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Pflegestufen

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Die Pflegestufe ergibt sich aus der Schwere der Pflegebedürftigkeit und bedingt die Höhe der Leistungen der Pflegekasse. Es gibt die Pflegestufen 1 bis 3. Diese Pflegestufen-Einteilung gilt auch für Kinder. Sonderregelungen gibt es für besonders pflegeaufwendige Patienten (Härtefälle) sowie für Pflegebedürftige mit erheblichem allgemeinen Betreuungsbedarf. 

 

2. Einstufung in eine Pflegestufe zum Inhaltsverzeichnis

Die Einstufung in eine Pflegestufe erfolgt nach einer Begutachtung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) durch die Pflegekasse. Ist nach der Einstufung ein höherer Pflegeaufwand erforderlich, ist eine Höherstufung mögllich.

Bei der Bemessung des Hilfebedarfs zur Pflegeeinstufung gelten bei Kindern andere Regelungen als bei Erwachsenen.

Näheres unter Pflegeantrag und Pflegebegutachtung.

 

3. Pflegestufe 1 - erheblich Pflegebedürftigezum Inhaltsverzeichnis

 

3.1. Hilfebedarf

Hilfebedarf besteht einmal täglich für wenigstens 2 Verrichtungen aus den Bereichen Körperpflege, Ernährung oder Mobilität und zusätzlich mehrfach in der Woche bei der hauswirtschaftlichen Versorgung.

 

3.2. Zeitaufwand

Der Zeitaufwand eines Familienangehörigen oder einer anderen nicht als Pflegekraft ausgebildeten Pflegeperson beträgt für die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung wöchentlich im Tagesdurchschnitt mindestens 90 Minuten. Davon müssen auf die Grundpflege mindestens 46 Minuten entfallen.

 

3.3. Leistungen

Pflegestufe 1

Pflegegeld Pflegeversicherung monatlich

244,-

Pflegegeld bei erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf monatlich

316,-

Pflegesachleistungen monatlich 

bis zu 468,-

Pflegesachleistung bei erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf monatlich

bis zu 689,-

Kombinationsleistung monatlich

anteilig

Teilstationäre Tages- oder Nachtpflege monatlich (Tages- und Nachtpflege

bis zu 468,-

Teilstationäre Tages- oder Nachtpflege bei erheblichem allgemeinen Betreuungsbedarf monatlich

bis zu 689,-

Stationäre Kurzzeitpflege (längstens 8 Wochen/Jahr) 

bis zu 1.612,-

Vollstationäre Pflege monatlich

1.064,-

Ersatzpflege, Verhinderungspflege durch Fachkräfte und nicht verwandte Laienhelfer 

bis zu 1.612,-

Ersatzpflege durch verwandte Laienhelfer

bis zu 244,-

 

4. Pflegestufe 2 - schwer Pflegebedürftigezum Inhaltsverzeichnis

 

4.1. Hilfebedarf

Hilfebedarf besteht mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten für Verrichtungen aus den Bereichen Körperpflege, Ernährung oder Mobilität und zusätzlich mehrfach in der Woche bei der hauswirtschaftlichen Versorgung.

 

4.2. Zeitaufwand

Der Zeitaufwand eines Familienangehörigen oder einer anderen nicht als Pflegekraft ausgebildeten Pflegeperson beträgt für die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung wöchentlich im Tagesdurchschnitt mindestens 3 Stunden. Davon müssen auf die Grundpflege mindestens 2 Stunden entfallen.

 

4.3. Leistungen

Pflegestufe 2

 

Pflegegeld Pflegeversicherung monatlich

458,-

Pflegegeld bei erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf monatlich

545,-

Pflegesachleistungen monatlich 

bis zu 1.144,-

Pflegesachleistung bei erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf monatlich

bis zu 1.298,-

Kombinationsleistung monatlich

anteilig

Teilstationäre Tages- oder Nachtpflege monatlich (Tages- und Nachtpflege)

bis zu 1.144,-

Teilstationäre Tages- oder Nachtpflege bei erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf monatlich

bis zu 1.298,-

Stationäre Kurzzeitpflege (längstens 8 Wochen/Jahr)

bis zu 1.612,-

Vollstationäre Pflege monatlich

1.330,-

Ersatzpflege, Verhinderungspflege durch Fachkräfte und nicht verwandte Laienhelfer

bis zu 1.612,-

Ersatzpflege durch verwandte Laienhelfer

bis zu 458,-

 

5. Pflegestufe 3 - schwerst Pflegebedürftigezum Inhaltsverzeichnis

 

5.1. Hilfebedarf

Hilfebedarf besteht täglich rund um die Uhr, auch nachts, bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität und zusätzlich mehrfach in der Woche bei der hauswirtschaftlichen Versorgung.

