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Prostatakrebs > Behandlung

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Für die Therapie bei Prostatakrebs sind Art und Stadium des Tumors die entscheidenden Faktoren. Die folgenden Informationen zu Operation, Chemotherapie, Bestrahlung, Hormontherapie und alternativen Vorgehensweisen bilden nur einen kurzen Überblick und beinhalten keinerlei Behandlungsempfehlungen. Therapieentscheidung treffen allein Arzt und Patient.

 

2. Einführungzum Inhaltsverzeichnis

Art und Stadium des Tumors, das Alter des Patienten sowie dessen individuelle Bedürfnisse sind bei der Auswahl der Therapieform maßgeblich. Selbstverständlich kann hier keine Empfehlung für die eine oder andere Therapieart gegeben werden. Arzt und Patient sollten immer die individuellen Möglichkeiten besprechen und gemeinsam entscheiden. Manchmal ist die Kombination aus mehreren Therapien sinnvoll. Einen Überblick über die verschiedenen Therapien bieten auch die Patientenverbände bzw. die regionalen Selbsthilfegruppen.

 

Kontaktdaten, Infos und Telefonberatung bietet der

Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS) e.V.
Telefonische Beratungshotline Di, Mi, Do, 15-18 Uhr, kostenlos unter 0800 7080123
info@prostatakrebs-bps.de
externer Linkwww.prostatakrebs-bps.de

 

3. Operationzum Inhaltsverzeichnis

Die Therapie der Wahl im Frühstadium ist die Entfernung der Prostata durch Operation (Prostatektomie). Auch die Lymphknoten im Becken werden dabei teilweise entfernt. Es gibt verschiedene Operationsmethoden.

Voraussetzung für eine Operation ist, dass der Tumor auf die Prostata beschränkt ist und keine Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet hat. Nebenwirkungen der Operation können Harninkontinenz (niedriges Risiko) und Verlust der sexuellen Potenz (Risiko recht hoch) sein. Um diese Risiken zu senken, gibt es eine "nervenschonende" Operationsmethode, bei der aber die Gefahr besteht, dass die Tumorzellen nicht komplett entfernt werden. Über die geeignete Operationsmethode müssen Arzt und Patient miteinander entscheiden.

Weitere Informationen zu den Folgen der Nebenwirkungen unter Prostatakrebs > Allgemeines und Prostatakrebs > Partnerschaft und Sexualität.

 

4. Bestrahlungzum Inhaltsverzeichnis

Die Strahlentherapie (Radiatio) kann sowohl von außen als auch von innen erfolgen.

 

Die externe (perkutane) Strahlentherapie wird in der Regel in einem ambulanten Therapiezentrum durchgeführt. Für diese Therapie ist keine Betäubung erforderlich. Im Normalfall wird der Patient 5 Mal pro Woche etwa 7-9 Wochen lang behandelt.

 

Bei der inneren Strahlentherapie (Brachytherapie) wird radioaktives Material in die Prostata eingebracht. Es gibt zwei Möglichkeiten:

  • Niedrig dosierte LDR-Brachytherapie (low-dose-rate = niedrig dosiert): Seeds (wenige Millimeter große, radioaktiv geladene Metallstifte) bleiben dauerhaft in der Prostata.
  • Hoch dosierte HDR-Brachytherapie (high-dose-rate = hoch dosiert): Hoch dosiertes radioaktives Material wird nur für eine jeweils vorausberechnete Dauer in die Prostata eingebracht. "Afterloading" ist der Fachbegriff für diese Methode, die auch mit anderen Therapien kombiniert werden kann.

Die Kostenübernahme für die innere Strahlentherapie ist im Voraus mit der Krankenkasse zu klären.

 

Wenn der Tumor die Prostatakapsel bereits durchbrochen und/oder bereits Metastasen in anderen Organen gebildet hat, kommen folgende Therapien in Frage:

 

5. Hormontherapiezum Inhaltsverzeichnis

Im fortgeschrittenen Stadium und bei Metastasen in anderen Organen ist eine Heilung nicht mehr möglich. Da die Prostata von den männlichen Geschlechtshormonen abhängig ist (Testosteron), kann versucht werden, durch Entzug der Hormone den Tumor am Wachstum zu hindern. Der Entzug der männlichen Hormone erfolgt durch die operative Ausschälung der Hoden oder durch die Gabe von Medikamenten. Nebenwirkungen können z.B. Schwitzen, Gewichtszunahme, depressive Stimmungsveränderungen und Libidobeeinträchtigung sein.

