0800 101 88 00.

 

7. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Adressen von Pflegestützpunkten bundesweit finden Sie im Internet unter externer Linkwww.pflegestuetzpunkte-deutschlandweit.de oder unter externer Linkwww.pflegestuetzpunkte-online.de.

Gibt es keinen Pflegestützpunkt, können sich Ratsuchende an den Pflegeberater bei der Pflegekasse des Pflegebedürftigen wenden.

 

8. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Pflege > Leistungen

Hilfe zur Pflege

Pflegeantrag und Pflegebegutachtung

 

Gesetzesquellen: § 92c, § 7a SGB XI

Redakteurin: Jutta Meier

 

Gesetzesquelle(n) 

(§ 92c, § 7a SGB XI)

 

Letzte Aktualisierung am 17.10.2017   Redakteur/in: Jutta Meier

Bewerten Sie die obigen Informationen (Schulnoten-System) 

1 (sehr gut) 6 (ungenügend)