 

5.2. Zeitaufwand

Der Zeitaufwand eines Familienangehörigen oder einer anderen nicht als Pflegekraft ausgebildeten Pflegeperson für die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung beträgt wöchentlich im Tagesdurchschnitt mindestens 5 Stunden. Davon müssen auf die Grundpflege mindestens 4 Stunden entfallen.

 

5.3. Leistungen

Pflegestufe 3

Pflegegeld Pflegeversicherung monatlich

728,-

Pflegesachleistungen monatlich

bis zu 1.612,-

Kombinationsleistung monatlich

 anteilig

Teilstationäre Tages- oder Nachtpflege monatlich (Tages- und Nachtpflege)

bis zu 1.612,-

Stationäre Kurzzeitpflege (längstens 8 Wochen/Jahr)

bis zu 1.612,-

Vollstationäre Pflege monatlich

1.612,-

Ersatzpflege, Verhinderungspflege durch Fachkräfte und nicht verwandte Laienhelfer

bis zu 1.612,-

Ersatzpflege durch verwandte Laienhelfer

bis zu 728,-

 

5.4. Härtefall

Ein Härtefall liegt bei Erforderlichkeit eines außergewöhnlich hohen und intensiven Pflegeaufwands vor, der das übliche Maß der Pflegestufe 3 weit übersteigt. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn Hilfe bei der Grundpflege mindestens 6 Stunden, davon mindestens dreimal in der Nacht, erforderlich ist oder mehrere Pflegepersonen notwendig sind.

Die Leistung bei Pflegesachleistungen bzw. bei vollstationärer Pflege im Härtefall beträgt monatlich bis zu 1.995,- €.

Die Richtlinien zur Begutachtung von Pflegebedürftigkeit nach dem SGB XI enthalten in Anlage 3 die sogenannten Härtefall-Richtlinien (HRi); diese können unter externer Linkwww.mds-ev.de/richtlinienpublikationen/pflegeversicherung/pflegebegutachtung-rechtliche-grundlagen.html heruntergeladen werden.

 

6. Leistungen für Pflegebedürftige mit erheblichem allgemeinen Betreuungsbedarf zum Inhaltsverzeichnis

(§§ 45a, b, c, 123 ff. SGB XI)

Personen, die aufgrund demenzbedingter Fähigkeitsstörungen, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen einen erheblichen allgemeinen Betreuungsbedarf haben, können bis zu 208,- € monatlich für Betreuungsangebote in Anspruch nehmen, wenn sie sich nicht dauerhaft in einer stationären Einrichtung befinden (sog. Betreuungsbetrag).

Seit 1.1.2013 gibt es zusätzliche Leistungen: Pflegegeld, Pflegesachleistung, Kombinationsleistung, Häusliche Betreuung, Anspruch auf Ersatzpflege sowie Pflegehilfsmittel. Für diese Leistungen muss keine Pflegestufe vorliegen; eingebürgert hat sich dafür der Begriff "Pflegestufe 0".

Näheres unter Erheblicher allgemeiner Betreuungsbedarf.

 

7. Praxistippzum Inhaltsverzeichnis

Wird weniger Pflege benötigt als zeitlich für die Pflegestufe 1 festgesetzt ist, erhält der Hilfebedürftige keine Leistungen der Pflegeversicherung. Ausnahmen:

  • Es liegt ein erheblicher allgemeiner Betreuungsbedarf vor, siehe oben.
  • Es kann finanzielle Hilfen vom Sozialamt geben.
    An den vom MDK festgestellten Pflegebedarf ist das Sozialamt gebunden. Die hilfebedürftige Person sollte dann beim zuständigen Sozialamt einen Antrag auf Hilfe zur Pflege stellen. Näheres unter Pflege Sozialhilfe.

 

8. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Pflege Pflegeversicherung

Pflegebedürftigkeit

Pflegekassen

Erheblicher allgemeiner Betreuungsbedarf

Familienpflegezeit

Pflegetagebuch

 

Gesetzesquelle(n) 

(§ 15 SGB XI)

 

Letzte Aktualisierung am 16.02.2016   Redakteur/in: Ines Grocki

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