 

Je nach Stadium des Tumors kann die Hormontherapie auch mit anderen Therapiemöglichkeiten kombiniert werden.

 

6. Strahlen- und Chemotherapie bei Metastasenzum Inhaltsverzeichnis

Metastasen werden üblicherweise durch lokale Strahlentherapie oder die Gabe von radioaktiven Substanzen in die Knochenmetastasen behandelt.

Auch kann versucht werden, Tochtergeschwülste mittels Zytostatika (Chemotherapie) zu zerstören. Haarausfall ist eine häufige Nebenwirkung bei Chemotherapie.

 

7. Alternative Therapienzum Inhaltsverzeichnis

Alternative Therapien können durchaus wirksam sein, sie sind aber noch nicht ausreichend erprobt und deshalb noch nicht Teil der offiziellen Leitlinien für die Prostatakrebsbehandlung.

 

7.1. Hochintensiv fokussierter Ultraschall (HIFU)

Ultraschallwellen entwickeln im Tumor eine Hitze von 90 bis 100 Grad Celsius. Durch diese Hitze wird das Prostata- bzw. Krebsgewebe zerstört. Die Reste werden vom Körper abgebaut. Das Impotenzrisiko liegt im mittleren Bereich und eine dauerhafte Inkontinenz ist eher selten. Der Ultraschallkopf wird durch den Darm eingeführt, im allgemeinen ist nur eine Behandlung notwendig. Deshalb ist der HIFU nicht sehr belastend für den Patienten und kann auch bei älteren, an weiteren Krankheiten erkrankten Patienten eingesetzt werden.

 

Die Kostenübernahme ist im Voraus mit der Krankenkasse zu klären.

 

7.2. Kryotherapie

Kryotherapie ist die Anwendung extremer Kälte ("gefrieren"), um Zellen zu zerstören. Diese recht junge Methode ist nur bei örtlich begrenztem Tumor eine Behandlungsalternative. Durchgeführt wird die Kryotherapie bei Prostatakrebs unter Vollnarkose von Urologen oder Radiologen unter Aufsicht eines Anästhesisten. Häufige Nebenwirkung ist eine erektile Dysfunktion.

 

Die Kostenübernahme ist im Voraus mit der Krankenkasse zu klären.

 

8. Abwarten und Beobachtenzum Inhaltsverzeichnis

Abwarten und Beobachten ist zwar keine Therapie, sondern ein Verschieben bzw. Umgehen einer Therapie, kann aber insbesondere bei älteren Patienten in Absprache mit dem Arzt die beste Möglichkeit sein. Folgende Aspekte werden dabei in der Regel abgewogen:

  • Patient hat einen schlechten Allgemeinzustand und die Therapie wäre zusätzlich belastend.
  • Niedrige Hormonaktivität.
  • Der Tumor verursacht keine Beschwerden.
  • Der Tumor ist klein, auf die Prostata beschränkt und wächst nur langsam.

Beim "Abwarten" wird die Tumorentwicklung durch regelmäßige Kontrollen überwacht. Im Bedarfsfall kann dann immer noch eine geeignete Therapie erfolgen.

 

9. Praxistippszum Inhaltsverzeichnis

  • Das aktuelle Wissen zu Früherkennung, Diagnose und Therapie von Prostatakrebs ist in einer medizinischen Leitlinie zusammengefasst. Verantwortlich für den Inhalt sind die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU). Diese medizinische Leitlinie und Leitlinien für Patienten können unter externer Linkwww.awmf.org/leitlinien/detail/ll/043-022OL.html heruntergeladen werden.
  • Ein Ratgeber zu Prostatakrebs der Deutschen Krebshilfe kann unter externer Linkwww.krebshilfe.de/wir-informieren/material-fuer-betroffene/blaue-ratgeber.html bestellt oder heruntergeladen werden. Direkter Download unter externer Linkwww.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/017_0054.pdf.
  • Dr. med. Ludwig Manfred Jacob: Prostatakrebs-Kompass - Prävention und komplementäre Therapie mit der richtigen Ernährungs- und Lebensweise. 352 S. 2014 erschienen. 19,90 € als Buch (ISBN 978-3-9816122-9-5), 12,99 € als eBook (EPUB: ISBN 978-3-9816122-7-1, MOBI: ISBN 978-3-9816122-8-8).

 

10. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

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Redakteurin: Andrea Nagl

 

Letzte Aktualisierung am 15.10.2017   Redakteur/in: Andrea Nagl

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