Prostatakrebs > Behandlung
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1. Das Wichtigste in Kürze
Für die Therapie bei Prostatakrebs sind Art und Stadium des Tumors die entscheidenden Faktoren. Die folgenden Informationen zu Operation, Chemotherapie, Bestrahlung, Hormontherapie und alternativen Vorgehensweisen bilden nur einen kurzen Überblick und beinhalten keinerlei Behandlungempfehlungen. Therapieentscheidung treffen allein Arzt und Patient.
2. Einführung
Art und Stadium des Tumors, das Alter des Patienten sowie dessen individuelle Bedürfnisse sind bei der Auswahl der Therapieform maßgeblich. Selbstverständlich kann hier keine Empfehlung für die eine oder andere Therapieart gegeben werden. Arzt und Patient sollten immer die individuellen Möglichkeiten besprechen und gemeinsam entscheiden. Manchmal ist die Kombination aus mehreren Therapien sinnvoll. Einen Überblick über die verschiedenen Therapien bieten auch die Patientenverbände bzw. die regionalen Selbsthilfegruppen. Kontaktdaten finden Sie bei Adressen von Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen mit dem Suchwort "Prostatakarzinom".
3. Operation
Die Therapie der Wahl im Frühstadium ist die Entfernung der Prostata durch Operation (Prostatektomie). Auch die Lymphknoten im Becken werden dabei teilweise entfernt. Es gibt verschiedene Operationsmethoden.
Voraussetzung für eine Operation ist, dass der Tumor auf die Prostata beschränkt ist und keine Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet hat. Nebenwirkungen der Operation können Harninkontinenz (niedriges Risiko) und Verlust der sexuellen Potenz (Risiko recht hoch) sein. Um diese Risiken zu senken, gibt es eine "nervenschonende" Operationsmethode, bei der aber die Gefahr besteht, dass die Tumorzellen nicht komplett entfernt werden. Über die geeignete Operationsmethode müssen Arzt und Patient miteinander entscheiden.
Weitere Informationen zu den Fogen der Nebenwirkungen unter Prostatakrebs > Allgemeines und Prostatakrebs > Partnerschaft und Sexualität.
4. Bestrahlung
Die Strahlentherapie (Radiatio) kann sowohl von außen als auch von innen erfolgen.
Die externe (transkutane) Strahlentherapie wird in der Regel in einem ambulanten Therapiezentrum durchgeführt. Für diese Therapie ist keine Betäubung erforderlich. Im Normalfall wird der Patient 5 Tage in der Woche etwa 8-10 Wochen lang behandelt.
Bei der inneren Strahlentherapie (Brachytherapie) wird radioaktives Material in die Prostata eingebracht. Es gibt zwei Möglichkeiten:
- Niedrig dosierte Brachytherapie (Low-dose radiation brachy - LDR-Brachytherapie): Seeds (wenige Millimeter große, radioaktiv geladene Metallstifte) bleiben dauerhaft in der Prostata.
- Hoch dosierte Brachytherapie (High-dose radiation brachy - HDR-Brachytherapie): Hoch dosiertes radioaktives Material wird nur für eine jeweils vorausberechnete Dauer in die Prostata eingebracht. "Afterloading" ist der Fachbegriff für diese Methode, die auch mit anderen Therapien kombiniert werden kann.
Die Kostenübernahme für die innere Strahlentherapie ist im Voraus mit der Krankenkasse zu klären
Wenn der Tumor die Prostatakapsel bereits durchbrochen und/oder bereits Metastasen in anderen Organen gebildet hat, kommen folgende Therapien in Frage:
5. Hormontherapie
Im fortgeschrittenen Stadium und bei Metastasen in anderen Organen ist eine Heilung nicht mehr möglich. Da die Prostata von den männlichen Geschlechtshormonen abhängig ist (Testosteron), kann versucht werden, durch Entzug der Hormone den Tumor am Wachstum zu hindern. Der Entzug der männlichen Hormone erfolgt durch die operative Ausschälung der Hoden oder durch die Gabe von Medikamenten. Nebenwirkungen können z.B. Schwitzen, Gewichtszunahme, depressive Stimmungsveränderungen und Libidobeeinträchtigung sein.
Je nach Stadium des Tumors kann die Hormontherapie auch mit anderen Therapiemöglichkeiten kombiniert werden.
