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Prostatakrebs > Früherkennung

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Für eine Heilung von Prostatakrebs ist eine frühe Erkennung von größter Bedeutung und diese ist nur durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen zu erreichen.

 

2. Epidemiologiezum Inhaltsverzeichnis

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern. Nach Angaben des Zentrums für Krebsregisterdaten in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut Berlin sind 2010 65.800 Männer in Deutschland neu an Prostatakrebs erkrankt. Für 2014 wird mit ca. 70.000 Neuerkankungen gerechnet. Die Erkrankungshäufigkeit steigt mit zunehmendem Alter. Die stark steigenden Zahlen der letzten Jahre hängen allerdings auch mit einer verbesserten Früherkennung zusammen.

Die Ursachen für Prostatakrebs sind weitgehend unbekannt. Diskutiert werden als Risikofaktoren eine erbliche Veranlagung, Umweltfaktoren und die Ernährung. Gutartige Veränderungen der Prostata oder Prostataentzündungen stellen kein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs dar.

 

3.  Früherkennungzum Inhaltsverzeichnis

Für die Heilung ist es entscheidend, dass der Krebs frühzeitig erkannt wird. Eine Früherkennung ist nur durch Vorsorgeuntersuchungen möglich, da das Frühstadium der Erkrankung meist symptomlos verläuft. In manchen Fällen kann es zu Blasenentleerungsstörungen kommen. Im fortgeschrittenen Stadium engt die Prostata die Harnröhre zunehmend ein, was sich durch häufigen Harndrang vor allem nachts, Harntröpfeln und Impotenz bemerkbar macht. Wenn der Tumor außerhalb der Prostata weiter wächst, treten zudem Schmerzen im Genitalbereich auf. Oft findet sich Blut im Urin oder Sperma. Auch typische Begleitsymptome von Krebserkrankungen wie Fieber, Nachtschweiß, Abgeschlagenheit, Leistungsknick und ungewollter Gewichtsverlust treten häufig auf.

Vorbeugende Maßnahmen sind bisher nicht bekannt. Allgemein anerkannt ist aber, dass eine gesunde Ernährung das Risiko für Erkrankungen ganz allgemein senkt. Näheres unter Prostatakrebs > Ernährung.

 

4. Vorsorgeuntersuchungenzum Inhaltsverzeichnis

4.1. Tastuntersuchung der Prostata

Die Krankenkassen bezahlen Männern ab dem 45. Lebensjahr jährlich eine Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Prostatakrebs. Diese beinhaltet eine Tastuntersuchung der Prostata durch den Enddarm (digital-rektale Untersuchung, DRU). Männer, bei denen nahe Verwandte (auch der Mutter) Prostatakrebs hatten, sollten dies mit dem Arzt besprechen und gegebenenfalls bereits früher Früherkennungsuntersuchungen machen lassen.

 

4.2. Bestimmung des PSA-Werts

Eine weitere Vorsorgeuntersuchung ist die Bestimmung des PSA- bzw. des cPSA-Werts im Blut. PSA (prostataspezifisches Antigen) ist ein Eiweißstoff, der in der Prostata gebildet wird und im Blut nachweisbar ist. Bei Erkrankungen der Prostata (Entzündungen, gutartige Vergrößerung oder Tumor) wird dieser Stoff vermehrt ins Blut abgegeben. Ein Teil des PSA, das complexierte cPSA, ist besonders bei Prostatakrebs erhöht im Blut. Der cPSA-Test wird erst seit einigen Jahren angeboten und ist aussagekräftiger als der PSA-Test.

Die Kosten für die Bestimmung des PSA- oder auch des cPSA-Werts im Rahmen der Früherkennung werden von den Krankenkassen nicht übernommen. Es handelt sich hierbei um eine sogenannte "IGeL", eine Individuelle Gesundheitsleistung. Das sind Diagnose- und Behandlungsmethoden, die vom Patienten privat bezahlt werden müssen, weil sie nicht zum Leistungskatalog der Krankenkassen gehören. Wenn der Arzt bei der Tastuntersuchung allerdings Veränderungen findet und für die Abklärungsuntersuchung einen PSA-Test veranlasst, dann werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen.

 

4.3. Ultraschalluntersuchung

Als ergänzende Maßnahme kann im Verdachtsfall eine transrektale Ultraschalluntersuchung (TRUS) durchgeführt werden. Bei dieser Untersuchung wird der Ultraschallkopf in den Enddarm eingeführt. Dadurch können Veränderungen des Prostatagewebes festgestellt werden.

 

4.4. Biopsie

Im Verdachtsfall wird der Arzt außerdem eine Biopsie veranlassen. Durch einen kleinen operativen Eingriff wird Gewebe aus verschiedenen Prostatabereichen entnommen und anschließend in einem medizinischen Labor untersucht. Dieser Eingriff erfolgt meist unter örtlicher Betäubung.

 

4.5. Diskussion

Unumstritten ist, dass Männer Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen sollten. Umstritten ist allerdings in Fachkreisen der tatsächliche Nutzen der gängigen Tastuntersuchung und der PSA-Wert-Bestimmung. Bei der Tastuntersuchung können Tumore je nach Lage gar nicht erkannt werden. Die PSA-Untersuchung ist umstritten, weil hohe Werte auch "blinden Alarm" auslösen können oder die Werte niedrig sind, obwohl ein Tumor vorhanden ist. Dennoch lässt sich festhalten, dass eine teilweise zielführende Vorsorgeuntersuchung wohl immer noch besser ist als keine.

 

5. Praxistippszum Inhaltsverzeichnis

Der Krebsinformationsdienst (KID) gibt interessierten Männern hierzu viele Informationen und auch Entscheidungshilfen: externer Linkwww.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/prostatakrebs/psa-test-frueherkennung.php

Ausführliche Informationen und Entscheidungshilfen zur Früherkennung von Prostatakrebs bietet auch die Patientenleitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften in Zusammenarbeit mit der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe. Diese Leitlinie kann unter externer Linkwww.awmf.org/leitlinien/patienteninformation.html > Krebserkrankungen > Prostatakrebs Früherkennung heruntergeladen werden oder direkt hier: externer Linkwww.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp1_S3_Prostatakarzinom_2015-07-verlaengert.pdf.

 

6. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Prostatakrebs

Prostatakrebs > Allgemeines

Prostatakrebs > Behandlung

Prostatakrebs > Ernährung

Früherkennung von Krankheiten

 

Redakteurin: Sabine Peter

 

Letzte Aktualisierung am 15.10.2017   Redakteur/in: Sabine Peter

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