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Psychosen > Selbstschutz für Betroffene

 

1. Vorbemerkungzum Inhaltsverzeichnis

Die nachfolgenden Hinweise richten sich direkt an Betroffene, ihre Lektüre empfiehlt sich aber auch für alle Menschen, die privat oder beruflich mit psychoseerfahrenen Menschen zu tun haben. Ziel ist ein achtsamer und respektvoller Umgang miteinander und mit sich selbst.

 

"Selbstschutzmaßnahmen für Betroffene" ist zitiert aus: "Es ist normal, verschieden zu sein!" (Blaue Broschüre). Verständnis und Behandlung von Psychosen erstellt im Dialog von Psychose-Erfahrenen, Angehörigen und Therapeuten/Wissenschaftlern in der AG der Psychoseseminare (Hrsg.). Download der gesamten Broschüre unter externer Linkwww.irremenschlich.de > Download > Mediathek > Druck. Ergänzungen, Auslassungen und Veränderungen sind mit [eckigen Klammern] gekennzeichnet.

 

2. Selbstschutzmaßnahmen zum Inhaltsverzeichnis

  • Gewohnte Umgebung
    Wenn Sie in eine existenzielle Krise geraten und dabei psychotisch werden, ist es hilfreich, in gewohnter Umgebung zu sein mit [vertrauten Menschen, die nicht zu viel von Ihnen wollen].
  • Eigene Maßstäbe
    Es kann hilfreich sein, gewohnte Aktivitäten beizubehalten. Bei depressiven Tendenzen sollten Sie sich für jede kleinste Kleinigkeit, die Sie noch schaffen, loben und belohnen. Vermeiden Sie fremde Maßstäbe, suchen Sie Ihre eigenen. Neigen Sie eher zu Manien, versuchen Sie herauszufinden, wie Ungewöhnliches auch im Alltag zu integrieren ist. Immer gilt: Sie müssen Ihre eigenen Maßstäbe finden.
  • Neutrale Person
    Schön ist es, wenn Sie eine neutrale (therapeutische) Person haben, auf deren Beziehungs- und Tragfähigkeit Sie sich verlassen können und deren Urteil Sie trauen.
  • Zeit für die Medikamentenabsprache
    Wenn Sie Medikamente brauchen und nehmen wollen, bestehen Sie auf eine sorgfältige Auswahl und Abstimmung, auch wenn es möglicherweise mehrere Versuche braucht, bis das für Sie passende Medikament und seine optimale Dosierung gefunden ist. Achten Sie auf Nebenwirkungen und besprechen Sie alle Reaktionen Ihres Körpers mit Ihrem Arzt. Er sollte Ihnen zuhören, auch wenn es lange dauert.
  • Mehr als körperlich
    Lassen Sie sich nicht einreden, Ihre Krise sei nur körperlich bedingt, die Psychose nur eine Transmitterstörung. Transmitter sind ein Zwischenglied im komplexen Zusammenhang von Körper, Seele und Geist. Verweisen Sie auf den differenzierten Umgang von Internisten mit Fieber, verlangen Sie auch ein Nachdenken über die Hintergründe des aktuellen Konflikts.
  • Antworten im Dialog suchen
    Wenn Sie an einer Psychoedukation teilnehmen, hören Sie gut zu: Sie werden entdecken, dass auch das Wissen der Psychiater relativ begrenzt ist. Die wirklichen Antworten lassen sich nicht per Edukation, sondern nur im Dialog finden.
  • Persönliche Frühsignale beachten
    Achten Sie auf die für Sie persönlich wichtigen Frühsignale, lassen Sie sich aber nicht dazu verführen, ständig alarmbereit alles zu hinterfragen und sich dauernd zu beobachten. Das verwirrt nur und kann das schönste Leben vermiesen. Suchen Sie Gruppen auf, um gemeinsam auf sich aufzupassen [, oder besuchen Sie ein Psychoseseminar].
  • Grundbedürfnisse beachten
    Achten Sie auf Ihre Grundbedürfnisse: auf gesundes Essen und Trinken, auf regelmäßigen Schlaf, auf frische Luft. Versuchen Sie einen Aktivitätsgrad zu finden, der für Sie richtig ist, nicht zu viel und nicht zu wenig. Abwechslung, aber nicht Verwirrung; Beständigkeit, aber nicht Monotonie. Was für jeden ungesund ist (z.B. Schichtarbeit), ist für Sie besonders belastend.
  • Zuverlässige Kontakte halten
    Achten Sie auch bei Kontakten und Beziehungen auf Ihre ganz persönlichen Maßstäbe und Bedürfnisse: Wenige gute Freunde sind besser als viele schlechte. Manchmal kann auch Rückzug schützen; aber ein wenig Austausch braucht wohl jeder. Auch entferntere, aber zuverlässige Kontakte können einen halten.
  • Seien Sie sich selbst ein Freund
    Sie sind ein Mensch mit Bedürfnissen wie jeder andere. Ihr Leben wird Krisen bringen, die nicht zu vermeiden sind. Achten Sie auf sich, seien Sie sich selbst ein Freund. Das haben viele [Menschen] verlernt. Machen Sie sich zum Maßstab, nicht die Psychose.

 

3. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Links auf Adressen für Selbsthilfegruppen finden Sie unter Psychische Krankheiten > Adressen.

 

4. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Psychosen Schizophrenie

Psychosen > Behandlung

Psychosen > Familie

Psychosen > Finanzielle Hilfen

Psychosen > Rechtliche Aspekte 

Psychosen > Umgang mit Psychosen 

Psychosen > Wohnen

 

 

Letzte Aktualisierung am 05.11.2013   Redakteur/in: Andrea Nagl

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