6. Strahlen- und Chemotherapie bei Metastasen
Metastasen werden üblicherweise durch lokale Strahlentherapie oder die Gabe von radioaktiven Substanzen in die Knochenmetastasen behandelt. Auch kann versucht werden, Tochtergeschwülste mittels Zytostatika (Chemotherapie) zu zerstören. Haarausfall ist eine häufige Nebenwirkung bei Chemotherapie.
7. Alternative Therapien
Alternative Therapien können durchaus wirksam sein, sie sind aber noch nicht ausreichend erprobt und deshalb noch nicht Teil der offiziellen Leitlinien für die Prostatakrebsbehandlung.
7.1. Hochintensiv fokussierter Ultraschall (HIFU)
Ultraschallwellen entwickeln im Tumor eine Hitze von 90 bis 100 Grad Celsius. Durch diese Hitze wird das Prostata- bzw. Krebsgewebe zerstört. Die Reste werden vom Körper abgebaut. Das Impotenzrisiko liegt im mittleren Bereich und eine dauerhafte Inkontinenz ist eher selten. Der Ultraschallkopf wird durch den Darm eingeführt, im allgemeinen ist nur eine Behandlung notwendig. Deshalb ist der HIFU nicht sehr belastend für den Patienten und kann auch bei älteren, an weiteren Krankheiten erkrankten Patienten eingesetzt werden.
Die Kostenübernahme ist im Voraus mit der Krankenkasse zu klären.
7.2. Kryotherapie
Kryotherapie ist die Anwendung extremer Kälte ("gefrieren"), um Zellen zu zerstören. Diese recht junge Methode ist nur bei örtlich begrenztem Tumor eine Behandlungsalternative. Duchgeführt wird die Kryotherapie bei Prostatakrebs unter Vollnarkose von Urologen oder Radiologen unter Aufsicht eines Anästhesisten. Häufige Nebenwirkung ist eine erektile Dysfunktion.
Die Kostenübernahme ist im Voraus mit der Krankenkasse zu klären.
8. Abwarten und Beobachten
Abwarten und Beobachten ist zwar keine Therapie, sondern ein Verschieben bzw. Umgehen einer Therapie, kann aber insbesondere bei älteren Patienten in Absprache mit dem Arzt die beste Möglichkeit sein. Folgende Aspekte werden dabei in der Regel abgewägt:
- Patient hat einen schlechten Allgemeinzustand und die Therapie wäre zusätzlich belastend.
- Niedrige Hormonaktivität.
- Der Tumor verursacht keine Beschwerden.
- Der Tumor ist klein, auf die Prostata beschränkt und wächst nur langsam.
Beim "Abwarten" wird die Tumorentwicklung durch regelmäßige Kontrollen überwacht. Im Bedarfsfall kann dann immer noch eine geeignete Therapie erfolgen.
9. Nachsorge und Rehabilitation
Nach erfolgter Operation sowie nach weiteren Therapien ist es wichtig, die Operationsfolgen zu überwinden. Die Wunde muss verheilen, der Körper sich erholen. Ein Aufenthalt in einer Reha-Klinik ist deshalb in vielen Fällen sinnvoll.
Die nachfolgenden Links führen zu den allgemeinen sozialrechtlichen Bestimmungen rund um Medizinische Reha, die bei Prostatakarzinom infrage kommen können.
- Onkologische Nachsorgeleistungen können Patienten mit Krebserkrankung auf Kosten der Rentenversicherung in Anspruch nehmen.
- Anschlussheilbehandlung (AHB) im Anschluss an den Akutklinik-Aufenthalt. Wird oft schon vom Sozialdienst des Krankenhauses eingeleitet.
- Medizinische Rehabilitation - kann auch gemeinsam mit dem Hausarzt beantragt werden. Teilbereiche sind die Ambulante medizinische Rehabilitation und die Stationäre medizinische Rehabilitation (Kur).
- Begleitperson bei stationärer Rehabilitation.
- Stufenweise Wiedereingliederung am Arbeitsplatz.
Adressen von Reha-Kliniken recherchieren:
- "Handbuch Reha- und Vorsorgeeinrichtungen" mit 1.500 Reha-Kliniken. Erscheint jährlich und liegt bei Ärzten und Beratungsstellen aus.
www.rehakliniken.de (= Inhalte Handbuch Reha- und Vorsorgeeinrichtungen).
www.kurklinikverzeichnis.de.
10. Verwandte Links
Prostatakrebs > Partnerschaft und Sexualität
Autofahren bei Schmerzmitteleinnahme
Letzte Aktualisierung am 15.11.2011 Redakteur/in: Sabine Peter
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